m-pathy - Mit Mousetracking zur Webseiten-Analyse

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m-pathy mit Mousetracking zur webseiten-AnalyseDas Verhalten und die Interaktion der Besucher einer Webseiten zu verstehen ist eines der großen Ziele eines nahezu jeden Webseitenbetreibers. Die Gründe für eine solche Analyse, wie bspw. Steigerung der Conversionrate bei eCommerce getriebenen Anwendungen, sind vielfältig wie die zu analysierenden Webseiten selbst. Dank eines Beitrages von Steven Broschart von SEO & Usability bin ich auf m-pathy gestossen, einem webbasierter Mousetracking-Dienst, der aus Dresden stammenden seto GmbH. Der Test-Account ist funktionell eingeschränkt, ermöglicht mit der Aufzeichnung von Verweildauer und der Aktivität ( die lila farbenen Abschnitte innerhalb der obigen Abbildung ) in Form von Klicks, Scroll- und Mausbewegungen, immerhin noch einen durchaus interessanten Bereich, welchen ich mal etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Mit der Frage, was erfährt man über die User und deren Verhalten auf dem Webstandardblog.

Es gibt viele Gründe m-pathy zu testen!

Eines der Hauptargumente für solche Online-Anwendungen sind oftmals die Kosten, die mit einer sonst üblichen Analyse von Webanwendungen in einem Usability-Labor einher gehen. Denn nicht jeder kann sich aufgrund teilweise doch beträchtlicher Kosten ein solches Usability-Labor mit entsprechend der Zielsetzung ausgerichteten Tests leisten. Daher besitzen Anwendungen wie die von m-pathy wirklich gute Möglichkeiten seine Daten analysieren zu können.

Mausbewegungen, Klicks und Scrollbewegungen mit m-pathyUm m-pathy testen zu können, benötigt man keine zusätzliche Installation einer Software, ein Testlabor oder auch entsprechende Testpersonen. Man muss, um die Interaktionen der Website-Besucher wie mit wie bei crazyEgg aufzuzeichnen zu können, lediglich ein Benutzerkonto einrichten und den daraus genierten Javascript-Code in den Quelltext der entsprechenden Website einfügen. Das aufgezeichnte Userverhalten kann dann abgespielt und analysiert werden. Herkömmliche Webanalyse-Tools wie bspw. Google-Analytics liefern durchaus aufschlussreiche Statistiken und Diagramme.

Als Anwender von m-pathy hingegen kann, wenn man über den entsprechenden Account verfügt, dass Interaktionsverhalten der Nutzers detailiert beobachten und analysieren. Denn schließlich sollen die Schlussfolgerungen auch entsprechende Veränderungen in Bezug auf eine optimierte Nutzerführung mit sich bringen.

Wie "aktiv" sind Eure Webseitenbesucher wirklich?

Mausbewegungen, Klicks und Scrollbewegungen mit m-pathyBevor wir uns dem Screenshot widmen, werfen wir noch einmal einen kleinen Blick auf die obige kleine Abbildung, die einen Eindruck der Aktivität eines ausgewählten Besuchers gibt. Dieser war von 4:03 Minuten die er sich auf dem Artikel "Vorschau auf Caffeine - Googles neuer Suchmaschinenarchitektur" 2:48 Minuten "aktiv". Allein diese zwei Werte lassen einen Schluss bereits vor dem Blick auf den Screenshot zu. Der Besucher hat nicht den ganzen Artikel gelesen, sondern ihn gescannt. Das Abspielen dieses Besuches im m-pathy Test-Account bestätigt diese Annahme.

Rauf, runter, links und rechts - m-pathy is watching you!

Was auf den ersten Blick nach dem Malversuch eines 1-jährigen Kindes aussieht, ist in Wirklichkeit die Aufzeichnung der Maus- und Scrollbewegungen ( blaue Linien ) und Klicks ( Punkte ) eines Users beim Besuch des bereits erwähnten Blogbartikels. Da ein Drittel aller Besucher den Bereich beachten den sie mit dem Maus-Cursor besuchen, lassen sich somit auch in der Testversion von m-pathy tendenziell die Gebiete verifizieren, die den Besucher interessieren. Der Pro-Account von m-pathy erzeugt zusätzlich sogenannte Movementmaps, über die sich sämtliche Mausbewegungen darstellen lassen. Diese Heatmaps lassen sich außerdem in zeitlich gestaffelten Abläufen dokumentieren, wodurch eine Analyse den zeitlichen Verlauf nachstellen kann. So können unter anderen extakt die Stellen in einem Formular herausgefiltert werden, die zu einer Erhöhung der Abbruchrate führen. Da die Usability von Formularen zu den problematischsten Interaktionsbereichen einer Website gehören, hat dieses Feature einen unschätzbaren Wert für jeden Usability-Experten.

Mit Mousetracking zur webseiten-Analyse!

1. Der Artikel-Scan - Die Aufzeichnung der Besuches startet auf dem Banner des netzpepper-campus direkt unter der Artikelunterschrift. Die dann bis zum Ende des vierten Kommentars durchgezogene blaue Linie verdeutlicht, dass sich der Leser auf der einen Seite nicht nur für den Artikel sondern auch für die anschließende Diskussion interessiert. Die stetige Bewegung des Scrollrades lässt aber auch die Vermutung zu, dass der Besucher den Artikel "nur" überflogen und nicht vollständig gelesen hat.

2. Die Kommentarübersicht - Im Anschluss an den Artikel hat sich der Besucher drei der bisherigen vier Kommentare etwas näher angesehen. Hierbei ist vor allem die mehr oder weniger identische Vorgehensweise ( Bewegungsrichtung ) interessant. Alle drei fixierten Namen, der besagten Kommentatoren, wurden von rechts unten anvisiert und haben dann in etwa über den selben Weg den jeweiligen Kommentar wieder "verlassen". Eine entsprechende Analyse könnte hier zu dem Schluss kommen, dass insbesondere bei Rechtshändern dieser Bereich aufgrund der relativ hohen Aktivität in diesem Bereich der Kommentare, für Werbung ( welcher Form auch immer ) durchaus prädestiniert wäre.

3. Der Webseiten-Scan - Nach dem der Besucher den Artikel inklusive der dazugehörigen Kommentare verfolgt hat, widmet er sich der Marginalspalte des Webstandardblogs. Nachdem der Besucher vom Ende des Artikels von unten nach oben gescrollt hat und auf Höhe der Werbepartner sich diese etwas näher ansieht, geht er weiter nach oben und schaut sich die 3 zu verkaufenden SEO-Domains ausführlicher an und verabschiedet sich dann über die Blogüberschrift "Webstandard" über die linke Seite nach 4:03 Minuten von Webstandardblog.

m-pathy - mit Mousetracking zur webseiten-AnalyseFazit: Das hier aufgeführte Beispiel eines Blogbesuches stimmt vom Ablauf des Besuches, mit denen der meisten anderen Besuchern tendenziell überein. Artikel lesen oder überfliegen, Kommentare lesen oder überfliegen und sich dann eventuell auf der Suche nach anderen interessanten Links, dem Rest der Webseite widment. Die Art der Bewegungsrichtung der Maus ( der Großteil der Aktivität spielt sich auf der rechten Seite des Bloglayouts ab ) lässt mich vermuten, dass es sich bei dem Besucher oder der Besucherin um einen Rechtshänder gehandelt hat, da diese im Vergleich zu Linkshändern wesentlich häufiger den rechten Bereich neben dem Webseitenlayout zum Scrollen nutzen. Und auch das nahezu identische Bewegungsmuster im Kommentarbereich ähnelt dem meinigen und ich bin Rechtshänder.

Außerdem lassen mich die aufgezeichneten Daten vermuten, dass dieser zufällig ausgewählte Besucher sich durchaus mit dem Internet auskennt. Denn in all den Bereich der Webseite in denen sich Verlinkungen befinden, wie bspw. im Kommentarbereich, bei den Werbepartnern oder den zum Verkauf stehenden Domains, hat dieser Besucher mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ziel über die Statuszeile "lediglich" betrachtet und nicht darauf geklickt. Noch ein Verhalten welches dem meinigen durchaus ähnelt. Alles in allem kann man sich selbst mit auf m-pathy basierenden Stichproben einige Fragen beantworten.

  • Welche Bereiche einer Webseite wurden vom Besucher wahrgenommen?
  • Wie effektiv ist die interne und externe Verlinklung innerhalb der Beiträge?
  • Welche Bereiche der Webseite wurden gelesen und welche vielleicht nur überflogen?
  • Ist das Navigationskonzept verständlich?
  • Wird Werbung wahrgenommen und wenn ja welche ( Werbebanner, Textlinks, Werbevideos, etc. )?
IP-Filter - Eigene Aktivitäten ausblenden!

Ein aus anderen Webanalyse-Tools bekanntes Feature wird auch beidieser Anwendung verwendet. Die Rede ist vom IP-Filter. Über diesen kann und sollte aus Gründen der Objektivität, der eigene erzeugte Traffic ( Administrationsaufgaben, Textkorrekturen, Layoutanpassungen ) ausgeblendet werden, da dieser nicht das reale Verhalten Eurer Besucher wiederspiegelt.

Fazit:Die m-pathy Mousetracking-Technologie eröffnet einem auch im Test-Account interessante Einblicke in das Surfverhalten der Besucher von Webseiten und kann bei entsprechender Analyse, zur Optimierung eines Webauftrittes führen. Alles in allem kann ich m-pathy, ebenso wie Steven, jedem nur ans Herz und sei es "nur" zum Testen.

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  1. Paul
    26 Aug 2009, 08:52

    Diese Dienste laufen meist auf JavaScript Basis und ich meide solche Seiten prinzipiell. Ich finde das zu weit in die Privatsphäre des Besuchers eingegriffen wird.


  2. Webstandard-Team
    26 Aug 2009, 09:11

    @Paul: Selbstverständlich laufen diese Dienste über JavaScript. Aber meinst du Google-Analytics, welches du verwendest, speichert keine Daten? Wer sich, wie viele kleine oder mittelständische Unternehmen, aufgrund der doch beträchtlichen Kosten ein Usability-Labor mit eingehende Tests nicht leisten kann, besitzt mit solchen Anwendungen wirklich gute Möglichkeiten seine Daten analysieren zu können.


  3. ledzep
    26 Aug 2009, 09:40

    Danke für den Beitrag!

    Habe vor einiger Zeit mit anderen Heatmaps experimentiert und kann nur zustimmen, dass die Erkenntnisse daraus sehr wertvoll sind.
    Das vorgestellte Werkzeug finde ich gut, auch der Umfang des Test-Accounts ist für den Einstieg super.

    Aber etwas treibt mich zunehmend um: Wie ist die rechtliche Situation (siehe GoogleAnalytics)? Selbst wenn keine IP-Speicherung erfolgt (?) müsste der User doch eigentlich unübersehbar auf das Tracking hingewiesen werden. Zumal ja recht weitreichende Schlüsse (rechthändig) gezogen werden können


  4. Webstandard-Team
    26 Aug 2009, 09:51

    @ledzep: Bezüglich des Datenschutzes-Hinweises, kann ich dies nur bestätigen. Die User müssen auf das Tracking hingewiesen werden. Im Falle des Webstandardblogs geschieht dies über den im Footer positionierten Link "Datenschutzbestimmungen", in dem im Verlaufes des m-pathy Tests, auch auf dieses Tool hingewiesen wurde, so wie es jetzt aktuell für Google-Analytics und Woopra der Fall ist.


  5. Thomas Scholz
    26 Aug 2009, 13:05

    Könntest du nochmal genauer ausführen, warum der Besucher den Artikel nicht gelesen hat? Zwei Minuten reichen für diesen kurzen Text ja trotz Blocksatz bequem.
    Zeigt der Bericht auch das Scrolltempo?


  6. Webstandard-Team
    26 Aug 2009, 13:39

    @Thomas: Weil der Besucher nicht 2 Minuten zum lesen hatte, sondern 1:15min (4:03min (Besuchszeit) - 2:48min (Aktivität -Scrollen). Außerdem sind die Zeiträume in denen der Besucher hier nicht aktiv war und damit überhaupt erst Zeit hatte zu Lesen über den ganzen Zeitraum verteilt und nicht in einem "Zeitbereich" angesiedelt ( siehe Grafik zur Aktivität ). Die sagen wir mal ca.4 Bereiche in denen der Besucher "still gehalten" hat, belaufen sich auf ca. 10 Sekunden und in denen hast auch sicherlich du den Text nicht durchgelesen. Oder etwa doch?

    Das Scrolltempo wird durch die "Aktivitätsgrafik" natürlich nicht deutlich. Aber die Sessions der Besucher sind bei m-pathy als Flashmovie abspielbar. Aus diesem kannst du dann natürlich auch erkennen, wie schnell der jeweilige Besucher zum Beispiel deinen Content "abgescrollt" hat.


  7. Stefan Meißner
    26 Aug 2009, 15:08

    Hallo Webstandard-Team,

    vielen Dank für den Test von unserem Tool und natürlich für das öffentliche Feedback. Es freut uns natürlich sehr, wenn andere Website-Betreiber den Sinn von unserem Tool sehen und einen konkreten verwertbaren Nutzen daraus ziehen.
    Bezüglich der Datenschutzproblematik handhaben wir es so, dass die IP des Nutzers nicht in unserem System gespeichert wird, so dass eine Identifizierung des Nutzers nicht möglich ist. Zudem empfehlen wir jeden Nutzer unseres Tools einen Satz in die eigenen Datenschutzbestimmungen oder in das Impressum zu stellen (ein Vorlage gibt es in unseren FAQs). Derzeit arbeiten wir zudem an einer Opt-Out-Möglichkeit von Nutzern, die nicht mit m-pathy (auf welcher Website auch immer) getrackt werden wollen. Damit ermöglichen wir es jedem Nutzer für sich selbst zu entscheiden, ob er aufgezeichnet werden will oder nicht. Wir verstehen die Unsicherheit, die mit den neuen technischen Möglichkeiten einhergehen, doch der Nutzen für den einzelnen Websitebetreiber und damit letztlich für jeden Nutzer dieser Websites steht für uns außer Frage.

    Viele Grüße aus Dresden,
    Stefan Meißner


  8. admin
    26 Aug 2009, 15:32

    Prinzipiell sicherlich sehr hilfreich. Problematisch aber eben der Datenschutzhintergrund.

    Ich würde das Tool eher ereinzelnd und vor allem zeitlich begrenzt einsetzen wie zb einmal ne Woche laufen lassen und dann schaun und das Ganze vielleicht alle 3 Monate.
    Dies sollte genug Daten liefern, je nach Besucherzahlen, evt reicht sogar ein Tag.


  9. ledzep
    27 Aug 2009, 05:52

    @ Webstandard-Team - 26 Aug 2009, 09:51

    Danke für die Antwort!
    Wenn das reichen würde, stünde einem Einsatz von Tracking-Tools allgemein nichts im Wege.
    So wie ich die Lage aber sehe - wäre schön wenn ich mich irren sollte - ist die unerfüllbare Optimalforderung ein modales Fenster beim Seitenaufruf, das den Besucher auf das Tracking hinweist und ihm die Möglichkeit zum Abbruch gibt.
    Alles unter dieser Lösung bleibt rechtlich derzeit noch problematisch.

    @ Stefan Meißner 26 Aug 2009, 15:08
    Vielen Dank für die Klarstellung bzgl. der IP. Ist auf jeden Fall ein großer Pluspunkt.


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