Die Finanzkrise macht auch vor Webworkern nicht halt

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Die sich seit Monaten ausbreitende Finanzkrise zieht immer größere Kreise und macht auch nicht vor Webdesignern und Webentwicklern halt. Das große Unternehmen wie Google darauf mit Kündigungen reagieren kommt nicht überraschend, aber auch vor allem freiberuflich tätige Webworker spüren mehr und mehr, dass auch ihre Kunden diese Krise zu spüren bekommen und deshalb ihre ( oftmals bereits geplanten ) Aufträge zurückfahren. Aus Gesprächen mit Webworkern wird deutlich, dass aufgrund der Finanzkrise und den daraus resultierenden Auswirkungen, in letzter Zeit viele Auftragsvolumen zurückgehen und oftmals nur "das Nötige" umgesetzt wird. Da viele Freiberufler diesbezüglich unterschiedliche Arbeitsmethoden bzw. Herangehensweisen haben, fragen wir Euch - Was kann ein Webworker, der in eine solche Situation kommt, tun um seine Existenz zu schützen bzw. die wirtschaftlichen Risiken zu minimieren?

Auch wenn momentan nicht alle Berufssparten im "Bereich Web" davon gleichermaßen betroffen sind, einen geeigneten "Notplan für schlechte Zeiten" zur Hand zu haben, ist vor allem für Freiberufler die nicht nur sich selbst, sondern auch noch eine Familie zu ernähren haben, von existenzieller Bedeutung. Ob diese Krise nun dazu führen wird den Markt bei den Webworkern zu "bereinigen", bleibt fraglich. Denn, ist es nicht so das diejenigen die u.a. steuerliche Abgaben leisten, Miete für ein Büro ausgeben, Software und Hardware erwerben, wesentlich höheren finanziellen Belastungen ausgesetzt sind, als der "Sohn der Nachbarin" oder der Student die für einen Bruchteil arbeiten. Daher sind wir der Meinung das diese, im Vergleich zu den Freiberuflern und "kleineren Selbstständigen", die Krise kaum zu spüren bekommen werden, da sie den Großteil der laufenden Kosten nicht im Nacken haben und daher weiterhin ihre günstigen Preise anbieten können und somit für so manchen Kunden allein aufgrund des finanziellen Aspektes, eine ernstzunehmende Alternative darstellen. Es wird also abzuwarten bleiben, ob diese Krise diesbezüglich überhaupt Auswirkungen haben wird.

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  1. Tobi
    09 Dez 2008, 16:19

    Beunruhigend das zu lesen. Ich hatte immer die stille und unbegründete Hoffnung das die Krise an der IT vorbei geht. Aber es wäre natürlich naiv zu glauben das es wirklich so ist. Eine Empfehlung für Freiberufler hab ich nicht, glaube aber auch das es sehr schwer ist hier Ratschläge zu geben. Bin gespannt was hier so noch kommentiert wird.

    Grüße
    Tobi


  2. Dave
    09 Dez 2008, 16:41

    Hmmm... es ist in der Tat wohl schwieriger geworden. Habe ja auch vor zwei Monaten bei einer Web Bude gearbeitet und dort wurden auch Stellen gestrichen.

    Na ja, seither, arbeite ich als Freelancer, sowohl im Web Bereich wie auch als Musiker. Momentan ist es aber so, dass zumindest hier in der Schweiz, den kleinen Firmen, oder aus Selbständigen gut geht, sogar sehr gut. Diese ganze Krise, trifft viele, aber auch nicht alle. Arbeite da mit jemandem zusammen, der hat unglaublich viele Aufträge und kommt fast nicht nach mit der Arbeit. Das gibt es hier auch.

    Wobei, keine Ahnung wie es weitergeht, kann auch jederzeit kippen. Viele Firmen hier in der Schweiz streichen Stellen.

    Aber den kleinen geht es momentan gut!

    Was man tun soll, wenn es nicht mehr so ist?? Hmm... schwierig zu sagen, ich denke das wird sich dann zeigen. Meistens entstehen in Notlagen gute Ideen!


  3. Peter
    09 Dez 2008, 18:49

    Hier gibt es eine größere Sammlung von Meinungen zum Thema.


  4. Mathias 09 Dez 2008, 19:59

    Ich habe immer noch mehr Aufträge,... Und es gibt doch sowieso zu viele Webdesigner und Entwickler (die quasi Studenten usw.). Hoffentlicht hilft die Krise dabei, die untere Schicht der Industrie zu verkleinen.

    Und wann die Krise echt ist, dan haben wir alle mehr Zeit um etwas neues, innovatieves zu bedenken, für nach der Krise.

    Gruß


  5. Susann
    10 Dez 2008, 00:42

    Das ist aber auch das Problem - viele machen das. Und wenn die weniger Aufträge haben werden nicht unbedingt die Preise steigen. Was folgt ist dumping. Der Student arbeitet für 10-15 Euro - da fragt sich mancher warum er 50 bis 100 ausgeben soll.

    Ich denk aber dass Du als Freelancer noch die besten Chancen hast.


  6. Benni
    10 Dez 2008, 11:09

    Ich denke eher, dass die "Billiglöhner" (warum das unbedingt Studenten sein müssen erschließt sich mir allerdings nicht) davon profitieren könnten. Gerade weil das ja zumeist eh schwarz läuft und die Leute nicht wirklich darauf angewiesen sind.

    Bei Freelancern/Selbständigen sieht das Ganze dann schon anders aus.

    Trotzdem sollte man nicht in Panik verfallen oder solche schüren. Wer gute Arbeit leistet, der wird diese "Krise" auch durchstehen.


  7. Also momentan ist von Finanzkrise und Zurückhaltung bei uns noch nichts zu spüren. Liegt aber sicher auch am Jahresendstress, wo noch Budgets verbraten werden müssen.

    Wir haben uns schon beraten, was im Falle eines Einbruchs passieren müsste. Immerhin hat uns direkt nach unserer Gründung 2000 das Platzen der Internetblase ziemlich unvorbereitet erwischt. Daraus haben wir gelernt.

    Wichtig ist das Gewinnen neuer Kunden direkt jetzt noch. Wen man jetzt hat, kann einen in der Krise über Wasser halten. Neuakquise wird dann schwierig. Und kaum einer geht dann das Risiko ein, den Dienstleister zu wechseln.

    Interessenten, die nie in die Pötte kamen, sollte man gleich jetzt nochmal freundlich kontaktieren und sich in Erinnerung bringen. Vielleicht geht jetzt noch was und man schlägt nicht erst dann auf, wenn schon alles am Boden ist und man wie ein Bittsteller wirkt.

    Das gleiche für bestehende Kunden: Was fehlt denen noch aus dem eigenen Portfolio: Suchmaschinenoptimierung? Zugriffsanalyse? Geschäftspapiere? Bei bestehenden Kunden fällt der ganze Akquisekram weg, da hat man sich (hoffentlich) schon bewährt und kommt schneller an weitere Aufträge.

    Und falls wirklich ein Einbruch kommt, wäre Zeit für das Optimieren der Agenturwebsite und günstige Marketingmaßnahmen: Design, Suchmaschinenoptimierung, mehr Bloggen, etc. Wobei das auch jetzt schon sinnvoll ist - wenn doch nur Zeit dazu wäre!

    Und ein Argument, das momentan gut kommt: "Nutzen Sie als Kunde jetzt noch die Chance, sich im Markt gut zu positionieren. Noch ist Geld da, nutzen Sie die Möglichkeiten des Internets. Die Mitbewerber verfallen schon in eine Starre - ziehen Sie vorbei und stellen Sie sich jetzt noch gut auf!"

    Das Thema der Billiganbieter gegenüber Agenturen ist ein anderes Thema, an dem sich - mögliche Krise hin oder her - nichts ändert.


  8. Fritz
    10 Dez 2008, 15:05

    Leider, ja, die Finanzkrise macht vor Webworkern nicht halt sogar in unserer Firma. Hier waren vor einigen Monaten 50 Beamten, jetzt sind sie nur 30..


  9. Holger 10 Dez 2008, 16:41

    Am Rande: Das Wort "Webworker" gehört definitiv mit zu DEM Unwort im Branchenkontext. Was soll das sein, so ein Webworker?


  10. markus
    10 Dez 2008, 16:49

    Sehe dies auch so wie die Freisinger Internetagentur. Man muss sich einfach Kunden angeln, die einen über Wasser halten - und dies lieber etwas früher wie zu spät.

    Zu der Bereinigung kann ich nur folgendes sagen: Qualität wird sich immer wieder auszahlen.


  11. Webstandard-Team
    11 Dez 2008, 08:37

    @Holger: Der Begriff Webworker wurde von uns hier erstmalig verwendet und das auch nur deshalb, um nicht alle möglichen Berufsbezeichnungen aufzählen zu müssen. Denn die Sparte derjenigen die mit dem Web und den damit zusammenhängenden Bereichen ( Screendesign, Webdevelpoment (Frontend & Backend), Datenbanken, Usability, etc. etc. etc. ) arbeiten sind groß. Daher einfach kurz und knapp und eigentlich auch nicht mißzuverstehen - "Webworker"!


  12. Christian
    11 Dez 2008, 09:31

    Hm das ist bestimmt keine einfache Situation, ich würde vielleicht auch einfach probieren bei den Kunden in Erinnerung zu bleiben und somit nochmal auf mich aufmerksam machen. Jetzt vor Weihnachten könnte man bestimmt einfach an jeden Kunden in der Vergangenheit ne nette Weihnachtskarte mit ein paar netten Grüßen schicken, das sollte auch nicht all zu teuer sein. Ansonsten muss man halt irgendwie die laufenden Kosten so gering wie möglich halten.


  13. Markus
    12 Dez 2008, 21:33

    Es kommt immer auf die Qualität an. Ich kenne etliche Leute, die ihre Arbeiten im Web an die Webworker raus geben. Die sind mit den "Billiglöhnern", egal ob nun Studenten oder andere, oft auf die Nase gefallen, Zusagen wurden nicht eingehalten usw. Alle meine Bekannten sagen daher, habe ich einen gefunden, auf den ich mich verlassen kann, zahle ich gerne mehr. Insofern sehe ich durch die Krise eher eine Chance auf Marktbereinigung, als auf mehr Aufträge für "billige Anbieter".


  14. Michael
    12 Dez 2008, 22:11

    Ich glaube nicht, das die Krise der Internetbranche wirklich schaden wird.

    Mein Gefühl? Die Kunden verschieben gerade größereTeile des Print-Budgets in den Online-Sektor. Die Effizienz und Überprüfbarkeit von gutem online-Marketing ist einfach besser als im klassischen Print-Bereich.

    Die Internetbranche ist doch kein Teil des Problems - wir sind ein Teil der Lösung ;-)


  15. Mario
    12 Dez 2008, 23:55

    Hallo,

    also ich hätte glatt gesagt, die Branche bleibt nahezu unberührt. Also die Riesen natürlich nicht, aber ich als Selbstständiger merke so ganz und gar nix davon.

    Gruß
    Mario


  16. Gert H
    19 Dez 2008, 19:21

    @Mario: stimmt, so sehe ich das auch. Zeit eigene Projekte zu starten und Gas zu geben. So eine Krise ist auch immer eine Chance.


  17. Michel
    03 Jan 2009, 16:11

    Das ist natürlich nicht schön zu lesen, gerade wenn man eine Familie zu versorgen hat. Andererseits ist das tolle am Beruf des Webworkers ja, dass er auch seine eigenen Projekte betreiben kann und nicht zwangsweise auf Kunden angewiesen ist. Nur sollte man diesen Schritt nicht erst machen, wenn die (Finanz-)krise schon vor der Tür steht, andererseits wenn man eh gerade Zeit hat, weil keine anderen Projekte anstehen, warum nicht dann eigene Ideen verwirklichen?


  18. Toralf
    07 Sep 2011, 09:01

    Ich denke auch, das wir uns eher schon wieder Richtung "deutlicher Aufschwung" in der Internetbranche bewegen. Ich betreue Existenzgründer und kann sagen, das wieder deutlich mehr im Bereich Webmarketing usw. gegründet wird!


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