Browser-Auswahlbox von Microsoft - Position vs. Logo-Design
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Browser
- 9 Mär, 2010
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Browser-Auswahlbox - Die Frage nach der Installation eines Browsers war auf Betriebssystemen von Microsoft bisher eher keine Frage der Auswahl, sondern ein Vorgang der bei der Installation des Betriebssystems ( Windows XP, Windows Vista, Windows 7, ... ) durch selbiges vorweggenommen wurde. Seit Anfang März muss Microsoft nun in dem sogenannten "Ballot Screen" Windows-Nutzern in Europa eine freie Browserwahl ermöglichen. Das Interessante an dieser Browser-Auswahlbox ist eigentlich nur, ob und wenn ja in welchem Umfang dies mögliche Auswirkungen in Bezug auf Browserstatistiken haben wird. Ausschlaggebend hierfür dürften insbesondere die nach dem Zufallsprinzip gewählte Position der Browser-Logos, aber auch deren Design sein.
Die Browser-Auswahlbox und ihre ( möglichen ) Folgen für die Hersteller
Windows-Nutzer, die den Internet Explorer als Standard-Browser eingestellt haben, erhalten nach einem Update der Bestätigung eines Hinweisfensters zunächst die hier abgebildete Browser-Auswahlbox, die neben den Marktführern IE, Firefox, Opera, Chrome, Safari außerhalb des sichtbaren Bereiches noch 7 Webbrowser in der Browser-Auswahlbox beinhaltet.

Abb.1 Abbildung aller Browser der Browser-Auswahlbox
Die momentane Umsetzung führt dazu, dass die TOP-5 des Browsermarktes ohne Scrollen zu erreichen ist und die anderen sich außerhalb des direkt einzusehenden Bereiches befinden. Vor allem weniger technik-affine Anwender könnten die Möglichkeit des Scollens durchaus "übersehen", womit die Browser im hier grau abgebildeten Bereich von Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum wahrgenommen werden. Ein Fakt der dafür sorgen wird, dass der Abstand der Top-5 zu den restlichen Browsern nur noch größer werden wird als er bereits jetzt schon ist.
Position vs. Logo-Design
Die Aussage von norwegischen Browserhersteller Opera, dass sich die Downloads seit der Existenz der Browser-Auswahlbox verdreifacht haben und die Tatsache, das Google-Chrome bisher meist ganz links an Position 1 und der Internet Explorer an fünfter Stelle ganz rechts abgebildet wurde und Microsoft den Algorithmus der Browser-Auswahlbox überarbeiten musste, haben dazu geführt das ich einen kleinen und in keinster Weise repräsentativen Test mit der Eye Tracking-Anwendung Feng Gui durchgeführt haben. Denn dieser soll meine Vermutung zumindest unterstützen, dass neben einer eventuell bereits vorhandenen Affinität zu einem der Browsern nicht nur ausschließlich die Position der Browsers innerhalb der TOP-5 ausschlaggebend für den späteren Erfolg sein wird, sondern das Design der Browser-Logos einen nicht zu vernachlässigenden Anteil daran haben wird. Denn die Wirkung der Farben der Browser-Logos auf die Anwender ist garantiert nicht gleich, damit auch nicht deren Wahrnehmung.
Heatmap der Browser-Auswahlbox
Hierzu habe ich ein paar verschiedene Kombinationen der möglichen Reihenfolge via Feng Gui hochgeladen, um die im Anschluss daran abzuspeichernden Heatmaps der Browser-Auswahlboxen mit einander zu vergleichen.

Abb.1 Browserreihenfolge - Firefox, Safari, Opera, Internet Explorer, Google Chrome

Abb.2 Browserreihenfolge - Opera, Google Chrome, Internet Explorer, Firefox, Safari

Abb.3 Browserreihenfolge - Internet Explorer, Firefox, Opera, Google Chrome, Safari
Unverkennbar bei allen drei Abbildung ist, dass die Logos der Browser Opera, Chrome und Firefox wesentlich mehr Aufmerksamkeit erzielen, als das Logo des Internet Explorers und des Safari-Browsers, das noch eine weitere Besonderheit aufweist. Denn die Bildmarke des Safari-Logos ist als einziges der Top-5 rechts ausgerichtet. Und dies kann in der Browser-Auswahlbox durchaus Vor- und Nachteile für diesen Browser haben, den wenn das Safari-Logo welches auf den Abbildungen eh schon wenig Aufmerksamkeit bekommt auch noch am äußersten Rand rechst abgebildet ist, zeigt die Heatmap dieser Variante ( siehe Abbildung 3 ) so gut wie gar nichts. Wenn das Logo hingegen links neben einem eher Aufmerksamkeit erregendem Logo wie dem von Opera oder Google Chrome positioniert ist, profitiert es aufgrund der räumlichen Nähe zu diesen Logos und erhält somit zumindest etwas Aufmerksamkeit.
Prognose - Opera, Chrome, Firefox vs. Internet Explorer, Safari
Da die Farbe Grau ( Safari ) auf den Betrachter eher neutral und trostlos wirkt und somit eher zu Nachdenklichkeit führt ( einen Zustand den sich man sich bei den kurzen Entscheidungsfindungen im Web seitens des Anwenders kaum erlauben kann ), erlaube ich mir die zugegeben recht spekulative Prognose, das der Safari-Browser "der erste Verlierer" dieser Browser-Auswahlbox sein wird! Das die Farbe Blau ( Internet Explorer, zu Tielen auch Safari ) entspannend und harmonisch auf den Betrachter wirkt, wird den entsprechenden Browsern auch nicht sonderlich helfen. Berücksichtigt man hingegen den Aspekt, dass Rot ( Opera, zu Teilen auch Google Chrome ) auf den Betrachter stimulierend und aktivierend und Orange ( Firefox ) aufbauend und leistungssteigernd wirkt, überrascht nicht das genau diese Browser auf allen erstellten Heatmaps die höchste Aufmerksamkeit erreichen und somit die Plätze 1 bis 3 unter sich aus machen.
Der Erfolg oder auch Misserfolg wird mit hoher Wahrscheinlichkeit also nicht nur von der Position innerhalb der Browser-Auswahlbox abhängen, womit es fast egal wäre ob ein Browser an erster, zweiter, dritter, vierter oder an fünfter Stelle positioniert wird, sondern und das in besonderem Maße, von der Wahrnehmung der Wort- und Bildmarke des Browserlogos und deren Wirkung auf den Anwender. Die entscheidende Frage nun ist, ob die so eventuell erzielte Aufmerksamkeit des jeweiligen Logos des Browser-Herstellers auch dazu ausreicht, um den Anwender zu einer Installation zu führen? Was meint Ihr?















Schöner Beitrag! Auch wenn diese Analyse hier nicht repräsentativ ist, dürfte sicherlich ein Funken Wahrheit darin stecken. Safari kommt bei den Heatmaps wirklich schlecht weg. Das das "Opera-Rot" gut bei wegkommt, überrascht somit auch nicht wirklich.
10 Mär 2010, 09:22
Ich denke, dass die blauen Logos deswegen so schlecht wegkommen, weil in den meisten OS (und in Windows in der Standardeinstellung) blau die Farbe der Hintergründe, Fensterköpfe etc. ist, während rot wichtige Warnungen markiert. Safari und IE haben in diesem Kontext zu dezente Farbgebungen.
@Onkel Tobi
Dass die Farbe blau eher als dezent wahrgenommen wird ist physiologisch bedingt. Der Mensch hat auf der Netzhaut der Augen drei verschiedene Arten von Zäpfchen (rot,grün, blau). Die Anzahl der verschiedenen Zäpchen unterscheidet sich, die blauen Zäpfchen sind in der Minderheit...
Daher eignet sich blau gut als Hintergrundfarbe, Grün und Rot besser als Signalfarbe.
LG, korthi.
10 Mär 2010, 11:29
Interessanter Ansatz, aber ich halte mal dagegen. Nicht jeder Mensch ist visuell geleitet, auch wenn Du recht hast, das Farben mit Signalwirkung natürlich erstmal Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im Marketing geht man aber davon aus, dass die reine Attention bei weitem nicht ausreicht, um potentielle Kunden (in dem Falle potentielle Surfer) tatsächlich auch zu "aktivieren". Wichtig ist die gesamte Kombination aus dem visuellen Element. was die Aufmerksamkeit zieht, der Headline (in dem Falle der Name des Browsers) und dem Copy-Text. Ich würde eher vermuten, dass sich das Interesse für einen bestimmten Browser anhand der Auswahlbox im Zeitverlauf eher angleicht, die einen lassen sich vom Namen leiten (Persuasionswirkung, Hinstimmungsleistung), andere vom Logo, und einige gar durch den Copy-Text. Allerdings ist die Browserwahl durch zahlreiche andere Faktoren beeinflusst, die einen hören tagtäglich von einem webaffinen Kollegen, dass der Firefox das einzig wahre ist, andere bleiben bei dem was Sie kennen, wieder andere sind Individualisten und wählen genau das, was von niemanden empfohlen wurde usw. Meine Prognose: Wachsende Anteile für alle Nicht-IEs bei gleichbleibender Verteilung, außer dem Internet-Explorer, der höchstwahrscheinlich der klare Verlierer sein wird da die Tendenz zur Neugierde auf etwas "Neues" doch zahlreiche Nutzer dazu bewegen wird, mal etwas anderes zu probieren. Greets, Markus
16 Mär 2010, 18:05
Endlich ermöglicht Microsoft die selbstständige Auswahl des Webrowsers, doch ich denke, dass der Internet Explorer 8 an erster Stelle stehen wird. Viele Benutzer kennen nur diesen von ihrer Arbeit, deswegen wird dieser mit Sicherheit auch häufiger gewählt. Gerecht wäre die Zufallsanzeige der Browser, dann würden viele wieder nur das erste Programm installieren - wer bei der Stochastik aufgepasst hat, weiß, dass ab einer großen Summe an Benutzern die Anzahl der Installationen nahezu gleich wird. Das würde den Markt aber erheblich durchmischen.
23 Mär 2010, 09:49
Das scheint deine These zu bestätigen: http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8574883.stm
Die Downloadzahlen für Opera gehen hoch.
20 Apr 2010, 17:05
Na Hauptsache das ist jetzt mechanisch betrachtet alles schön zufällig und für alle (Großen) gleich "fair". *lach*
Eines der wenigen Urteile gegen Microsoft, bei denen ich mich dann doch frage ob ein solcher Blödsinn wirklich sein muss, unabhängig davon dass weniger InternetExplorer uns das Arbeitsleben auf lange Sicht einfacher gestaltet.
26 Apr 2010, 16:00
Interessanter Artikel. Hatte mich schon gefragt, warum alle anderen die Browserauswahl bekommen haben und ich nicht. :)
Der Abstand zu den "kleineren" Browser wird sicherlich nicht zunehmen, sondern sich anders verteilen. Wenn überhaupt, denn einige Anwendungen (MS Dynamics CRM, etc.) laufen nur im Internet Explorer. Viele nutzen deshalb auch nur den IE.
Dagegen sollte man (z.B. Opera) mal angehen. :)