JavaScript als Rettungsanker für Webdesign?

Das Standards manchmal eine Weile benötigen und offiziell anerkannt zu werden, ist bekannt und nun wirklich nichts Neues. Insbesondere die Entwicklung von CSS bzw. deren Unterstützung in den Browsern wird zunehmend besser. Zwar langsam, aber stetig. Aber ganz ehrlich, warum sollen wir nun auf einmal damit anfangen, Inkompatibilitäten von CSS mit Hilfe von JavaScript zu lösen. Dieser Vorschlag kommt von Eric Meyer, einer der Größen in Sachen CSS. OK, Anwendungsbeispiele wie die Darstellung alpha-transparenter PNG-Grafiken, werden auch bei uns auf diese Weise realisiert. Aber CSS3 Eigenschaften bspw. für den IE6 möglich zu machen, ist wirklich ein wenig viel des Guten.

So why not write JS to implement multiple background-image support in all browsers?

Wir haben uns dazu entschlossen, den IE-Nutzern einen andere Darstellung des Header-Bereiches zu präsentieren. Ausschließlich mit CSS umgesetzt, bekommen alle "Nicht-IE-Browser-Nutzer" (85% aller Besucher dieses Blogs ) folgende Darstellung.Webstandardblog für Firefox, Opera und Co.

Die Nutzer des IE bekommen dagegen diese Darstellung. Wir haben uns zu diesem zugegebenermaßen dezenten Schritt entschlossen, da wir der Meinung das es nötig ist, auf Inkompatibilitäten in Sachen Standards aufmerksam zu machen. Man soll ruhig, wissen das nicht alle Browser von Haus aus Standards im selben Maße unterstützen. Diese fehlenden Fähigkeiten einzelner Browser durch JavaScript zu lösen, ist unserer Meinung nicht der der richtige Weg.Webstandardblog für Internet-Explorer

Auch den Machern von trilodge.de stösst dieses Thema in ihrem aktuellen Artikel "Ist denn der erste April?", mehr als negativ auf. Wie ist Eure Meinung zu diesem Thema? Sollte man JavaScript als Allheilmittel sehen und so einsetzen, dass auch der letzte Browser identische Darstellungen via CSS liefern kann?

  1. Tobi
    27 Okt 2008, 10:05

    Ich kann das gut verstehen, dass viele nach alternativen Möglichkeiten suchen die Schwächen der Microsoft Browser auszubügeln. Ich greife auch auf die png JS Lösung zurück und für meine privaten Projekte habe ich kein Problem IE6 Benutzer weniger schöne Seiten zu präsentieren, die eben in der Usability nicht ideal sind. Eine selbstbewusstere Webgemeinde, die auf eine IE6 Unterstützung komplett verzichten würde, würde solche Anwender zwingen endlich umzusteigen. Bei dem Sprung von PHP4 auf 5 zeigt sich ja ein ähnliches Problem.

    Grüße
    Tobi


  2. Enrico Reinsdorf
    27 Okt 2008, 10:22

    Auch ich bin der Meinung das eine Website nicht in jedem Browser gleich aussehen muss. Jeder Browser hat seine Eigenheiten, die posotiv und negativ sein können. Jeder Benutzer möchte vielleicht seine Features seines Browser gern genutzt sehen - also warum ihn dann nicht auch die Features geben.
    Ich glaube: ein Benutzer des IE6 stört es nicht wenn er etwas nicht so dargestellt bekommt wie in anderen Browser. Er wird es wahrscheinlich nicht mal vermissen, da er es ja niemals sehen wird. Ein ähnichen Vergleich gebe ich in meinen Seminare mit neuen und alten Haushaltsgeräten, ich weiß der Vergleich hinkt etwas. Aber auch da ist die Funktionsvielfalt anders und beide Geräte werden genutzt.


  3. Markus
    27 Okt 2008, 10:30

    Auch ich verwende auf meiner Seite JS, um den IE zu einer Darstellung zu bringen, die der in modernen Browsern ähnlicher wird.
    Vom ursprünglichen Plan, den IE völlig zu ignorieren, wie MS lange Zeit Standards ignoriert hat, bin ich wieder abgekommen, weil nicht jedem Nutzer diese Problematik bekannt ist. Das führt dann möglicherweise dazu, dass man den Macher der Seite für fehlerhafte Darstellung verantwortlich macht, und das macht keinen guten Eindruck.

    Wenn allerdings ein IE6 Nutzer ohne JS daher kommt, bin ich so frei, ihn drauf aufmerksam zu machen, dass er sich einen anständigen Browser besorgen soll. Irgendwo hört die Toleranz ja auf.


  4. Siegfried
    27 Okt 2008, 10:43

    Manueller Pingback: http://www.rorkvell.de/news/2008/Der_grosse_Gleichmacher


  5. Millus
    27 Okt 2008, 10:50

    Ich konzentriere mich auf eine Firefox Optimierung. Wichtig ist für mich nur, dass der Inhalt zu lesen ist, egal ob jetzt ein Layoutelement bei einigen Webbrowers falsch oder eher gesagt anders dargestellt wird. Im Leben kann man es nicht allen zurecht machen und wenn die Layouts und der Content komplizierter und verspielter wird muss man manchmal sowas im Kauf nehmen. Ich mach mir deswegen kein Stress.
    Wichtig ist für nur der Content und das er lesbar ist.


  6. John
    27 Okt 2008, 12:48

    Mich nervt diese JavaScriptomanie auch langsam. Durch Web 2.0 und AJAX sind heute schon viel zu viele Seiten bei deaktiviertem oder gar nicht vorhandenem JS nicht nutzbar. Und jetzt empfiehlt einer der CSS-Entwickler, doch verstärkt auf JavaScript zu setzen.

    Na ja, vielleicht ist das die Zukunft: ein reines JavaScript- oder Flash-Internet. Klingt momentan komisch, aber who knows.

    Das Problem liegt wohl darin begründet, dass eine zunehmende Anzahl an Webdesignern die Entwicklung der W3C-Standards als zu langsam empfindet und selbst wenn sie verabschiedet sind, lassen sie sich nicht umsetzen (Stichwort: IE). Die verstärkte Auslagerung auf JavaScript soll dieses Manko ausgleichen. Und irgendwann ist JavaScript dann auch zu altbacken und wir gestalten gleich alle Webseiten mit Flash.


  7. Manuel 27 Okt 2008, 12:52

    Mittlerweile bin ich soweit, dass ich bei privaten Projekten den IE6 und abwärts mit einer Meldung abfange.

    Es kann nicht Sinn sein, dass wir Gestalter dazu gezwungen werden, den Fortschritt und die Verbesserung zu stoppen, indem wir den Betrachtern sagen "Mit deinem Brwser ist alles in Ordnung".
    Den genau das tun wir, wenn wir mit allen Mitteln im Hintergrund hantieren, und jeder die "richtige" Darstellung serviert bekommt.
    Das ist der falsche Weg!


  8. Ben 27 Okt 2008, 14:40

    Es gibt ja schon Projekte gleicher Natur, wo mittels JavaScript viele Fehler des IE ausgebügelt werden. Ich halte das nicht für die schlechteste Alternative. Im Zeitalter von Web 2.0 ist es doch inzwischen fast unmöglich mit deaktiviertem JS, Seiten noch anständig zu betrachten und zu bedienen, auch das finde ich nicht sonderlich schlimm. Über Flash wurde auch immer gejammert, das Benutzer ohne Plugin nichts anschauen könnten. Ein paar Jahre später ist es undenkbar sich im Netz ohne Flashplugin aufzuhalten, gleiches gilt doch irgendwo für JS.

    Wo liegt der Unterschied, ob ich nun einem Benutzer eine Seite für den IE6 fast gar nicht zugänglich mache, weil Zeit und Geld für die Optimierung fehlt, oder ob ich ein JavaScript verwende. Ein IE6 der kein JS aktiviert hat ist doch ein Krüppel, denn der Browser kann doch dann gar nichts mehr.

    Zumal ich das Hick-Hack eh nicht verstehe. Eine Seite für den IE6 zu Bugfixen geht doch nach dem zweiten mal so verdammt schnell. Das meiste ist doch nur float/margin=display:inline; und kleinere Anpassungen, alles in allem ein Tag - den sollte man für eine anständige Seite schon irgendwie einplanen können.

    Einem .png Transparenz via JS zu ermöglichen ist okay, aber das BM zu fixen und diverse Funktionen nachzurüsten, die Transparenz ist ja gleiches, aber nicht ?
    Irgendwie ein Widerspruch.


  9. Carino 27 Okt 2008, 14:47

    Sehe es genauso, am Ende ist der Kunde König oder er ist nicht mehr der Kunde. Es gibt ja sogar wahnsinnige die 5.5 optimieren. Zugegebenermaßen checke ich die anderen Browser auch ab, aber optimiere in erster Linie für IE7 & FF.

    Das mit der abfangenden Meldung (vielleicht sogar mit einem Link auf entsprechende Seite verlinkt) ist eine tolle Idee für private Seiten, jedoch ein Kunde wird darüber herzlich wenig lachen können.


  10. Jeena Paradies
    27 Okt 2008, 21:45

    Zwar müssen nicht alle Webseiten in allen Browsern gleich aussehen, aber was spricht denn wirklich dagegen da ein bisschen mit JavaScript nachzuhelfen? Vor allem wenn das ganze ja dann dennoch ohne JavaScript benutzbar bleibt.


  11. Robert Hartl
    27 Okt 2008, 23:41

    Ich denke, die Zielgruppe sowie der Zweck einer Webseite sind letztendlich immer ausschlaggebend. Das muss man dann vom Einzelfall her betrachten. Dennoch ist ein exakt gleiches oder vergleichbares Design meines Erachten nicht zwingend. Das obige Beispiel wäre für mich absolut in Ordnung.
    Aus meiner Sicht dürften auch generell für eine Vielzahl von IE6_benutzern Webseiten etwas "komisch" aussehen. Tendenziell wird also weniger Zeit für Microsofts Egotrip aufwänden (wohl mit ä nach neuer Rechtschreibung) müssen.


  12. Ben 28 Okt 2008, 03:15

    Nun ja, vom gleich aussehen kann in vielen Fällen gar nicht die Rede sein. Wenn ich heute jede :hover Grafik via position verschiebe, dann müsste ich für alle .li wieder neue Grafiken erstellen, also bekommt der IE6 Nutzer eine Farbe und keine Grafik oder nur eine Grafik ohne Hover-Status.

    Im Grunde genommen kann ich das großartige Geplörre aber nicht mehr hören. Die Kreativen dieses Genres sind doch selbst schuld, das wir an jede Seite noch 8 Stunden IE6 Bugfixing hängen müssen, da hätte man früher und als "gemeinsame" Kraft auftreten müssen und den IE6 generell aussperren. Diverse Projekte gab es ja, gescheitert an der, erneut, nicht einigen Webdeveloper-Masse.

    Zugegeben, wenn der Kunde auf einen IE6 besteht, dann kann man da nicht viel machen, aber dann sollte es zumindestens auch bezahlt werden. Ich hänge das überall an, das eine Optimierung für veraltete Browser eben Zeit gleich Geld kostet. Man ist erstaunt wieviele Herren sich dann auf einmal dazu aufraffen die IE6 Benutzer mit einem Verweis abzuspeisen. Nur wenn man nicht mal fähig ist beim Kunden zu monieren, das dieser Aufwand auch entsprechend entlohnt werden muss, ja dann darf ich aber nicht anfangen zu jammern.

    Inzwischen finde ich den IE6 gar nicht mehr so rattig, das Bugfixing geht doch relativ schnell von der Hand und es ist mir dahingehend auch egal ob der IE6 Client letztendlich 20 KB mehr CSS laden muss. Viel schlimmer finde ich aktuell die Entwicklung der verschiedenen JS Frameworks, die fast überall vorkommen und nicht mehr weg zu denken sind. MT wirft fehler wenn jQuery gleichzeitig eingesetzt wird. Dieses gibts nur hier, jenes nur dort. Ich verbringe mehr Zeit im Firebug unter JS Debuggin als mit dem IE6 und seinen CSS Marotten.


  13. Thor 28 Okt 2008, 12:18

    @ Ben

    wieso musst du zwei JS Frameworks parallel benutzen?
    Was hat das eine, was du bei dem andere brauchst!

    Aber trotzdem sehr interessante Diskussion!
    Da bei meinem Projekten bereits JS involviert wark, hab ich auch minimale Anpassungen bereits in die JS integriert. Ohne JS würde die Applikationen ohnehin nicht auf der Website funktionieren!

    Aber nun ja die Alternative "lt IE6" :-)


  14. Ben 28 Okt 2008, 14:25

    @Thor,
    nun ja - bei kleinen Projekten tritt das selten auf, da hast du recht. Ich habe momentan so ein Monsterprojekt kurz vor dem Schluss und dort treffen viele Komponenten aufeinander. Problem ist, neben mir liefern noch zwei weitere Developer Handgefertigte Extensions, die aber schon vor dem eigentlichen Start des "Re-Design" dieses Projektes mit Ihren Arbeiten begonnen haben. Nun hat der eine auf jQuery und der andere auf MT entwickelt. Eigentlich Doof - aber was willste machen. Um das ganze auf ein JS FW zu bringen, dazu fehlt dem Kunden die Kohle.


  15. Peter
    31 Okt 2008, 18:39

    Also ich stimme Florian zu.

    Warum umständlich mit JavaScript nach Lösungen suchen? Eine Seite muss nicht gleich aussehen, 99% reichen aus :-) Und die schafft man schon mit einigen Tricks.

    Trotzdem CSS bereitet mir als Webdesigner sehr oft Kopfzerbrechen aber ohne wäre es noch viel schlimmer.


  16. Christian
    15 Feb 2009, 10:41

    Solange der Inhalt stimmt, muss die Seite wirklich nicht gleich aussehen. Man kann doch hier einfach individuell sein. Natürlich mag es für manche sehr nervig und auch ärgerlich sein, wenn sie sich sehr viel Mühe mit der Seite gegeben haben und dann eben es nicht so dargestellt wird wie sie es möchten, aber ich bin der Meinung, dass man das einfach etwas lockerer sehen müsste. Aber ich glaube, dass es früher oder später darauf hinauslaufen wird, dass alles gleich aussieht.


  17. Marco Schuster
    17 Feb 2009, 16:57

    Ich halt's bei mir so, Designs vom Code her sauber zu halten und möglichst wenig Hacks. Für AJAX hab ich mir was hübsches einfallen lassen: als Attribut bei allen a-Tags die per AJAX laden sollen. Die Funktion returned true bei allen IEs und fehlgeschlagenen AJAX-Loads (AJAX-Objekt nicht verfügbar) => "manuelle" Navigation des Browsers via HREF und false, wenn der AJAX-Load erfolgreich war, also navigiert der Browser nicht zum HREF.


  18. lanyard
    06 Sep 2011, 11:09

    wir wollen unsere webseite neu gestalten. wir werden die hier gefundenen tipps dazu nutzen unsere seite auch optisch etwas aufzupeppen. am schwierigsten ist es jedoch das design auf allen browsern gleich dargestellt zu bekommen


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