Warum dieser Linkgeiz?
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Webstuff
- 17 Mär, 2009
Twittern - Kommentare (23)
Nein, der Chart zeigt nicht die aktuelle Entwicklung des Börsenkurses eines Unternehmens, sondern ungefähr das was viele Blogger momentan in Sachen Verlinkung ihrer Blogbeiträge, durch andere Blogger, erfahren. Die Rede ist, wie unschwer zu erkennen, von einer wirklich sichtbaren und spürbaren Abnahme an externen Verlinkungen. Die Verlaufsgrafiken der Top-20 der deutsche Blogcharts haben fast alle den selben Verlauf wie die hier abgebildete Grafik. All dies hat aber nichts mit sinkender Qualität oder der steigenden Spezialisierung der Blogger bezüglich ihres Inhaltes zu tun hat ( Stichwort: Nische ). Auch hat sich die Frequenz der Postings bei den meisten kaum verändert. Was also ist die Ursache? Diese Frage lässt nur eine Antwort zu: Es herrscht Linkgeiz in deutschen Landen! Aber warum dieser Linkgeiz?















17 Mär 2009, 11:10
Ich denke mal, das das Käse ist.
1) Die Top 20 irgendwelcher Charts sind nicht zwingend repräsentativ für den Rest. Keiner weiß, was unterhalb dieser Grenze los ist, vielleicht wollen einfach immer weniger Leute den A-List-Krempel lesen und verlinken darunter fleißig?
2) Technorati, worauf diese Charts ja basieren, hat glaube ich einen Schuss. Ich hab die letzten Monate viele viele Links auf meine diversen Artikel gesetzt bekommen, aber Technorati hat kaum einen davon registriert. Wenn das bei anderen auch so ist, wissen wir wie die Kurve zustande kommt.
17 Mär 2009, 11:22
@Peter: Eine Erweiterung des Tests (Top-20), auf alle Blogs der Top-100 der dt. Blogcharts hat ergeben, dass diese Entwicklung auf 80-90% aller dort aufgelisteten Blogs zutrifft. Und dort sind alte, sowie neue Blogs vertreten.
Dein Argument, dass diese Blogs weniger gelesen werden, wiederlegen bspw. andere Listen wie bspw. die Lesercharts für deutschsprachige Blogs, in denen viele dieser Blogs ebenfalls (weit vorne) vertreten sind.
Ausnahmen wie deinen Blog wird es immer geben ;o)
17 Mär 2009, 11:36
Hmmm ja, interessante Entwicklung. Ist aber so neu nicht. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass Robert Basic genau darüber schon mal geschrieben hat.
Die Frage ist: Woran liegt's? Liegt's an SEO und Pagerank? Liegt's an der zunehmenden Kommerzialisierung? Oder ist Bloggen inzwischen schlicht so einfach geworden, dass einen Link hinzufügen vergleichsweise aufwendig ist? Ich weiss es nicht. Und, um ganz ehrlich zu sein, sooo arg interessiert es mich auch nicht. Ich blogge so, wie ich es für richtig halte und verlinke so, wie ich es für richtig halte. Ein Jeder kehre vor seiner eigenen Tür :)
Aber eine andere Frage drängt sich in diesem Zusammenhang mir auf: Wer klickt eigentlich auf solche Links? Wer liest die verlinkten Beiträge? Manche tun es, Andere eher nicht. Und damit meine ich nicht nur die Blogauthoren, sondern auch die Leser und Kommentatoren. Ob dieses Ignorieren externer Links im eigenen Surfverhalten auch dazu führt, dass im eigenen Blog externe Links als genauso unnötig empfunden werden? Naja, sind nur so Gedanken.
17 Mär 2009, 11:38
Die "großen" machen es ja vor. Mittlerweile sehen viele nur noch primär ihre eigenen Vorteile (???). Nehmen was man bekommen kann (Content) aber nichts hergeben wollen (saubere Backlinks).
Das lustige daran ist ja...je mehr das machen, desto sauerer wird beispielsweise Google dieser Trend aufstoßen. Ich könnte mir durchaus vorstellen das in absehbarer Zeit Seiten mit unnatürlich vielen Nofollow Links äußerst kritisch beurteilt werden könnten. Würde ja auch Sinn machen, das Internet lebt ja durch saubere Verlinkungen und eigentlich sind solche Links ja auch Empfehlungen. Warum setze ich dann fast nur Links mit Nofollow wenn sie demnach ja doch nicht soooo empfehlenswert sind???
17 Mär 2009, 12:21
Ein allgemeiner Trend ist schon länger zu beobachten. Nimmt man Technorati als Maßstab, sinkt die Anzahl der Verlinkungen schon länger. Besonders "dramatisch" stellt sich das bei den Topblogs dar (irgendwo habe ich letztens darüber gelesen).
Ein Grund ist definitiv Twitter. Anstatt einen Dreizeiler zu verfassen, der einen Artikel verlinkt, geht der Link jetzt mit 140 Zeichen raus und verpufft dann ganz schnell wieder. Das muss aber kein Nachteil sein. Vielleicht eine längst fällige Konsolidierung.
Der Anteil "echter" Artikel in Blogs dürfte damit wieder steigen. Das wiederum kann eigentlich nur gut tun.
Ich persönlich halte von Linkbeiträgen nur dann was, wenn sie kommentiert sind. Das hat dann noch einen gewissen Mehrwert für mich und unterstützt mich bei der Auswahl der zu verfolgenden Links. Recherchiert man sehr viel, bringt das eine gewisse Zeitersparnis mit sich.
17 Mär 2009, 12:45
Wahrscheinlich ist das alles purer Zufall...
17 Mär 2009, 16:50
Ich sehe das ähnlich wie Björn: Reine Linkposts sind nicht mehr interessant, da Twitter, delicious, digg usw. und die zunehmende Verlinkung verschiedener Services diese immer weniger nötig machen; lediglich wenn man selbst etwas längeres zu einem Thema schreiben will verlinkt man auf andere Blogs im eigenen. Lediglich Leser auf etwas Interessantes aufmerksam machen geschieht mittlerweile über andere Kanäle.
Interessanter Blogpost von Sascha Lobo zu dem Thema übrigens:
http://saschalobo.com/2009/02/04/morgendaemmerung-der-bloglandschaft/
17 Mär 2009, 17:19
Hmm also bei mir sind externe Verlinkungen eigentlich keine Seltenheit! Ich verlinke gerne auf meine Quellen! So klammer ich bestimmte Gebiete mit denen ich mich nicht so beschäftige ganz gerne aus! Wenn sich jemand in einem Gebiet besser als ich auskennt, dann soll auch auf ihn verwiesen werden! Ist zumindest mein Standpunkt. Ich will ja nicht irgend einen Unfug in die Welt setzen... ;)
17 Mär 2009, 18:42
Ich vermute, weil ein großer Haufen dummes Gelaber auf Twitter "outgesourced" wurde ;-)
So bleibt mehr Platz für ernsthaften Content, der ist natürlich selten und somit schwinden die eingehenden Links
17 Mär 2009, 19:05
Ja, diese Entwicklung beobache ich schon länger. Ich meine auch einen großen Unterschied zwischen den deutschen größeren Blogs und den internationalen, meist amerikanischen Bogs zu erkennen. Auf globaler Ebene scheint nicht so ein Link Geiz zu herrschen. Für neuen Blogs ist es so extrem schwierig sich hoch zu arbeiten.
Ich muss mir da auch selber an die Nase fassen. Ich verlinke aus meinen Beiträgen heraus eher selten andere Blogs. Es muss halt ein passender Beitrag da sein.
Allerdings gebe ich allen themenrelevanten Bloggern die Möglichkeit, meine Nutzer Links zu nutzen. In der Sidebar kann man seine eigenen Beiträge verlinken. Ich denke, dass ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bei psdtuts usw. ist das völlig normal.
17 Mär 2009, 19:29
Ich denke es liegt auch daran, dass es auf der einen Seite die bekannten, die "alten" Blogger gibt, die sich quasi durchgestzt haben und dann gibt es halt b-, c- et. bis hin zu Neubloggern. Daraus kann man verschiedene Verhaltensweisen ableiten: Ein Backlink bedeutet ja auch immer, dass Leute auf deinen Blog schauen. Wenn der Content jetzt noch nicht den eigenen Ansprüchen genügt, der Mensch hat ja immer die Gewohnheit sich vergleichen zu müssen. Und so kann man zwar was über die "Großen" schreiben, seinen Inhalt aufbessern, muss sich aber selbst nicht direkt vergleichen lassen. Das wäre nämlich die andere Verhaltensweise: "Du schreibst ja auch nur was schon bei dem oder dem steht...".
Ich selbst setzte gerne Links, auch zu bekannteren Blogs, denn grad die Blogger sind es, die auch irgendwie reagieren. Aber einem der Vorredner gebe ich recht, dass Twitter nicht ganz unschuldig zu sein scheint. Die Diskussion, die durch eine Verlinkung d.h. durch das Einbringen einer eigenen Auseinandersetzung mit der Thematik, verlagert sich und mindert so leider schlussendlich die Qualitäten, die Blogs entwickeln konnten und noch können.
17 Mär 2009, 23:03
Also ich glaube es liegt zum Teil auch daran, dass viele den PR noch trichtern und eine Verlinkung nach außen als PR-Abfluß sehen. Hinzu kommt inzwischen das 1:1 Getausche auf höheren PR-Ebenen (ab PR 3+), hamstern, blockieren und Revier markieren.
Außerdem wissenstarke Portale, dass die Links von selber kommen.
Ist sicher auch nur ein Teil der Erklärung. Auch das Methoden wie SEM, Affiliate etc. inzwischen sicher lukrativer erscheinen und man darüber Besucher generiert.
Dann noch das "nofollow" .... (wird ja von vielen Plattformen umgerüstet)
Alles Gründe dafür ...
18 Mär 2009, 00:54
Ich denke der Linkgeiz hängt auch mit der immer mehr werdenden Anzahl an Nofollow Blogs in den Kommentaren und Trackbacks zusammen. Wieso sollte ein Beitrag mit dofollow verlinkt werden, wenn dieser durch die Trackbackfunktion einen Nofollow bringt.
Man gibt einem etwas Linkjuice ab und bekommt nichts dafür. Der andere Blogger meint dann, ja wieso sollte ich dich stärken, dann rankst du irgendwann mal vor mir. In Wirklichkeit aber verbaut sich der Blogger sein eigenes besseres Ranking und für die sich ausgewählten Keywords wird er eh nie besser ranken. Viele Seos überschätzen sich maßlos und denken lieber, ich stärke die Mitbewerber nicht, vergessen aber, dass Sie sich selber auch verstärken.
18 Mär 2009, 08:20
Noch eine These. Mag vielleicht etwas gewagt sein, und ich kann sie nicht belegen. Sie beruht einfach auf genereller Erfahrung.
Ich vermute mal, dass die links zu anderen Blogbeiträgen in absoluten zahlen gar nicht abnehmen, sondern nur relativ zu der Gesamtzahl von Beiträgen. Das könnte zu dem Schluss führen, dass die "Blogger der ersten Stunde" nach wie vor verlinken, und dass vor Allem die Neublogger das mit dem Linken a) nicht wissen und b) kein Interesse daran haben. Das wiederum würde bedeuten, dass Blogs dabei sind. Mainstream zu werden. Da bloggen eben nicht mehr nur die Idealisten, sondern Hinz und Kunz (was ja nicht verwerflich ist). Das jedenfalls ist in vergleichbaren Fällen der Lauf der Dinge.
18 Mär 2009, 08:43
Siegfried: "Ich blogge so, wie ich es für richtig halte und verlinke so, wie ich es für richtig halte. Ein Jeder kehre vor seiner eigenen Tür :)"
Dem kann ich mich nur anschließen. Wer einen guten Blog hat steht auch gut da und wird für seine Zielgruppe auch gut ranken. Worum geht es denn bei Web 2.0 um das eigene EGO oder sich mit wirklich interessanten Themen mitzuteilen?!?!
18 Mär 2009, 16:52
Ich habe in letzter Zeit vor allem von kommerziellen Blogs (Zeitschriften-Redaktionen u.ä.) gehört, dass absichtlich möglcihst wenig nach außen verlinkt wird - bei manchen gibt es sogar ein ausdrückliches Link-Verbot. Ziel: Die User auf den eigenen Seiten halten. Dass das völliger Unsinn ist, muss ich denke ich in diesem Kreis nicht erwähnen, aber es scheint durchaus Realität in der einen oder anderen Redaktion zu sein.
Ansonsten sehe ich da einfach eine Mischung aus den schon genannten Gründen - Verlagerung nach Twitter, mer Wald-und-Wiesen-Blogs, die nur aus ihrem Leben erzählen und deehalb keinen Bezug auf andere Blogs nehmen etc.
Eine These würde ich noch anhängen wollen: Es gibt immer mehr kommerzielle Blogs (PR-/Marketing-getrieben). Die Leute, die das schreiben, sind im Bürostress und können sich daher nur wenig Zeit nehmen, interessante verlinkbare Blog-Beiträge zu ihren Themen zu finden. Also wird schon aus purer Zeitnot nicht verlinkt.
19 Mär 2009, 22:08
das hauptproblem liegt wohl bei technorati. der dienst hat z.t. rigoros abgestraft. inbesondere, jene, die selbstproduzierte widgets mit eingebautem link zum eigenen blog "verschenkten", wurden zurückgestuft.
zudem scheinen wirklich nicht mehr alle verlinkungen von technorati erkannt zu werden. via sitemeter sehe ich immer wieder, dass blogs zu mir verlinken, diese aber danach oft nicht von technorati gefunden werden, obwohl es sich nicht um nofollow-links handelt.
von bloggern, die gezielt nofollow-links setzen (blogroll oder im posttext), halte ich nicht viel.
schade finde ich, dass technorati nicht die totale verlinkungszahl auflistet (links sämtlicher seiten) insbesondere in foren wird ja viel verlinkt.
wenn man schon von einem verlinkungswert sprechen will, so spielt es meiner ansicht nach keine rolle, ob der link aus einem forum, oder von einem anderen blog kommt.
Ich verlinke im schnitt bei jedem dritten post auf einen anderen blog. entweder im text oder unter "mehr zum thema ...."
kann es auch sein, dass weniger in den blogroll aufgenommen wird, dafür mehr via feedreader abonniert wird? meine feedreader-zahl steigt stetig, die verlinkungszahl nimmt eher leicht ab.
20 Mär 2009, 13:18
Warum das ganze so ist kann ich dir nicht sagen, hab dies auch nicht wirklich mitbekommen bei mir hat es eher zugenommen, finde trotzdem mit Links sollte man nicht Geizen, die Größeren Blogs sollten mal kleinere Blogs (die potential haben, und mit Liebe gemacht sind) unterstützen ;)
20 Mär 2009, 23:44
Mir fällt auch immer wieder auf, wie häufig in Kommentaren no-follow gesetzt wird oder der Link ganz rausgenommen wird, weil man in Klammern seinen Webseitenamen angibt, der zufälliger Weise auch ein keyword enthält.
Ich bin auch mal sehr gespannt, ob google irgendwas mit den ganzen no-followern machen wird? Ich finde no-follow ist ein Widerspruch in Sich. Wenn man dem Link nicht folgen soll, brauch man ihn auch garnicht erst posten.
Ich glaube viele wissen leider garnicht, dass die Fähigkeit zu verlinken, der Hauptunterschied zu offline-Medien ist.
Es gibt die einen, die haben keien Ahnung von SEO und verlinken mit <a href="">click here</a> und es gibt die, die meinen sieverlieren zu viel, wenn sie auf externe Seiten verlinken...
... und irgendwo gibt es auch noch ein paar, die den Sinn eines Hyperlinks verstehen.
Liebe Grüße
21 Mär 2009, 13:56
Von diesen Blogcharts, die auf Technorator oder Links basieren halte ich nicht viel. Für mich zählt Traffic mehr.
Und die Gründe: No Follow Links, Technorati Regeln und Twitter
23 Mär 2009, 19:02
@Etienne (zum Thema nofollow): Amen (seufz)!
@all nofollow ist m.E. totaler Unsinn und kommt letztlich nur Google zugute,
da Google nach belieben entscheiden kann, ob es nofollow Beachtung schenkt oder eben nicht...
Zurzeit sehe ich wie viele Blogbesitzer Ihre Blogs auf dofollow setzen. Ich finde die nofollow geschichte auch völliger Unsinn, klar es hält vielleicht ein paar Spamer aber, aber die gibt es im Endeffekt trotzdem.
Gruß aus Berlin