SEO Trends 2010

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SEO Trends 2010Professionelle Suchmaschinenoptimierung ist stets ein kontinuierlicher und hochdynamischer Prozess. Zu diesem gehören insbesondere auch die Beobachtung und Analyse der Entwicklung von Suchmaschinen sowie Web- und Technologietrends. Die Ranking-Faktoren der großen Suchmaschinen haben in den letzen zehn Jahren sowohl in qualitativer wie in quantitativer Hinsicht zugenommen, da die Suchmaschinenbetreiber ständig ihre Methoden und Kriterien verfeinern. Der Marktführer Google nutzt mittlerweile an die 200 verschiedene Kriterien, um das Ranking einer Seite zu erörtern und zu bestimmen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese durch Änderungen am Quellcode ständig ändern können. Dies kann letztlich auch zu nennenswerten Auswirkungen auf die Platzierung einer Seite führen.

... Fakt ist, dass eine seriöse und professionell durchgeführte SEO nach wie vor zu guten Platzierungen bei den Suchmaschinen führen wird...

In den späten neunziger Jahren waren zum Beispiel die Meta-Keywords von großer Relevanz. Dieser Faktor hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren und ist inzwischen nahezu bedeutungslos. Dementsprechend kommt es auch immer wieder zu Unklarheiten und Spekulationen darüber, welche Faktoren überhaupt noch für ein gutes Ranking bei den Suchmaschinen wichtig sind oder zukünftig sein werden. Fakt ist, dass eine seriöse und professionell durchgeführte SEO nach wie vor zu guten Platzierungen bei den Suchmaschinen führen wird. Fakt ist aber auch, dass mittlerweile eine ganze Reihe an neuen Faktoren hinzugekommen sind. Diese werden in der Zukunft wahrscheinlich genau so wichtig sein wie die "klassischen" Kriterien. Mit diesem Artikel sollen die Mythen und Fakten der Suchmaschinenoptimierung von einander getrennt werden. Außerdem werden mögliche Zukunftstrends im Bereich der SEO erörtert.

SEO Trend - Link-Popularität

PagerankLange galt die Link-Popularität, neben den keywordbasierten Anker-Texten von eingehenden Links, als einer der wichtigsten Offpage-Faktoren. Teilweise galt die Link-Popularität sogar als der wichtigste Faktor für die SEO überhaupt. Bekannt geworden durch Googles PageRank, ist die Link-Popularität ein Maßstab für die Anzahl und Qualität von eingehenden Hyperlinks, an welchem sich einfach und effektiv die Relevanz und Vertrauenswürdigkeit einer Seite feststellen lässt. Die Link-Popularität wird wohl auch in Zukunft ein sehr wichtiger Faktor für die SEO bleiben. Jedoch lässt sich deutlich der Trend erkennen, dass die Inhalte einer Seite wieder bzw. weiterhin das wichtigste Kriterium für eine gute Positionierung bei den Suchmaschinen sein werden.

SEO Trend - Content

Unabhängig davon, wie viele populäre und qualitativ hochwertige Seiten auf eine Webseite verweisen %u2013 die Relevanz und der Wert einer Webseite manifestiert sich letzten Endes immer in der Qualität und Quantität ihrer Inhalte. Für den Nutzer ist es weitgehend irrelevant, wie viele Seiten auf eine andere verweisen. Was letztlich für ihn von Interesse ist, sind die Inhalte der Seite und die Relevanz dieser Inhalte in Bezug auf seine Suchanfrage bzw. seinen Informationsbedarf.

Eine Webseite mit vielen qualitativ hochwertigen, exklusiven und aktuellen Inhalten wird sich mit Sicherheit dauerhaft im Web etablieren und auch immer wieder an guten Positionen in den SERPs (Search Engine Result Pages) der Suchmaschinen zu finden sein. Das Vorhandensein von derartigen Inhalten auf der eigenen Seite trägt zudem dazu bei, dass sich die Linkpopularität der Webseite ohne allzu viel zusätzlichen Aufwand erhöht, da informative und professionelle Artikel relativ schnell im Internet verlinkt werden. Ein weiterer positiver Effekt ist außerdem, dass eine Seite, die regelmäßig derartige Inhalte bietet, entsprechend schnell an Reputation gewinnt. Sie wird schon bald einen soliden Stamm an treuen Besuchern haben. Dass der Begriff "Content" in diesem Kontext nicht nur auf den eigentlichen Inhalt referiert, sondern auch dessen Struktur, einen logisch-hierarchischen Aufbau, eine thematische Gliederung, eine optimierte Keyword-Density usw. impliziert, sei an dieser Stelle mal vorausgesetzt.

SEO Trend - Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz

Mit einer steigenden Anzahl an Seiten, die thematisch gleiche oder ähnliche Inhalte, aber in unterschiedlicher Qualität, aufweisen, wird es für Nutzer zunehmend schwieriger und zeitaufwändiger zwischen für sie relevanten und irrelevanten bzw. qualitativ hochwertigen und minderwertigen Seiten zu differenzieren. In diesem Zusammenhang gewinnen die Faktoren "Vertrauenswürdigkeit & Kompetenz" stark an Bedeutung. Gleiches gilt für das Vorhandensein einer "Privacy Policy"- und einer "Company Information"-Seite. Diese unterstreichen die Seriosität und Glaubwürdigkeit einer Webseite.

SEO Trend - Ladezeiten

Ladezeiten als RankingfaktorenNeu in der SEO-Diskussion ist seit der Sandbox-Phase von Googles Caffeine und dem Interview mit dem Google Software Engineer Matt Cutts im November 2009 das Thema "Geschwindigkeit" bzw. "Ladezeiten". Diese wurden von Google im Jahr 2010 offiziell als Ranking-Faktoren etabliert. Daher bietet es sich an, neben den gängigen Methoden der Ladezeitverringerung wie der Optimierung des HTML-Codes, der Verringerung der HTTP-Requests an den Server, dem Zusammenfassen von CSS-Deklarationen und Regeln, der Reduktion von Javascript-Codes, der angemessenen Bildkompression und Formatverwendung usw. auch weniger bekannte Methoden der Ladezeitverringerung anzuwenden. Ein Beispiel ist die Kompression ganzer Webseiten mittels Gzip. Diese wird von nahezu jedem modernen Browser unterstützt, findet aber bisher kaum in der Praxis Anwendung.

SEO Trend - Bounce-Rate und Verweildauer

Jeder, der bereits Google Analytics genutzt hat, kennt die Bounce-Rate. Diese verrät, ob ein Nutzer länger auf den Seiten einer Webseite verweilt oder sie schnell wieder verlässt. Zusammen mit der Verweildauer lässt sich so relativ einfach ermitteln, ob ein User auf einer Seite die Informationen gefunden hat, nach denen er gesucht hat und somit auch, ob die Seite für seine Suchanfrage relevant war. Google liest diese Informationen bereits über den Tracking-Code aus und verwendet sie in Google Analytics. Daher ist davon auszugehen, dass diese Werte früher oder später als Ranking-Kriterium Verwendung finden.

SEO Trend - Latent semantische Indexierung und Optimierung (LSI/LSO)

Eine latent semantische Analyse untersucht die Struktur von Texten nach semantischen Mustern, wie zum Beispiel Wortbeziehungen. Der Vorteil dabei ist, dass Keywords nicht mehr für sich allein stehend betrachtet werden, sondern im gesamtsemantischen Kontext eines Textes. Damit werden nicht nur Wörter und ihre Synonyme zusammengefasst, sondern auch Worte aus dem semantischen Umfeld. Suchmaschinen nutzen bereits LSI (Latent semantische Indexierung) und LSA (Latent semantische Analyse) um ihre Suchergebnisse zu optimieren. Ein bekanntes Beispiel ist das Vorschlagen von alternativen Suchbegriffen, die jeweils aus dem semantischen Umfeld eines bestimmten Begriffes stammen.

... So kann z.B. die Keyword-Density nutzerfreundlich optimiert werden, ohne dabei allzu oft das Keyword bzw. dessen Synonyme verwenden zu müssen....

Für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet dies, dass bei einer latent semantischen Optimierung gezielt auch Wörter als Keywords verwendet werden, die aus dem semantischen Umfeld eines bestimmten Begriffes stammen. So kann z.B. die Keyword-Density nutzerfreundlich optimiert werden, ohne dabei allzu oft das Keyword bzw. dessen Synonyme verwenden zu müssen.

SEO Trend - Verschiedenes

Häufig hört man derzeit im SEO-Umfeld auch die Begriffe "Realtime-Search" und "Social Media Optimization". Der Hintergrund ist, dass bspw. Dienste wie Facebook ( der mittlerweile mehr tägliche Nutzer hat, als Google ) oder Twitter immer wichtiger bei der Informationsvermittlung im Internet werden. Microsoft integrierte bei Bing eine Twitter-Echtzeit-Suche. Auch Google zog inzwischen nach und fügte die Ergebnisse dieser RTS (Real-Time-Search) - zumindest kurzfristig - mit in seine SERPs ein. Ob diese Vorgehensweise sich dauerhaft etabliert und für Nutzer sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Einige SEOler stehen dieser Idee eher skeptisch gegenüber, da sie an der Relevanz von Twitter/Facebook-Inhalten für Suchanfragen zweifeln. Andere sehen in der Social-Media-Suche ein drittes Standbein der SEO, neben den Adwords und der klassischen organischen Suche.

Echtzeit-Suche

Fakt ist, das Social Media- bzw. Web 2.0-Dienste wie Podcasts und Blogs effektiv für eine Offpage-SEO genutzt werden können. Der Grund liegt darin, dass diese eine ständig steigende Anzahl an Nutzern zu verzeichnen haben. Somit eignen sie sich gut als Promotion-Plattform für die eigene Seite. Darüber hinaus sind Social-Media-Dienste sehr wichtige Akkumulatoren für die Meinungsbildung im Internet. Das heißt, wer selbige ignoriert, blendet auch die Meinung der Nutzer zu einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung aus. Ziel der Social Media-SEO ist es daher, die Reputation einer Seite bzw. einer Firma durch positive Berichterstattungen und Meinungen zu fördern und zu konsolidieren (Online Reputation Management). Als besonders geeignet erweisen sich hierfür vor allem Unternehmensvideos. Deren Inhalte prägen sich aufgrund ihrer audiovisuellen Aufbereitung langfristig ein und werden darüber hinaus gerne von Nutzern konsumiert.

Ein letzter Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Mobile-SEO. Die internetfähigen mobilen Geräte werden immer benutzerfreundlicher. Daher werden sie auch vermehrt für seriöse Anwendungen genutzt. Die technologischen Voraussetzungen sind aber dennoch anders als bei klassischen Desktop- und Laptoprechnern. Daher sind auch die Suchmaschinen bzw. deren Algorithmen entsprechend angepasst. Mobile-SEO trägt diesem Fakt Rechung und impliziert Optimierungen, die speziell an diese neuen Anforderungen angepasst sind.

Welche der genannten Faktoren sich durchsetzen werden und welche Gewichtung sie letztlich für SEO besitzen werden, wird sich wahrscheinlich schon in naher Zukunft zeigen. In jedem Fall aber bleibt SEO weiterhin eine spannende und interessante Angelegenheit!

Informationen über den Gastautoren

Dieser Artikel wurde verfasst von David Schönhalz M.A., der als InHouse-SEO für die Firma Euroweb in Düsseldorf tätig ist.

SEO Buch-Tipp vom Webstandard-Team - Suchmaschinenoptimierung & Usability

SEO & Usability - SuchmaschinenoptimierungZum Thema Suchmaschinenoptimierung gibt es mittlerweile in deutscher Sprache einige Werke, die sehr empfehlens- und lesenswert sind. Der Aspekt der User Experience wird bei den meisten Werken allerdings außen vor gelassen, anders "SEO & Usability" (Amazon-Partnerlink) von Steven Broschart. So beleuchtet der Autor auch den Unterschied zwischen "Usability & User Experience" und deren Optimierung (UXO). Dieses Buch aus dem Verlagshaus Franzis beschäftigt sich aber auch damit, wie eure Webseiten von den richtigen Besuchern gefunden werden können, ihr Top-Rankings auf Google, Yahoo & Co. erreichen könnt oder aber auch wie ihr bereits erreichte Positionen in den SERPs verbessern könnt und Besucher in Kunden verwandelt. Wer sich also weiter in die Thematik einlesen bzw. einarbeiten möchte, sollte auf jeden Fall mehr als einen Blick in "SEO & Usability" von werfen!

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  1. Marlene 29 Mär 2010, 10:42

    Klasse Beitrag! Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass in Bezug auf SERPs kaum etwas ausschlaggebender für eine gute Position ist als "Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz" in Kombination mit einem "hohen Domainalter". Da kann selbst eine Seite mit lediglich PR3 vor einer mit PR7 liegen. Dieser Blog hier, ist dafür ja ein wirklich gutes Beispiel!


  2. Sven 29 Mär 2010, 12:36

    Für den unter "Verschiedenes" aufgeführten Aspekt "Mobile-SEO" würde ich mir auch noch einen solchen Beitrag wünschen ;o)


  3. Webstandard-Team
    29 Mär 2010, 12:40

    @Sven: Ich werde diesbezüglich gerne einmal bei David nachfragen ;o)


  4. .wired
    30 Mär 2010, 09:39

    Netter Artikel, schön die neuen Möglichkeiten diskutiert. Zum Thema Bouncerate finde ich es allerdings etwas undeutlich formuliert (bestimmt nicht ohne Grund): Was ist denn nun besser? Wenn der Besucher die Seite sofort wieder verlässt weil er die Informationen, die er gesucht hat, gefunden hat? Oder wenn er länger auf der Seite bleibt und rumklickt, weil sie ihm so gefällt? ;-)
    lg .wired


  5. Mark 31 Mär 2010, 08:22

    Ich denke auch das uns "Realtime-Search" und "Social Media Optimization" trotz der bereits seit Monaten bestehenden "Hysterie", auch für den Rest des Jahres begleiten werden.

    Klasse Beitrag David, mehr davon!


  6. Quantenphysiker 31 Mär 2010, 17:43

    kann mich Sven nur anschliessen. Den Bereich mobile SEO find ich persönlich auch sehr spannend und gute Artikel hierzu sind nahezu nicht auffindbar. Fände klasse wenndu hierzu was auf die Beine stellen könntest :)


  7. Feuerkünstler
    27 Apr 2010, 13:39

    Bin auf jeden Fall der Meinung, dass mobile SEO in Zunkuft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Aber an den guten alten Backlinks wird aud in Zukunft kein Weg vorbei führen. Der Normaluser wird auch weiterhin die ganz normale "Suche" benutzen...


  8. S... 25 Nov 2010, 12:59

    Ein sehr guter und durchdachter Beitrag.
    Meiner Meinung nach werden vorallem Faktoren wie Verweildauer und Speed immer mehr an Wichtigkeit gewinnen und als Bewertungsrichtlinie von google miteinfließen.


  9. Daniel 26 Dez 2010, 18:41

    Wie soll denn die Bounce Rate in die SERP-Rankings einfließen.

    So wie Du es beschreibst klingt es so, als würden Analytics-Daten als Grundlage genommen werden. Das möchte ich doch stark anzweifeln, denn dann könnten Schrottseiten einfach eine andere Trackinglösung einsetzen. Vielmehr glaube ich, dass die Bounce Rate gemessen wird, indem Google erkennt, dass sehr zeitnah der "Zurück"-Button betätigt und die Suche refined wurde.


  10. Trendi 25 Mai 2011, 15:14

    Wir schreiben das Jahr 2011 ... und was ist jetzt trendig: Ist vielleicht nicht wirklich neu, aber es steigt die Nachfrage nach kompletten Services (PPC + SEO), die transparent für den Kunden umgesetzt werden.


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