Welche Barrieren im Web kennt ihr?

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Der auf dem Barriere-Kompass veröffentlichte Artikel "Viele Netz-Nutzer kennen keine Internet-Barrieren" hat in mir die Frage aufkommen lassen, welche Internet-Barrieren wohl die Leser des Webstandardblogs kennen? Denn Barrieren lauern in vielen Bereichen, ob fehlerhafter und nicht valider Quellcode der Webseite oder bspw. eine schlechte Usability in Formularen, aufgrund dessen der ein oder andere Anwender einen Buchungs- oder Kaufvorgang abbricht. Also, welche inhaltlichen, strukturellen oder technischen Beispiele an Barrieren im Web kennt ihr? Es können auch Webseiten verlinkt werden, die solche Barrieren aufweisen oder beschreiben, um so ggf. Neueinsteigern in die Problematik noch ein wenig Wissen an praktischen Beispielen bezüglich "Barrieren im web" vermitteln zu können.

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  1. Marion 29 Mai 2009, 12:20

    Ein für mich nicht ganz unerheblich Hürde sind die bereits oben angesprochenen unübersichtlichen Formulare, die einen nicht oft dazu bringen die eigentlich geplante Registrierung abzubrechen. Aber auch schlecht erkennbare Verlinkungen, können schon ganz schön nerven.


  2. Martin Grandrath
    29 Mai 2009, 12:44

    Die für mich ärgerlichste Barriere ist der Einsatz von obtrusive JavaScript. Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass JS eingesetzt wird, um die UX zu verbessern oder auch etwas Eyecandy zu verstreuen. Es stört mich aber massiv, dass man immer öfter auf z.B. Buttons oder Links trifft, die zwar vorhanden, aber ohne JS völlig funktionslos sind. Die Grundlage jeder Internetparäsenz sollte ein sauberes und funktionierendes HTML-Gerüst sein, das anschließend mit JS "angehübscht" werden kann. Sämtliche Bedienelemente, die nur auf JS reagieren sollen bitte auch per JS in die Seite eingebaut werden und haben im Quellcode m.E. nichts verloren.


  3. philosapiens
    29 Mai 2009, 12:46

    Hi,

    zu diesem Thema haben wir gerade ein Projekt gestartet:

    http://barrierefrei.idealseiten.de/

    Dort sollen behinderte Internetbenutzer Webseiten von Webmastern beurteilen, die glauben barrierefreie Seiten erstellt zu haben.
    Noch läuft es recht schleppend, aber mal sehen, was noch so alles passiert. ;-)

    Wir lesen uns!

    philosapiens


  4. Klausi 29 Mai 2009, 13:19

    Eine immer wieder unterschätzte Barriere sind überflüssige Anglizismen. Die Webbranche scheint es nicht lassen zu können, die prophansten Dinge, die überhaupt gar keines Fachausdruckes bedürfen, auf Englisch zu bezeichnen und manche Blogs meinen, endlose Zitate aus englischsprachigen Seiten unübersetzt stehen lassen zu können. Beispiele auf dieser Seite sind schon allein die Kategoriebezeichnung „Accessebility“ und die „Recommended ...“-Überschriften.

    Also: eine vermeidbare Barriere ist es, für die Lektüre einer Seite mehr als eine Sprache vorauszusetzen.


  5. Webstandard-Team
    29 Mai 2009, 13:27

    @Klausi: Da hast du sicherlich recht, aber dann müsste man hier bis auf wenige Ausnahmen, nahezu jede Kategorie als Barriere ansehen. Allerdings ist es ja so, dass hier entweder Besucher landen, die über Suchmaschinen den entsprechenden Begriff gesucht haben oder sich für die diese Themen bereits interessieren oder bspw. aufgrund einer Empfehlung hierher kommen. Dann allerdings kennen sie dieses Thema bereits und somit dürften die entsprechenden Begriffe dann nicht mehr die Barriere darstellen.

    Der Begriff "Recommended" wird aber zu Recht bemängelt und daher ab jetzt übersetzt! ;o)


  6. Schepp 29 Mai 2009, 13:42

    @philosapiens
    Dir kann geholfen werden! Ich hab gerade zwei URLs bei Dir eingefüttert.
    Feine Idee von Dir.


  7. Fabian
    29 Mai 2009, 13:47

    Ich muss zugeben, ich tue mir bei dem Wort etwas schwer. Da ich es nicht so gut beurteilen kann, ob meine eigene Seite barrierefrei ist!

    Was ich aber als barrierefrei einschätzen würde ist zunächst einmal ein semantisch richtiges Coding. Keine physische, sondern eine logische Auszeichnung.
    Was mir dazu noch einfällt um das auch etwas zu überprüfen, ist einfach mal die Seite ohne CSS darzustellen, wenn es dann immernoch möglich ist, sich zurechtzufinden, ist schon viel getan.
    Dann fällt mir dazu noch ein, dass man Webseiten (gerade solche mit großen Informationsgehalt) auch für den Druck optimieren sollte. Hier besteht die Möglichkeit mit CSS für verschiedene Ausgabemedien zu optimieren. Aber wenn es z.B. um "braille" ging, wüsste ich nicht, was ich machen soll. Druck sollte jedoch wirklich vorhanden sein.


  8. Steve 29 Mai 2009, 13:56

    Nicht selten sind "barrierefreie Seiten" auch "designfrei" und können somit aufgrund fehlender emotionaler Entscheidungshilfen ( Designelemente ), auch zu einer Art "Barriere" werden.


  9. Marko
    29 Mai 2009, 15:11

    @philosapiens
    Echt super das Projekt! hoffe es läuft an!

    Steve, verwechselst du hier etwas? Nach meiner Annahme geht es hier nur um die Barrierefreiheit in Bezug auf die Nutzbarkeit der Webauftritt für Behinderte...


  10. Schepp 29 Mai 2009, 15:25

    @Marko
    Ich verstehe die Frage des Blogautors als bewusst weiter gefasst (über die Lern- und Körperbehinderungen hinausgehende Zusammenhänge). Und da gebe ich Steve Recht, dass schlecht gestaltete Seiten einen Besucher abschrecken und vorzeitig in die Flucht schlagen. So wie das eine Seite voller Anglizismen, oder Fachausdrücke tut. Zum Beispiel könnte die inhaltlich exzellente Seite http://uk.theinquirer.net/ deultich mehr Leser zählen, wenn die Seite nicht so unglaublich hässlich wäre (und das trotz Überarbeitung vor einiger Zeit).


  11. Mißfeldt
    29 Mai 2009, 15:25

    Marko: Dein Hinweis zeigt meines Erachtens schon das Hauptproblem: die Unterscheidung von Menschen mit Behinderung und solcher, ohne, ist doch überflüssig bzw. kontraproduktiv. Ziel sollte doch sein, eine Website zu schaffen, die für jeden gleichermaßen komfortabel ist.

    Habe ich es überlesen? Eine der größten Hürden sind Captchata, die rein visuell funktionieren. Beispiel: Sistrix ;-)


  12. Webstandard-Team
    29 Mai 2009, 15:34

    @Marko: Steve verwechselt mit seiner Aussage ( wie von Schepp shcon richtig erkannt ) nichts, denn es wurde nicht von der "Nutzbarkeit von Webauftritten für Behinderte" gesprochen, sondern von abrrieren im allgemeinen und das betrifft auch hardware-technische die durch mobile Anwendungen enstehen, sowie rein visuelle Barrieren.


  13. Jan (Aysberg)
    29 Mai 2009, 16:49

    Der beste Test, ob eine Website barrierefrei ist: Nach einem 14-Stunden-Tag nachts um eins auf einer Website noch schnell was zu recherchieren: Wo ist eigentlich die Navigation, wo finde ich die Öffnungszeiten, warum geht mein E-Mail-Programm los, wenn ich auf "Kontakt" klicke, etc. In dieser Hinsicht teste ich in diesen Wochen recht viel...

    Die bereits angesprochene und von mir derzeit laufend gefundene Barriere: Keine Kontaktdaten (min. Adresse und Telefon) auf der Startseite sowie (bei Geschäften) keine Angabe der Öffnungszeiten auf der Startseite.

    Nett: Die KÜS in Freising hat gar keine Öffnungszeiten auf der gesamten Website! Auf Nachfrage hieß es, dass man die doch sieht, wenn man bei Google nach der KÜS sucht. Da stehen sie nämlich im Rahmen eines Google-Brancheneintrags... Aua.


  14. Tobias
    29 Mai 2009, 17:24

    Wenn eine Seite nicht mit dem Opera Browser läuft!


  15. Kolle
    29 Mai 2009, 22:45

    Was mich behindert beim surfen:

    - Tausend Teaser auf der Startseite
    - Umklare Navigationsstrukturen
    - zu geringer Zeilenabstand


  16. Klaus Kinski
    30 Mai 2009, 10:20

    - Ajaxspielereien, die nicht auch auf Usability gestestet wurden sind meist auch nicht zugänglich, v.a. wenn sie einfach die Funktionalität des Browserbuttons "Zurück" außer acht lassen
    - die Navigation mit der Tastatur sollte immer möglich sein, finde ich (ich benutze dauernd Space, Enter, Tab und Pfeile, die aber dann bei diversen Ajaxanwendungen oder einfachster Navigationselemente nicht berücksichtigt wurden)


  17. soophie 30 Mai 2009, 11:28

    Ein schönes Beispiel für schlechte Zugänglichkeit ist mir Ende letzten Jahres beim Buchen eines Germanwings-Fluges untergekommen.

    Nicht nur, dass man sich für die Community registrieren "muss", um den Flug buchen zu können, ich als Webworker war einfach zu doof ein valides Passwort einzutragen. In der Hilfe stand, das Passwort müsse mindestens acht Zeichen haben, wovon mindestens 2 Ziffern sein müssen. Leider war die Javascript-Validierung anders ausgelegt. Sie fragte auf genau 8 Zeichen ab, wobei die letzten beiden Ziffern sein mussten. Ohne Javascript-Kenntnisse und einen Blick in den Quellcode hätt ich wohl laufen dürfen.


  18. Heike Gall
    30 Mai 2009, 12:45

    Unnötige Flashanimationen. Hier ein "schönes" Beispiel, wie man es besser nicht machen sollte: April & June. In meinem Firefox verdeckt das Flash-Dingens die erste Zeile der Überschrift. Kann sein, dass es in anderen Browsern nicht so ist, aber nervig (und überflüssig) finde ich es ohnehin.


  19. Matthias 30 Mai 2009, 16:03

    Vieles wurde mittlerweile genannt; unter anderem Captchas, Seiten ohne CSS, ...

    Mich wurmen die 'Clanseiten', welche mit Tabellen angepasst sind und nur Bilder als Links enthalten.
    Und in diesem Zusammenhang auch nicht gesetzte Alternativ bzw Titeltexte.
    Kleinigkeiten, die sich allerdings auf einige Besucher groß auswirken können.


  20. Sebastian
    30 Mai 2009, 16:28

    Mir wird es schon als nicht Behinderter Mensch zu viel, wenn Webseiten nur mit Flash animiert sind. Ein bisschen ist ok, z.B. für Videos oder Ähnliches. Aber wenn ich die Seite nur mit Flash nutzen kann, klicke ich sie schon weg.


  21. SeoSylvia
    31 Mai 2009, 18:42

    Mich nerven/nervt =>

    * Reine Flash-Seiten, die ewig zum Laden brauchen und der Link "skip Intro" schwer oder
    nicht zu finden ist. Flash dezent eingebaut ist schön, aber Flash-Intro-Seiten nerven.
    * Seiten, wo ich Pop-Up-Fenster wegklicken muss, um zum Inhalt zu kommen.
    * Seiten, die hauptsächlich aus Werbungen bestehen
    * Seiten mit fehlenden Alt- und Titel-Texten ...
    * Seiten, mit komplizierter Menü-Struktur, wo das Zurechtfinden ein Studium erfordert
    * Zuviel Javaskript
    * Grelle Farben, die beim Besuch Kopfschmerzen hervor rufen!
    * Broken Links
    * Elendslange Texte ohne Absätze
    * Texte voller Rechtschreibfehler

    Weiss jetzt nicht, ob alles zur Barrierefreiheit gehört, aber da mich diese Dinge behindern, also eine Barriere für mich darstellen, musste ich sie aufzählen :-)

    Gruß aus Tirol
    SeoSüwerl


  22. Knut O.E. Pankrath
    31 Mai 2009, 23:34

    Sollte ich nichts überlesen haben in den bisherigen Kommentaren, fallen mir noch zwei Punkte - ersatzweise Asche auf mein Haupt - ein:

    Es gibt immer wieder Seiten, die ohne tieferen Grund fordern, bestimmte am besten noch eher exotische plugins im Browser installiert zu haben.

    Worunter laufen die bei MacDesignern nicht auszutreibenden 4pt-Schriften bzw. Farbkontraste a la hellrot auf hellblau?


  23. rbq 01 Jun 2009, 01:26

    Die ersten drei Punkte sind sicherlich Flash, Flash und Flash. Kein anderes Mittel lässt gleichzeitig Speicher- und CPU-Auslastung in die Höhe schnellen, verlangsamt den Ladevorgang, legt Mausräder und Tastaturbedienung lahm, schließt zahlreiche Endgeräte aus und bricht regelmäßig mit allen Darstellungskonventionen im Web. Inzwischen aktiviere ich das Plugin nur noch pro Domain. Wer Flash erzwingt, will mich nicht als Besucher.

    Direkt danach folgen (Inline-)Frames (welche effektiv das Scrollen verhindern und URLs verstecken), target-Attribute und Popups (kompletter Kontrollverlust und unkontrollierbare Brüche in der Navigation), sowie Sessionsmissbrauch (siehe Intershop, diverse Banken und andere). Beim letzten Punkt werden URLs vollkommen pervertiert und nur noch als Session-ID-Container verwendet. Solange man nur ein Fenster nutzt und sich schnell genug durchklickt kann das gut gehen. Zwei Links in Tabs gleichzeitig zu öffnen oder eine halbe Stunde zu warten, bricht dem Verfahren jedoch das Genick. Und schließlich: Sites über mehrere Domains oder Protokolle (http/https), die davon Ausgehen, dass die Cookies auf der anderen Seite auch noch da sein müssten.


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