Validität ist nicht alles!
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Webdevelopment
- 30 Jul, 2007
Twittern - Kommentare (14)
Ein nicht unverkennbarer Trend in letzter Zeit, zeigt auf das viele Web-Entwickler Wert auf fehlerfreien Quellcode im Sinne barrierefreier Webanwendungen legen. Ein Ziel das sicherlich erstrebenswert ist, aber ein valider Code sollte nicht das alleinige Ziel sein. Auch ein Web-Design basierend auf einem Tabellenlayout kann beispielsweise valide sein, womit unterstrichen wäre das fehlerfreier Quellcode allein nicht wirklich aussagekräftig ist.
Beim Umsetzen von Webanwendungen sollte strukturell und kreativ gedacht werden und nicht einfach nur ein Entwurf abgebildet werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Webseite, trotz so manch visuell integrierter Raffinessen, immer noch ein Dokument ist. Diese Dokumente sind, weil die Menschen es mit erlernten Informationen und Wissen schon immer so gehandhabt haben, inhaltlich strukturiert. Die wenigsten von uns wird es daher überraschen, das eben diese Informationen sei es Text, Ton oder Bild, immer eine bestimmte Bedeutung besitzen. Im alltäglichen Leben verleihen wir unseren Worten oft genug den entsprechenden Ausdruck, mit Inhalten eines Webdokumentes wird stattdessen weniger ausdrucks- oder bedeutungsvoll umgegangen. Daher ist die Entwicklung von Tabellenlayouts hin zur Trennung von Inhalt und Layout sicherlich ein empfehlenswerter Weg, die Bedeutung und Verarbeitung der Inhalte darf hierbei aber nicht auf der Strecke bleiben.
Im alltäglichen Leben verleihen wir unseren Worten oft genug den entsprechenden Ausdruck, mit Inhalten eines Webdokumentes wird stattdessen weniger ausdrucks- oder bedeutungsvoll umgegangen.
Es macht keinen grossen Sinn, wenn der Quellcode valide ist, aber bspw. eine verwendete Auflistung nur dank zahlreicher Umbrüche oder Absätze erzeugt wird oder Überschriften nicht als solche ausgezeichnet werden.
Validität bei Projekten ist unbestreitbar wichtig, aber leider wird ihr oft mehr Bedeutung beigemessen als der Bedeutung des eigentlichen Inhaltes. Mit der Auszeichnung semantischen Markups kann neben der Maschinenlesbarkeit auch der Nutzen des Users verbessert werden. Denn solch ausgezeichnete Informationen können u.a. Plattformübergreifend übertragen und genutzt werden können. Als praxisnahe Anwendungsbeispiele können hierfür bspw. die Mikroformate und ihren vielfältigen Möglichkeiten erwähnt werden. Webseiteninhalte haben immer eine gewisse Bedeutung die sich einerseits aus dem geschriebenen Wort, der Struktur einer Dokumentes ( Webseite ) und bspw. einer bestimmten Funktion die zu erfüllen ist, herauskristallisiert. Wenn solche Punkte zusätzlich zur fehlerfreien Umsetzung berücksichtigt werden, kann der daraus resultierende Nutzen für alle grösser sein.















30 Jul 2007, 09:50
Generell ist es richtig und wichtig, dass der Trend zur Validität von Webseiten geht. Wo ich dir aber nicht zustimme, ist dass ein auf Tabellen basiertes Layout trotzdem Wert auf fehlerfreien Quellcode im Sinne barrierefreier Webanwendungenlegen kann. Denn wie du später im Artikel selber schreibst ist jedes Element mi einer bestimmten Logik verknüpft. Für Tabellen ist das nun mal die Abbildung von tabellarischen Daten. Wenn ich also meine Website in Zellen aufteile, dann wird der Screenreader zum Beispiel die Website etwa spaltenweise ODER zeilenweise vorlesen, je nachdem in welchem Modus er sich befindet. Das ist ganz offensichtlich eine Barriere.
30 Jul 2007, 10:13
@Florian: Es wurde nicht mit einem Wort geschrieben das ein Tabellenlayout im Sinne der Barrierefreiheit ist, sondern das ein Tabellenlayout valide sein kann. Wie im ersten Absatz beschrieben wurde, ist dieses Tabellen-Beispiel nur deshalb aufgeführt worden, um aufzuzeigen das Validität allein nicht wirklich aussagekräftig ist.
30 Jul 2007, 10:24
Daher ist die Entwicklung von Tabellenlayouts hin zur Trennung von Inhalt und Layout sicherlich ein empfehlenswerter Weg, die Bedeutung und Verarbeitung der Inhalte darf hierbei aber nicht auf der Strecke bleiben.
dann ergibt dieser satz, so aber nicht besonders viel sinn. wie kann den ein tabellenlayout ein empfehlenswerter Weg sein? sicherlich meintest du das anders.
30 Jul 2007, 10:25
hebt doch mal zitate in kommentaren ein bisschen hervro, ist schöner für die optik.
30 Jul 2007, 10:37
@Marten: Wie du so schön zitiert hast, steht dort: Daher ist die Entwicklung von Tabellenlayouts hin zur Trennung von Inhalt und Layout sicherlich ein empfehlenswerter Weg,... Empfehlenswert ist die Entwicklung von den Tabellenlayouts hin zur Trennung von Content und Layout. Also nicht die Tabellenlayouts sind empfehlenswert, sondern die Entwicklung die vollzogen wird hin zu tabellenlosen Layouts ( Trennung von Content und Layout ). Wenn der Text kopiert wird steht er als Text im Kommentar, wenn dieser aber entsprechend ausgezeichnet wird, wird er dementsprechend dargestellt je nach dem wie du es möchtest.
30 Jul 2007, 11:22
Schöner Artikel, sehr richtig. Aber eine Frage hätte ich: Gibt es einen handfesten Beleg für den „Trend zur Validität“?
Mein subjektiver Eindruck wäre eigentlich ein anderer gewesen. Wenn ich mich mal ziellos durch das Internet treiben lasse, zeigt mir die Validator-Extension in meiner Statusbar fast durchgehend schwerste HTML-Verbrechen an.
Ich hätte spontan gesagt, dass sich bis auf ein paar Webdesign-Blogs und eine Handvoll ZwoNullStartups noch immer kaum jemand für Validität interessiert. Nachrichtenpages, Unternehmen, Frontpage-Privatseiten, nichts kommt ohne 100+ Fehler aus.
Oder täusche ich mich?
30 Jul 2007, 11:30
@Peter: Bei ausreichend Zeit wird eine Liste erstellt ;o)
30 Jul 2007, 18:33
ok, so ergibt das mehr sinn. eindeutig mal falsch verstanden.
31 Jul 2007, 10:29
Ich bin auch der Meinung, dass Validität nicht alles ist. Man kann ein furchtbar unbrauchbares Layout (winzige rote Schrift auf schwarzem Hintergrund, etc.) valide umsetzen und doch ist es benutzerunfreundlich und voller Barrieren.
Noch mehr gilt das für Inhalte. Selbst eine Website mit validem Layout, das dem Auge schmeichelt und unter Usabilitygesichtspunkten überzeugt, kann Dank unfähiger Redakteure für den Benutzer wertlos sein.
Insofern nerven mich die Webdesign-Kreuzritter, die bei größtenteils überzeugenden Websites schreien "Ihhh, valididiert nicht, weil ein <strong></strong>-Tag ohne Inhalt ist"...
01 Aug 2007, 15:45
Ich habe das falsch verstanden. Wollte hier nicht für Aufregung sorgen.
01 Aug 2007, 16:13
@Florian: Nicht doch Florian, hier ist niemand aufgeregt. Alles ganz entspannt ;o)
08 Sep 2008, 16:16
Hallo zusammen,
ich finde den Beitrag super und er verdeutlicht auch sehr gut, worum es in der heutigen Zeit, vorallem bei einigen vielen Agenturen geht: Quantität.
Die Tabellennutzung für Layouts sollte aber mittlerweile wohl kaum noch genutzt werden. Auf meinem täglichen Browserritt durch das Netz stoße ich nur noch selten auf selche Seiten, wobei einige von den Übeltätern und Semantikschändern wohl noch aus älteren Zeiten stammen.
Ich finde eine korrekte Semantik sehr wichtig und lege auch viel Wert auch Trennung zwischen Markup und Stilisierung. Ebenso wichtig ist natürlich auch der Inhalt und leider auch die Rücksichtnahme auf ältere Browsergenerationen. Letzteres ist ärgerlicherweise auch mit viel Aufwand verbunden, aber was will man denn machen, wenn ein Großteil der Kunden noch einen IE6 verwendet?
EIn ebenso interessanter und wichtiger Denkanstoß: Wie hätte man denn gerne die Ausgabe auf einem mobilen Endgerät und einem Drucker? Ohja, wir sehen alle, dass das Gesamtpaket in Wirklichkeit um ein Vielfaches größer ist, als man vorab denkt :)
Naja, Webstandard hat man immer ein bisschen riesig gemacht, aber du hast voll Recht! Es gibt mehr als Validität!
Eins sollte man nicht vergessen: Validität kann auch eine wichtige Voraussetzung für Barrierefreiheit sein. Sicherlich zerlegt nicht jeder Fehler gleich die Barrierefreiheit, aber wenn beispielweise Tags nicht geschlossen werden und dadurch die korrekte Intonierung beim Vorlesen verlorengeht, baut das Barrieren auf. Was jedoch absolut richtig ist, ist die Aussage des Artikels, daß hier die korrekte semantische Verwendung von Tags noch viel wichtiger ist. Letzteres gilt übrigens auch für Suchmaschinen. Bei denen spielt Validität, außer bei völlig kaputtem, unlesbarem Code, überhaupt keine Rolle, Semantik dafür umso mehr.
Ich achte daher auf beides gleichermaßen, wobei die Tatsache, daß ich auf Validität Wert lege, für mich vor allem strukturelle Gründe hat. Ein valides HTML-Dokument ist in meinen Augen einfach besser schreibbar, besser lesbar und auch lange Zeit später noch besser wartbar. Nebenbei habe ich das Gefühl, daß valide Dokumente deutlich aufwärtskompatibler sind, weil sich die Browserhersteller doch verstärkt um Einhaltung der W3C-Richtlinien bemühen.