HTML5 vs. oder feat. XHTML2.0
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W3C - News & Infos
- 31 Jan, 2006
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Angeregt von den Ergebnissen der Studie die von Google initiiert wurde, habe ich mich mal ein wenig mehr mit der WHAT WG und deren Spezifikationen bzw. Zielen befasst. Die WHAT WG besteht laut Ihrer Aussage, aus einer Ansammlung von Browserherstellern ( hauptsächlich Mozilla und Opera ) die an der Entwicklung von Technologien interessiert sind, die es erlauben Anwendungen für das WWW zu entwickeln. Der Fokus liegt hierbei eindeutig bei Technologien die in Webbrowsern implementiert oder von Ihnen interpretiert werden.
Die Arbeitsgruppe zielt darauf ab, ihre Entwicklungen einfacher abbilden zu können, als dies bisher Ihrer Meinung nach durch die Spezifikationen das W3C geschehen ist. Die Diskussion ob HTML oder XHTML zeigt, dass es auch bei den Entwicklern unterschiedliche Meinungen bezüglich der Markupsprache gibt. In einer sehr interessanten zweiteiligen Serie beschreibt der Autor Edd Dumbill die Ziele der WHAT WG in Bezug auf HTML 5 und die des W3C in Sachen XHTML 2.0. Die Spezifikationen der WHAT WG zielen unter anderem darauf, einige der Arbeiten des W3C zu überarbeiten und gerade in Sachen Semantik mehr Änderungen vorzunehmen. Die Spezifikationen „Web Applications 1.0“ und „Web Forms 2.0“ ( setzt auf dem Form Chapter von HTML 4 auf) beruhen unter anderem auf HTML 4.01 bzw. XHTML 1.0. Dazu gehören unter anderem Sektionselemente wie nav, footer oder aside. Um nur einige Beispiele zu nennen. Die WHAT WG geht somit einen anderen Weg als das W3C, welches mit XHTML 2.0 eine der einschneidendsten Veränderungen in Sachen HTML der letzten Jahre vornimmt bzw. vorgenommen hat.
XHTML 2.0 wird nahezu oder vollständig inkompatibel zu den vorherigen XHTML-Standards (Versionen 1.0 und 1.1) sein, da die Spezifikation konsequent an XML anlehnt ist.
Der aktuelle Working Draft des W3C bezüglich XHTML 2.0 ist nicht final, aber er wird für mehr Logik und Flexibilität innerhalb der Dokumente sorgen ( was nicht bedeutet, dass der Entwurf der WHAT WG dies nicht tut ). Da seitens des W3C bei XHTML 2.0 bspw. bewusst auf die Transitional Variante verzichtet wird ( die in Sachen Validität so manchen Fehler durchgehen lässt im Vergleich zur Strict Variante ), hängt in Zukunft vieles von den Browserherstellern ab. Denn in den Vorstellungen des W3C und ihrer Spezifikation soll jeder Browser XHTML 2.0, inklusive XML Events und XForms korrekt interpretieren können.
Und genau dort liegt einer der Hauptgründe der Aktivität der WHAT WG. Abwärtskompatibilität! Sie sind der Meinung, dass Applikationen und neue Standards die den Browser mit dem höchsten Marktanteil unterstützen, keine Chance haben werden sich erfolgreich durchsetzen zu können ohne darauf einzugehen. Auch wenn die zahlreichen IE Neider oder wie man sie auch nennen möchte, dies nicht gern lesen, bin ich in diesem Fall absolut der Meinung der WHAT WG. Sicherlich wird sich der IE weiterentwickeln, dafür werden die Redmonder schon sorgen, aber die angesprochenen Abwärtskompatibilität muss im Sinne der Internetnutzer gewährleistet sein.
XHTML 2.0 wird nahezu oder vollständig inkompatibel zu den vorherigen XHTML-Standards (Versionen 1.0 und 1.1) sein, da die Spezifikation konsequent an XML anlehnt ist. Ergänzt wird er u.a. von den Modulen XForms und XFrames. Die Abwärtskompatibilität wäre damit nicht mehr gewährleistet, im Vergleich zu HTML 5. Ich möchte hier kein Wertung bezüglich einer der Markupsprachen von mir geben, sondern eher folgende Frage in den Raum stellen.
Wie weit sollte Abwärtskompatibilität gehen?
Ich denke, XHTML 1.0 oder 1.1 steht in dieser Hinsicht vor weniger Problemen als es XHTML 2.0 tun würde. Sicherlich wird der ein oder andere denken: Hey, bis das soweit ist, wird noch eine Menge Wasser den Rhein oder für uns Berliner die Spree hinunterlaufen ;o) Im Sinne aller User des WWW sollte man nicht zwei verschiedene Wege einschlagen. Auch wenn die WHAT WG betont mit dem W3C zusammen zu arbeiten, zielen viele ihrer Arbeiten auf Änderungen bestehender Recommendations hin, an denen sich die Webentwickler orientieren und halten, wenn sie den Webstandards entsprechend entwickeln.















31 Jan 2006, 14:18
Im Sinne aller User des WWW sollte man nicht zwei verschiedene Wege einschlagen.Der Meinung bin ich auch. Die sollten lieber mal zusammensitzen, reden und was gescheites basteln. Warum nicht XHTML 5.0? ;-) Man sollte das beste aus beidem vereinen und dann als neue Empfehlung verabschieden.
Btw: Wieso reden eigentlich immer alle von Abwärtskompatibilität? Wenn die Browser (und damit meine ich leider natürlich vor allem den IE) XHTML 2.0 erstmal unterstützen, gibt es ja keine Probleme, der Browser sieht ja an der DTD, um welche (X)HTML-Version es sich handelt. Und da der IE als solches schon kein "richtiges" XHTML unterstützt (auch nicht 1.0 oder 1.1), sehe ich da eigentlich keinen Negativpunkt für den Entwurf des W3C.
Vielen Dank für den interessanten Artikel! Allein schon die Überschrift sollte jedem, der sich auch nur ansatzweise für dieses Thema interessiert, sehr zu denken geben -- und insbesondere natürlich den beiden Hauptakteuren, der WHAT WG und dem W3C.
Danke erstmal für die gelungene Recherche.
Nun versuchen also 2 Gremien eine neuen Lingua Franka für das www zu erfinden. Die einen (w3c) in einem "von der UN völkerrechlich anerkannten Status", die anderen die "Neuen (alten) Wilden". Wer die bisherige Entwicklung von Browser mitverfolgt hat, weiß dass sich die Implementierung mal näher, mal weiter an die Standards des W3C anlehnt.
Im Moment (laut der Studie Google´s) sind die meisten Seiten HTML3.2 (default doctype bei den meist-verbreitesten Browsern im Quirks-Mode). Also immer ruhig mit den jungen Pferden und erstmal warten bis mindestens 50% der kommerziellen/offiziellen Seiten den Sprung auf valides HTML4.01 transitional oder XHTML geschafft haben?
Ich schweife ab, zurück zum Thema.
Warum sollte es nicht 2! neue doctypes für die Zukunft geben? Bald werden die Browser (hoffentlich auch IE7) ohne Probleme XML verstehen und darstellen (vor allem) können. Dann können die einen damit tolle Sachen machen und für die anderen ein aufgebohrtes HTML auf SGML - Basis. Am besten mit HTML-Tags die grundlegende Funktionen von CSS übernehmen können.
Solange >85% der Browser beides darstellen können, und vor allem nach den jeweiligen Standards, würd ich mich freuen.
Dann baut Dreamweaver eben XHTML2, und Frontpage HTML5, aber IE7 zeigt beides korrekt an und FF2.0 auch. Und als echter Webentwickler hat man die Freiheit, sich entweder auf das eine oder andere zu spezialisieren, oder den für das jeweilige Projekt besseren Dokumententyp zu nehmen.
Benzin und Diesel funktioniert auch gut nebeneinander.
01 Feb 2006, 07:10
Ich begrüsse beides, aber leider sehe ich hier das Problem mit der Abwärtskompatibilität. Es gibt immernoch zuviele Leute die in ihren "tollkühnen" Kisten durchs Web sausen und nicht im Traum daran denken neue Software zu installieren.
Ich habe in Bezug auf XHTML2 einen interessanten Artikel zum OBJECT Markup gelesen, der in XHTML2 das IMG Tag ersetzen soll. In Internet Explorer 6 gibt es dort einige Probleme, da IE das OBJECT Tag damals sich einfach für ActiveX unter den Nagel gerissen hat.
Wenn also eine XHTML2 Seite das OBJECT bentutz, aber der IE Benutzer (sind immernoch mehr als die Hälfte aller Surfer) sein ActiveX "verständlicher Weise" deaktiviert hat, wird er die XHTML2 Seite nicht benutzen können. Das ist nur eine Geschichte..
Ich glaube das XHTML2 & HTML5 ein schleichender Prozess sein wird, falls es sich überhaupt durchsetzt.. SVG ist auch toll und kaum ein Browser interessierts...
Solange noch soviele Leute sich an alte Browser klammern, nützt auch der beste DocType nichts. Ich persönlich begrüsse zwar die beiden Spezifikationen aber ich glaube das es mehr Sinn macht die Leute erstmal auf einen Standard zu bringen (was ja langsam passiert), als einen komlett neuen zu erfinden, denn sonst wird das alles wieder nur ein "yet another spec" ..
02 Feb 2006, 18:19
Hallo,
[ironie]Es hätte ja nicht besser kommen können.[/ironie]
Wenn jetzt auch noch zwei Institutionen konkurrieren, haben wir genau das, was niemand will. Das wäre doch wie eine zweite ISO-Norm.
IMHO ist HTML5.0 ein Schritt in die falsche Richtung.
Liebe Grüße
Alex
03 Feb 2006, 18:45
Die fehlende Abwärtskompatibilität von XHTML 2.0 ist ein sehr kritischer Faktor. Verständnis dafür hatte ich noch nie und kann das auch nicht nachvollziehen. Denn an sich bringt Version 2 viele Besserungen mit sich. Wobei man immer bremsen sollte. Es ist ja noch nicht mal eine unkomplizierte flächendeckende Unterstützung von XHTML 1 da.
Die Rückwärtskompatibilität zu XHTML 1 und HTML 4.01 hat HTML5 der anderen Alternative XHTML 2 voraus.
Oder man setzt sich zusammen und kombiniert beides.
Aber ein paar Jährchen werden wohl noch vergehen.
16 Feb 2006, 18:57
Guter Artikel.
Eine längerfristige Zweigleisigkeit der beiden Institutionen wäre in meinen Augen fatal. Zwei Köche müssen nicht automatisch den Brei verderben, aber in diesem Fall kann mir nicht vorstellen, daß z.B. eine Browser-Unterstützung beider »Standards« produktiv wäre. Dabei denke ich immer an die 90er Jahre und die Implementierung verschiedener, hauseigener Elemente von MS und Netscape. Es hat Jahre gedauert, diese Krux einigermaßen wieder loszuwerden. Im Augenblick vertraue ich erst mal darauf, daß diese Aussage der WHAT WG:
The technical work is currently focused on developing the specifications to levels appropriate for the W3C Last Call stage.
zutrifft und sie eher den Weg wählt, aktiv an der endgültigen Fassung von XHTML 2.0 mitzuarbeiten.
Letzten Endes finde ich es trotz allem erstaunlich, daß ausgerechnet Hickson/Opera und Mozilla, die erfreulicher Weise zwei weitestgehend standard-kompatible Browser entwickelt haben, nun diesen Weg einschlagen. Sollten sie allerdings wirklich »ernst« machen, befinden sie sich als Browserhersteller natürlich in einer vorzüglichen Position um das durchzusetzen.
Na ja, auch wenns schwer fällt: die Realität sieht tatsächlich so aus, daß HTML 3.2 und IE 5/5.5 noch Tagesgeschäft sind und deswegen kann nur in kleinen Schritten versucht werden, erst mal XHTML gesellschaftstauglich zu machen. Zum einen wäre da ein XML-Parser im IE ein großer Schritt, der ja leider im 7er nicht kommt, aber zumindest für später angekündigt ist. Ein anderer Punkt wäre, daß die (großen) Web-Editoren (Dreamweaver & Co.) ihre Standardvorlagen auf XHTML umstellen. Wäre ein kleiner Schritt momentan, aber das würde nachhaltig sicherlich was bringen.
Um an den Titel anzuknüpfen, ich bin für: »XHTML 2.0 incl. HTML 5«
Wenns denn sein muß. ;-)
Was die meisten nicht verstehen ist daß die What WG mit (X)Html5 die Funktionalität der Browser erweitern will. Während die Bremser der W3C group immer nur darüber nachdenken, wie man TEXT formattieren kann (ich sage nur : text-align), sehen die Browserhersteller, daß Webseiten eigentlich interaktiv sind.
Gegenwärtig läßt sich die Interaktivität nur mit allerhand Verrenkungen über Javascript/CSS in Xhtml herstellen. Wer diese Hürden schafft und dabei noch den w3C Standards entsprechen kann ist natürlich stolz drauf - aber auch in Angst vor Veränderungen.
Die What WG will dem Developer die Arbeit leichter machen, z.B. was Form Validation betrifft. Das ist ein Ding das ich gerne 1999 in einer standartisierten Entwicklung von HTML gesehen hätte. Aber die W3C group glaubt ja immer noch, daß man auf dem Web nur mit Hyperlinked Text arbeitet. Noch eines. HTML ist wild gewachsen, die SGML recommendation der W3C group war nämlich nicht brauchbar, so wie die jetzigen Standards sehr limitierend sind. Ohne diesen Wildwuchs und dem Browserkrieg der 90ziger würde das Web nicht so sein wie es jetzt ist, oder einfach gesagt gar nicht diese Verbreitung gefunden haben. Die W3C group hat wenig oder nichts Neues zu den entwickelten Standards hinzugefügt, die wollen XML als Standard seit über 10 Jahren. Wer schon mal mit XML gearbeitet hat, weiß daß einfaches Publizieren damit nicht mehr möglich ist. Deshalb ist HTML weiter am Leben, reduziert als XHTML auf Krücken eines unflexiblen CSS.
So Leute - nicht gegen den Fortschritt stellen, sondern erstmal lesen was man sich da vergibt.
20 Jul 2008, 13:33
Das Problem sind nicht die Neuerungen in den Standarts. Sondern die mangelnde Implementierun in den benützten Browsern. Der Ewige kampf der Redmonter die alleinige Herrschaft im Internet und den Consumer-PC's und somit ihrem Betriebssystem zu erlangen leidet eine vernünftige kooperation. Da microsoft nicht wirklich entwickelt sondern auf viele ältere bibliothekensammlungen zurückgreift sind deren Produkte rückständig. das war und wird auch bei dem internetexplorer von Microsoft der Fall sein. Und genau da haben auch das W3C und ie What WG ihre probleme.
Anstelle einen vernünftigen und kompatiblen Standart zu entwickeln, werden immer wieder nur Interessen einiger Herstellen verfolgt.
Vieles an Interaktivität lässt sich mit CSS und zusätzlich Javascript oder PhP lösen was gestandene Webentwickler immer noch nicht festgestellt haben.
Graphische effekte lassen sich alleine nur über CSS realisieren. Doch Dreamweaver und co bieten dies nicht. Nur wer im Quellcode arbeiten kann und die CSS von hand im Editor erstellt hat in verbindung mit kreativität die möglichkeit sehr vieles zu realisieren, so dass kein Javascript von nöten ist.
Wen ich an die möglichkeiten der Layertechnik denke braucht es kein HTML 5 oder XHTML2 sondern eine weiterentwickling zu CSS3....