JPG gegen GIF und PNG - Finde das ideale Dateiformat für Bilder
-
Graphic Corner
- 8 Mär, 2010
Twittern - Kommentare (21)
JPG vs. GIF und PNG - Die drei großen Webformate stellen ohne Frage JPG, GIF und PNG da. Doch worin liegen die Unterschiede und welche Vor- und Nachteile bringen die jeweiligen Formate überhaupt mit sich. Eine Frage der man sich spätestens beim Erstellen des Bildmaterials seiner ersten eigenen Internetseite gegenüber steht. In diesem Artikel werden Euch daher diese drei Dateiformate von Bildern etwas näher vorgestellt. Hierbei werden ihre Tücken und ihre Stärken anschaulich erläutert und die hauptsächlichen Einsatzgebiete erklärt, denn jedes einzelne Bildformat hat bestimmte Stärken, die es für ein oder mehrere Einsatzgebiete interessant macht. Die Stärken dieser Formate liegen bspw. eindeutig in der geringen Dateigröße wodurch Internetseiten die Bilddaten enthalten schnell geladen werden können.
Kompression von Bildmaterial
Diese Reduzierung der Bilddaten in ihrer Dateigröße nennt man Kompression. Die Dateigröße wird sozusagen zusammengepresst wodurch ein z.B. ursprünglich 2 MB großes Foto plötzlich nur noch 500 KB Speichergröße einnimmt und somit viermal so schnell geladen werden kann. Das diese Kompression erreicht wird muss logischerweise etwas mit dem eigentlichen Bildmaterial geschehen. Diese müssen mit Hilfe bestimmter Algorithmen neu berechnet werden und unterliegen so einigen Einschränkungen was Qualität und Eigenschaft der Datei betrifft. Dabei können Bilder verlustfrei und verlustbehaftet komprimiert werden. Verlustbehaftet bedeutet in diesem Fall, dass Bilddaten optisch verändert werden um eine geringere Dateigröße zu erlangen. Verlustfrei hingegen bringt keine optische Veränderung mit sich, da der eigentliche Code der sozusagen das Bild ergibt angefasst und verändert wird.
... Je nach Verwendungszweck gibt es das bessere Format zu dem ihr greifen könnt, einen finalen Allrounder sucht man allerdings vergebens ...
Wer sich jetzt fragt, welches das beste Bildformat für den eigenen Internetauftritt darstellt, muss eigentlich immer je nach Verwendungszweck neu abwägen. Schauen wir uns mal anhand einiger Beispielbilder die Vor- und Nachteile der drei Formate JPG, GIF und PNG etwas näher an. Zugrunde für die Berechnung der Dateigröße liegt jeweils nur das Hintergrundbild einer Kirche. Im Original hat dieses Bild als JPG in höchster Qualität eine Dateigröße von etwa 400 kbyte. Über dieses Bild wird eine Grafik in Form eines Sterns gelegt, um auf diese Weise die mögliche Darstellung der Transparenz aufzuzeigen.
JPG - Joint Photographic Experts Group
JPG oder JPEG steht für Joint Photographic Experts Group. Der unschlagbare Vorteil von jpg ist der geringe Speicherplatzbedarf, es hat aber dadurch einen entscheidenden Nachteil, die Komprimierung verschlechtert die Bildqualität. Je nach eingesetzter Kompressionsrate wird das Bild mehr oder weniger komprimiert und dadurch in seiner Qualität mehr oder weniger verschlechtert. Bei der Komprimierung kommt es zur Bildung von sog. Artefakten welche in der besten Qualitätsstufe kaum sichtbar sind, sich allerdings je nach Kompressionsrate ausgeprägter und teilweise deutlich erkennbar herausbilden ( im Screenshot in höchster Komprimierung etwas übertrieben dargestellt um den Effekt klar erkennbar zu machen ). Weiterhin unterstützt das Format keine Transparenz wodurch tatsächlich leere Bereiche mit weißer Farbe aufgefüllt werden. Generell ist JPG bestens geeignet um Bilder in fotografischer Qualität abzubilden ohne das eine tatsächlich spürbare Minderung der Bildqualität vorhanden ist. Unschön wird es bei Illustrationen da hier die Kompression deutlich sichtbar wird.

Abb. 1 JPG - Joint Photographic Experts Group
Im Beispielbild seht ihr wie sich gerade im Bereich der Wolken und der Blätter die sog. JPG-Artefakte bilden und so unschöne Kanten produzieren. Die Stern-Grafik kann im JPG nicht transparent eingesetzt werden und erzeugt einen weißen Hintergrund.
GIF - Graphics Interchange Format
Das Graphics Interchange Format ist ein mittlerweile etwas in die Jahre gekommenes Format das allerdings mehrere große Vorteile hat. Es bietet zum einen die Möglichkeit Animationen mit bestimmten Zeitintervallen abzuspeichern und zum anderen kommt es mit einem niedrigen Speicherbedarf aus. Darunter leidet aber die Qualität. Mit nur 8-Bit Farbtiefe werden lediglich 256 Farben unterstützt. Das hat zufolge, dass Fotos stark in der Wiedergabe leiden und, motivabhängig, unansehnlich werden. Aufgrund dieser Einschränkung ist GIF für den Webbereich nur interessant wenn es darum geht einfache Animationen zu erstellen oder einfache Grafiken wie z.B. Cliparts darzustellen. Wenn Fotos abgebildet werden kommt es in den komplexen Farbverläufen, aufgrund der nur 256 darstellbaren Farben, zu heftigen Stufenbildungen und das Bild wirkt eher wie eine Comic-Zeichung als ein echtes Foto.

Abb. 2 Graphics Interchange Format
In der Beispiel-Abbilund ist dieser Comic-Look in den Wolken sehr gut zu erkennen. Eine fotografische realistische Abbildung ist hier nicht möglich. Dagegen ist eine transparente Darstellung der Grafik möglich und darüber hinaus wäre eine Animation umsetzbar.
PNG - Portable Network Graphics Format
Das Portable Network Graphics Format ist ein noch relativ junges. Es zeichnet sich durch einen geringen Speicherbedarf aus und unterstützt dabei noch Transparenzen. Es wurde als patentfreier Ersatz von GIF konzipiert bietet allerdings abhängig vom Motiv eine bis zu 25% stärkere Kompression. Generell ist der Einsatz von PNG allerdings in Sachen Bildqualität in jeder Hinsicht unbedenklich, da es sich hierbei um ein verlustfreies Bildformat handelt. Dies hat allerdings zur Folge das Fotos teilweise nicht so stark in ihrer Dateigröße reduziert werden können wie es bei JPG der Fall ist. Die perfekte Bildwiedergabe ist im Beispiel gut zu erkennen. Es gibt weder Farbprobleme noch irgendwelche Artefakte. Die Transparenz wird in der Grafik ebenso unterstützt wie bei dem GIF.

Abb. 3 PNG - Portable Network Graphics Format
Ein Haken hat PNG allerdings, wie in Abbildung 3 zu erkennen ist die Dateigröße bei diesem Motiv, trotz Kompression im Vergleich zu den anderen Beiden Bildformaten angestiegen. Die perfekte Bildwiedergabe ist in der Beispiel-Abbildung ist gut zu erkennen. Es gibt weder Farbprobleme noch irgendwelche Artefakte. Die Transparenzwird in der Grafik ebenso unterstützt wie bei dem GIF. Dabei gibt es allerdings zwei Unterscheidungen. Speichert man als PNG-8, dann erhält man die gleiche Art der Transparenz wie bei GIF. Kurz gesagt gibt es entweder nur transparente Pixel oder nicht transparente Pixel. Bei PNG-24 hingegen werden durch die Verwendung von "Alpha Transparenz" Pixel wirklich transparent und gehen so sanft in den Hintergrund über.
Fazit
Ihr seht schon, das beste Bildformat gibt es nicht. Je nach Verwendungszweck gibt es das bessere Format zu dem ihr greifen könnt, einen finalen Allrounder sucht man allerdings vergebens. Wollt ihr eine Animation unterbringen, dann müsst ihr zu GIF greifen. Geht es um Grafiken die Tranparenzen und fotografische Wiedergabe vereinen dann müsst ihr zu PNG greifen. Steht die reine fotografische Abbildung im Vordergrund dann ist JPG mit einer vertretbaren Kompressionsrate die erste Wahl. An folgende Faustregel versuche ich mich bei der Wahl des Bildformates zu halten:
- JPG - Wenn Fotomaterial im Netz detailgetreu dargestellt werden muss. Allerdings Kompromiss zwischen Kompression und Qualität finden.
- PNG - Wenn Icons, technische Zeichnungen oder Grafiken angezeigt werden sollen. Bei Fotomaterial das transparente Bereiche darstellen muss.
- GIF - Wenn kleine Animationen erstellt werden müssen.
Wenn ihr noch tiefer in die Welt der Bildformate eintauchen wollt, ist ein Blick auf Inhalte zu diesem Thema bei Wikipedia immer zu enmpfehlen. Hier steht zu den meisten Formaten eine fasst wissenschaftliche Abhandlung, die neben der jeweiligen Geschichte noch diverse sehr technische Details beherbergt ( JPG, PNG und GIF ).
Autor: Verfasst hat diesen Artikel Joachim Brückmann, den wir über diesem Wege als Gast-Blogger im Webstandard-Blog herzlich willkommen heißen. Joachim ist im übrigen der Mann hinter dem Projekt Pixelstarter. Dort widmet er sich, wie die Beiträge und Tutorials belegen, mit großer Hingabe dem Thema digitalter Bildbearbeitung. Daher verwundert es auch nicht, wenn es auf Pixelstarter.de eine für Einsteiger sehr interessante Zusammenfassung der hier vorgestellten und zahlreicher andere Bildformate zu finden sind. Sehr zu empfehlen für Einsteiger ist im übrigen auch die Pixelstarter Starter Edition von Joachim - ein kostenloses Videotraining das Grundlagen in Photoshop in rund 25 Tutorials vermittelt.
Werde auch du Gastautor im Webstandardblog!
Um Themengebiete wie diese, für die sich die Leser interessieren anbieten zu können, möchten wir über diesem Wege weiterhin anderen Bloggern die Möglichkeit geben, ihr Fachwissen mit unseren Lesern teilen zu können. Voraussetzung ist lediglich, dass sich diese Artikel in den vorhanden Kategorien unseres Blogs untergebracht werden können und der jeweilige Autor über entsprechendes Fachwissen verfügt.















Oh, das PNG diesen Nachteil in Sachen Dateigröße aufweist war mir bislang nicht klar. Naja, man lernt halt nie aus :-)
Und was ist mit SVG? ;)
btw...sind captcha's nicht eine Barriere und sehr benutzerunfreundlich ? Ich denke für eine Seite die mit Webstandars wirbt..sollte man auch 101% Benutzbarkeit garantieren.
Noch ein Nachtrag zur Transparenz: Bei gif gibt es nur die Option an oder aus, png kann auch stufenweise Transparenz - ein Hintergrund kann also mehr oder weniger stark durchschimmern.
Klaus
08 Mär 2010, 13:23
Recht guter Artikel, aber auf den entscheidenden Unterschied zwischen GIF und PNG wurde nicht wirklich eingegangen. Es liest sich ein bisschen so als würde sich die Transparenz bei GIF und PNG nicht unterscheiden.
Wichtig ist aber vor allem für Anfänger, dass bei GIF-Grafiken oft am Rand der Transparenz Störungen entstehen, da ein Pixel entweder komplett transparent ist oder farbig. Wenn man das Bild allerdings als PNG-24 speichert (PNG-8 kommt zum gleichen Ergebnis wie das GIF-Bild) gibt es die Möglichkeit der sogenannten "Alpha Transparenz". Das heißt das der Rand der Transparenz, oder einzelne Pixel wirklich transparent sind und so in den Hintergrund übergehen.
Liebe Grüße aus Köln
08 Mär 2010, 13:58
@Chris: Glaub mir, dass Catchas eine Barriere darstellen ist mir durchaus bewusst aber dem Webstandard-Blog liegt die Blogplattform "Kulando" und dessen Backend zur Verfügung und vorhandene Funktionen können genutzt werden oder nicht. Funktionen wie das der Captchas, können aber nicht verändert werden. Aber das ist auch nicht neu, sondern seit Bestehen des Blogs 2005 der Fall.
SVG ist eine empfohlene Spezifikation zur Beschreibung zweidimensionaler Vektorgrafiken, in diesem Artikel geht es um Dateiformate für Bilder.
@Klaus: Wurde angepasst ;o) Danke!
Mir war nie bewusst, welche gravierenden Unterschiede zwischen den einzelnen Bildformaten bestehen. Das bedeutet, dass ich immer mal wieder überdenken muss, welches Format ich verwenden möchte. Bisher hatte ich immer JPG und war auch ganz zufrieden. Ich werde allerdings demnächst die anderen Formate testen und anschließend eine neue Entscheidung treffen.
08 Mär 2010, 18:35
Je nach Webdesign Projekt zu beachten: Die PNG Transparenz wird von älteren Browsern (IE
PNG kann wie GIF auch mit reduzierter Farbpalette arbeiten und damit also ebenso verlustbehaftet sein, wenn man sparen will. Der Unterschied zwischen GIF und PNG/246 fällt dann natürlich völlig anders aus, sodass der Vergleich hier dort arg hinkt.
Ich komme bei der PNG-Konvertierung auf Basis des JPEGs übrigens auf verlustfreie 235K, bei Reduktion auf die mit dem GIF vergleichbaren 256 Farben auf 92K. Klingt anders als 500K.
Vielen Dank für diese kleine Abhandlung, die ich sehr gut für ein schulisches Projekt verwenden kann. Dateiformate haben für meine Begriffe sehr viele Haken und Ösen, das bestätigen dann sehr wohl auch die Kommentare hier. Finde die Art und Weise wie der Artikel gezielt einzelne Merkmale herausarbeitet sinnvoller als jede einzelne Option im Detail auszuarbeiten. Das würde es nämlich dann für "Unwissende" wie mich nur unnötig kompliziert machen. Die Basis die man sich auf diesem Weg erarbeitet ist wertvoller als eine wissenschaftliche Abhandlung ;-) Die gibt es ja bei Wikipedia und Co. zugenüge und darauf weist der Artikel im Übrigen so hin!
Nochmals Danke
Martin L.
Netter Bericht,
ich denke es ist auch noch wissenswert, dass PNG zum einen Teiltransparenzen unterstützt(GIF nicht), auch wenn dieses Feature im IE 6 noch nicht verfügbar ist...
11 Mär 2010, 01:25
Man hätte vielleicht auch auf die dpi Zahl eingehen können.
Allgemein nutze ich meistens für s/w oder Webfarben Sachen Gif und für farbige Sachen/Fotos JPGs
PNGs nutze ich fast nie
Ich sag auch immer, jedes Bild braucht seine individuelle Lösung. :)
Vielen Dank für diese "Zusammenfassung" der unterschiedlichen Bildformate.
Bitte mehr davon!!!
06 Apr 2010, 10:57
Auch wenn es jetzt wieder Schläge aus allen Richtungen hagelt. Ein kurzer Hinweis zur Kompatibilität der Alpha-Tranzparenz bei PNG in älteren Browsern (jaja es geht vor allem um den IE6) wäre sinnvoll gewesen, selbst wenn man den persönlich nicht mehr supporten möchte! ;)
Ansonsten schöner Übersichtsartikel, den man Einsteigern gut zu lesen geben kann.
War ein interessanter Artikel. Vieles über JPG, PNG und GIF kannte ich schon und ich bevorzuge für meine Bilder in der Regel das PNG Format. Für Animationen benutze ich GIF
JPG benutze ich selten und nur dann, wenn das Bild klein sein soll, damit man es schnell verschicken kann.
Bis jetzt hab ich auf das Format von Bildern nicht weiter geachtet und alle in jpg umgewandelt. Ich werde nun demnächst mal darauf achten.
Sehr schöne Erklärung, und dann für die "Ausschmückung" mit den Fotos, da sieht man wenigstens gleich die Unterschiede
23 Jun 2010, 11:24
Vielen Dank für die Vergleiche und Erklärungen. Ich persönlich nutze überwiegend jpg. und gif. Gif nur, wenn ich kleine Animationen erstelle. Hauptsächlich dann doch jpg.
Ich hab bis jetzt gar nicht auf die Qualität geachtet. Ich hab immer .jpg ausgewählt, weil damit die Dateigröße am kleinsten ist. Für Qualität sollte ich wohl eher auf .png setzen.
Man erkennt auf den Bildern fast gar keinen Unterschied! Außerdem reicht das Format jpeg vollkommen aus, wenn es für den privat Gebrauch ist. Man darf nicht vergessen, dass jpeg die Bilder unheimlich komprimiert. GIF benutzt man eigentlich nur, wenn man Avatare in Foren verwendet z.B.
PNG braucht wirklich nur wenn das Bild für wichtige Anlässe verwendet wird... also so mach ich das zumindest!
Ich setzte seit neustem bei Animationen auf animierte PNG's (APNG). Damit ist Gif endgültig überflüssig.
Vorteil, mehr als 256 Farben und Alphatransparents möglich. Und für IE, Safari und Chrome, gibts eine Javascript Lösung, damit die es auch korrekt darstellen können.
Ich finde, es ist gut formuliert, so dass auch ich das einigermaßen verstehe. ;)
Ich muss einen Vortrag für Info ausarbeiten und habe schon andere Websites gesehen, bei denen ich gar nix verstanden habe. Allerdings kann ich, wenn ich mir die Kommentare der anderen durchlese, wieder nicht mitreden. ;)