Twick.it - Wie viel Wissen passt in 140 Zeichen?

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Twick.it - Wie viel Wissen passt in 140 ZeichenHeinz Wittenbrink hat Twitter in seinem Weblog "Lost and Found" einmal als "Wikipedia der Nachrichten" bezeichnet. Diesen Gedanken haben zwei Twitter-Fans weiterentwickelt und ein Art Mini-Wikipedia gebaut, bei dem jeder Eintrag und das mag bei dieser Bezeichnung kaum überraschen, genau 140 Zeichen lang sein darf. Aber reicht das, um ein Thema zu erklären? Wie viel Wissen lässt sich in 140 Zeichen unterbringen? Und kann Wissensvermittlung genauso viel Spaß machen wie Twitter? Aus welchem Grund sollte sich irgendjemand daran beteiligen? Genau diese Fragen will die Erklärmaschine Twick.it beantworten.

... Die Begrenzung [...] auf das Wesentliche schärft die Sprache. [...] ...

Seit nun ca. drei Wochen ist Twick.it online erreichbar. Knapp 3.700 Erklärungen, die Twicks genannt werden, von gut 150 Nutzer sind bisher eingegangen. Kein schlechter Start für das private Web 2.0-Projekt von Markus Möller und Sean Kollak, das sich laut eigener Auskunft noch in der Beta-Phase befindet. Erst Ende des Jahres soll der offizielle Startschuss erfolgen. Diese Zeit wollen die Entwickler nutzen, um das Feedback der Beta-Tester auszuwerten ( genr auch via Twitter-Account ). Darum kann sich schon jetzt jeder auf Twick.it registrieren, Themen erklären und verlinken und die Erklärungen von anderen Nutzern bewerten.

Wettkampf der Erklärungen

Twick.it - Wettkampf der ErklärungenBei Twick.it kann jeder Erklärungen formulieren – aber sie dürfen von keinem anderen Nutzer bearbeitet werden. Darum gibt es zu jedem Thema viele verschiedene Erklärungsansätze. Die spannende Frage ist: Wer kann ein bestimmtes Thema am besten erklären? Dazu dient die Bewertungsfunktion: Je besser eine Erklärung von anderen bewertet wird, desto höher wird sie bei folgenden Suchanfragen gelistet. Begriff mit den meisten Twicks ist aktuelle im übrigen Jesus Darüber hinaus kann der Twick mit einem Link ( follow ! ) zu einer beliebigen Internetadresse, die weiterführende Informationen enthält, ergänzt werden. Ein gefundenes Fressen für Suchmaschinenoptimierer und Blogger, die an den zurzeit heiß diskutierten Relevanzkriterien der Wikipedia verzweifeln.

In der Kürze liegt die Würze

Twick.itZurück zur eingangs gestellten Frage, wie viel Wissen in einen Tweet oder Twick passt. Diese Frage stellte sich auch Nicole Simon, Autorin des Buches "Twitter. Mit 140 Zeichen zum Web 2.0." In der Einleitung zitiert sie den in der Twitter-Szene sehr bekannten Cem Basman folgendermaßen: "Die Begrenzung [...] auf das Wesentliche schärft die Sprache. [...] Es sind Skizzen der Befindlichkeit, Momentaufnahmen, Stichwörter. Schlagworte. Und doch sagt es alles aus, was man will. Es gibt wahre Meister darin. ..."

So ähnlich ist es auch Twick.it – mit einer entscheidenden Ergänzung. Durch eine semantische Analyse erkennt die Erklärmaschine sowohl verwandte Themen als auch die wichtigsten Schlagworte, die in der Tag-Cloud oder dem Wissensbaum übersichtlich dargestellt werden. So können Themengebiete schnell und einfach erforscht werden. Und die Twicks ergänzen sich nach und nach zu einem sicherlich "gewaltigen Wissenskomplex".

Warum aber sollte man mitmachen?

Die Antwort auf diese Frage füllt einfach. Die Erklärungen, die in Twick.it gesammelt werden, können dank Widgets und API-Schnittstelle von allen genutzt werden. Zum Beispiel lassen sich Erklärungen aus einem bestimmten Themenbereich per RSS-Feed direkt im Blog integrieren. Laut den Entwicklern steht für Wordpress-Anwender auch ein entsprechendes Plugin bereits in den Startlöchern. Damit kann jeder Begriff markiert werden – sobald dieser auf Twick.it erklärt wurde, erscheint automatisch ein Tool-Tipp auf deinem Blog. Gerade für Blogs mit einer klaren thematischen Ausrichtung und/oder vielen erklärungsbedürftigen Fachbegriffen könnte eine solche "Erklärmaschine" damit noch sehr interessant werden.

Das ganze Konzept ist natürlich abhängig davon, ob sich genügend Nutzer mobilisieren lassen, die an dem Projekt mitmachen und es mit sinnvollen Wissensbausteinen füllen.

Also: ausprobieren.

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  1. Susanne 30 Nov 2009, 11:18

    Interessante Idee! Bei so manchem Begriff dürfte die Begrenzung von 140 Zeichen allerdings zu einer echten Herausforderung bei der Definition führen.


  2. Frank 30 Nov 2009, 12:14

    Habe mich dort gerade mal ein wenig umgesehen und muss sagen, dass es noch eine Menge wichtiger ( und somit eventuell auch traffic-starker ) Begriffe noch nicht definiert sind. Danke für Twick-it-Tipp!


  3. Markus Möller
    30 Nov 2009, 14:47

    Vielen Dank für den Bericht.
    Hoffen wir mal auf viele Mitstreiter.


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