Listen im Sinne der Barrierefreiheit einsetzen
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Webstandard
- 25 Jan, 2006
Twittern - Kommentare (10)
Inspiriert von Björns Beitrag, nun einen weiteren kleinen Anstoss zum Thema Listen und deren korrekten Einsatz. Auf Layouttabellen zu verzichten ist absolut der richtige Schritt in die richtige Richtung, leider ist der falsche Einsatz vom Div ebenso ein Schritt zurück, wie der nicht korrekte Einsatz von Listen zum Layouten und Strukturieren von Webseiten. Im Sinn der Semantik sollte eine Liste die Funktion erfüllen, deren Bedeutung und dessen Sinn sie erfüllen soll. Nämlich der Darstellung und Aufzählung oder -listung von Inhalten. Wir wollen mit dem korrekten Einsatz von Webstandards und deren Elemente keine zusätzliche Barrieren schaffen, mit denen sich User im Umgang mit dem Web im Alltag auseinander zu setzen haben. Dazu trägt der korrekte Einsatz von Listen bei, sei es als georndete (ol), unsortierte (ul) oder definierte Listen (dl). Denn Sie stellen ein von der Usability her unverzichtbares Element zur Strukturierung von Webseiten dar und können deutliche Beziehungen zu den Inhalten von Seiten darstellen.
Ein Problem welches bei falscher oder fehlender Bezeichnung von Listen auftreten kann, wurde von Roger Hudson, Russ Weakley and Lisa Miller auf einer Konferenz im Dezember 2005 erläutert. Denn sie haben User von Screenreadern und Texteditoren einer Reihe von Tests unterzogen, um deren Verhalten in Bezug auf Webinhalte, deren Struktur, Reihenfolge im Sourcecode und Navigationen zu untersuchen. Das Thema "Structural labels" nimmt in dieser Präsentation einen nicht unwichtigen Teil ein, denn ihr Ergebnis der Untersuchung zeigt deutlich, dass selbst erfahrene User dieser Nutzungsgruppen enorme Schwierigkeiten haben, Seitennavigationen und lokale Navigationen auseinander halten zu können. Wenn Navigationen inhaltlich hintereinander und ohne entsprechende Auszeichnung präsentiert werden, sind diese oft unbrauchbar. Auch wenn die Links einer Liste andere Styles besitzen, bspw. auf Grund Ihrer Verlinkung als das Label ( bspw. Kategorien und Archiv im ersten Bsp. ). Für sehende Nutzer übersichtliche und einfach aufgebaute Seiten, können somit zu einer unüberwindbaren Hürde werden.
Code-Beispiel
<ul>
<li>Kategorien</li>
<li>Browser</li>
<li>CSS</li>
<li>Webstandard</li>
<li>XHTML</li>
<li>Archiv</li>
<li>Januar</li>
<li>Februaur</li>
<li>...</li>
<li>...</li>
</ul>
Wichtig ist daher die Bestimmung einer Definition für Navigationen ( bspw. definition term – dt ) um Bereiche einer Liste besser unterscheiden zu können. Eine Auszeichnung der Listen ist daher unverzichtbar und genau deshalb sind in diesem Blog Header ( siehe Quelltextbsp 2 ) zum Einsatz gekommen. Da ich nur über eine Auflistung meiner Beiträge und deren Strukturierung bzw. Kategorisierung verfüge, habe ich auf eine normale Hauptnavigation im herkömmlichen Sinne mit Inhalten wie Portfolio, Selbstpräsentation ( über mich etc. ), Links, Info etc verzichte. Da in diesem Test selbst ungeübte User in Bezug auf die Anwendungssoftware in dem Test mit der Auszeichnung Header am besten klar kamen, war dies für mich die beste Lösung. Anderen ( eventuell besseren oder sinnvolleren ) Vorschlägen stehe ich natürlich gern offen gegenüber. Die Struktur des ersten Beispieles kann auch einfach und ohne für eine Sitemap übernommen werden, denn leider werden selbst Sitemaps noch allzu häufig mittels Tabellen, Divs und Absätzen realisiert.
Code-Beispiel
<h3>Kategorien</h3>
<ul>
<li>Browser</li>
<li>CSS</li>
<li>Webstandard</li>
<li>XHTML</li>
</ul>
<h3>Archiv</h3>
<ul>
<li>Januar</li>
<li>Februaur</li>
<li>...</li>
<li>...</li>
</ul>
Der Vorteil dieses Ansatzes ist es, dass die User sofort den „Inhalt“ der Liste ( die bspw. bei einem Blogroll enorm lang werden kann ) erkennt und gegebenenfalls bei Desinteresse überspringen kann. Besonders für User von Screenreadern sind endloslange Navigationen besonders schwierig zu handhaben, da jeder einzelne Navigationspunkt linearisiert, d.h. einer nach dem anderen gelesen werden.
In der BITV- Bedingung 13.6 wird die Gruppierung von Navigationselementen sowie die Bereitstellung einer Möglichkeit zum Überspringen der Navigationselemente gefordert. Die Vorteile dieser Bedingung wurden hier kurz angeschnitten und sollten in naher Zukunft im Sine aller User etwas häufiger zum Einsatz kommen als es bisher der Fall ist.
Fazit: Eine bessere Auszeichnung für Navigationen, die im Sinne der Semantik und der Usability eindeutige Vorteile schafft und die für mehr Logik im Dokument sorgt, macht die Seitengestaltung unkomplizierter und flexibler.















Hinweis: Im "Quelltextbsp 2" steht in der zweiten Liste "Archiv" nochmals "CSS". Da sollte bestimmt der "Februaur" (Februar) reinrutschen.... ;)
Danke für den Artikel!
Hey Mr. Ubersemantik. Wesentlich wichtiger als ein absolutistisches herumgepredige korrekter Semantik wäre der Einsatz vernünftiger Rechtschreibung. Sprache und Schrift bilden immer noch die erste Zugangsebene zu jeder Textform. Dem Inhalt dieses Artikels, so sehr er auch semantisch korrekt strukturiert sein mag, fehlt es an jeglicher Lesbarkeit. Da nutzt einem die ganze schöne Welt der Semantik nichts.
Sry aber du hast vermutlich noch nie was von der Konjunktion "dass" gehört, sonst hättest du sie wenigstens ein einziges Mal korrekt geschrieben.
Mein Gott, solche Typen sind mir am liebsten, predigen Leuten irgendwas von korrekter Semantik und können keinen geraden Satz auf Deutsch.
26 Jan 2006, 09:05
@Dirk: Danke für den Tipp. Wurde sofort behoben.
@nixOn: Vielen Dank für deinen äußerst sachlichen und unpersönlichen Kommentar. Sicherlich sollten die Beiträge hier nicht auf korrekte Rechtschreibung verzichten müssen. Deshalb danke ich dir für den Anstoss.
26 Jan 2006, 22:29
@nix0n:
1. Ubersemantik -> Übersemantik
2. herumgepredige -> Herumgepredige
3. Sry -> Sorry
4. Sry aber -> Sorry, aber
Gute Nacht.
28 Jan 2006, 10:13
Hi
Danke für die Informationen von der Konferenz.
Derzeit dürfte es "modern" sein auf Blogs, die auf Webstandard wert legen, äußerst unsachliche Kritik zu üben.
lg
Monika
30 Apr 2006, 19:30
Hi,
zum Thema "Übersemantik". Ich fand und finde deine Artikel sehr leserlich und intressant.
Gut, dass ich diese Seite gefunden habe. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass etws zu viel Wind um dieses Thema gemacht wird. Diejenigen die es angeht und die es benötigen, werden genügend Seiten finden, die barrierefrei gestaltet sind. Aber lasst doch den "Homepagebauern" ihren Spass. :)
Gruss Didi
Noch richtiger wäre, wenn das derzeit als deprecated gekennzeichnete "menu"-Tag wieder zu vollen Ehren kommt: für Navigations-Menüs.
"ul" ist für einen "Semantik-Parser" erstmal nur 'ne unsortierte Liste - dass diese Liste ein Navigationsmenü beinhaltet, "weiß" der Parser erst, wenn er durch die Liste durch ist und dort nur "a"-Tags gefunden hat.
Das "menu"-Tag hätte den Vorteil, dass Screenreader das Überspringen dieses Menüs von sich aus anbieten könnten, ohne dass man davor einen "Überspringen"-Link einfügen muss, der für all jene, die ihn nicht benötigen, unnötiger Code ist.
André
27 Sep 2006, 14:16
oder ganz einfach gesagt: listen sollen listen sein :-) und bleiben...erinnert mich an die diskussíon ob css oder tabelle - im kleinen.
28 Sep 2006, 08:28
@ff-webdesigner: Listen sollen Listen sein??? Eine Navigation ist nichts anderes, als eine Auflistung von Themenbereichen die als Links definiert sind. Semantisch absolut korrekt. Außerdem ist die andere Diskussion nicht CSS oder Tabelle ( diese können auch mit CSS realisert werden! ), sondern mit oder oder ohne Tabelle zum Layouten.
06 Jun 2008, 20:05
Ja! die Listen, die sind eindfach zu handhaben und können nachträglich sehr einfach erweitert oder geändert werden. Seit den Anfängen meiner Zeit, wo ich mich mit Webdesign beschäftige, finde ich an den Listen immer wieder gutes. Wenn es eine Liste geben kann (mehr als vier Listenpunkte), erstelle ich sie auch.
Gruß