Onpage-Optimierung - Möglichkeiten und Grenzen
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SEO, SEM & SMM
- 31 Aug, 2010
Twittern - Kommentare (18)
Onpage-Optimierung - Die Optimierung der Inhalte von Webseiten ist nicht nur ein gern, sondern auch häufig diskutiertes Thema in der SEO-Szene. Daher möchte ich an dieser Stelle das vor einigen Tagen erschienene und hier im weiteren Verlauf des Artikels implementierte Google Webmaster Video "Is it better to have keywords in the URL path or filename?" beispielhaft zum Anlass nehmen, um einige Gedanken zu den Möglichkeiten der Onpage-Optimierung zu äußern. Als Entwickler der SenSEO Firefox Extension habe ich zahlreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln dürfen. Die Frage, die Matt Cutts, Leiter des Google Webspam Teams, in dem Video beantworten soll, ist eine ganz typische der Art: "Hey, was wird wohl besser sein? Wenn ich die Keywords in der Seite auf diese oder vielleicht auf jene Weise unterbringe?" Oder anders gefragt: "Welche Onpage-Tricks gibt es wohl, die meine Seite besser ranken lassen?". Wenn man sich das Video ansieht, kann man deutlich sehen, was Matt von solcher Art Fragen hält - sie langweilen ihn. Was genau bringt ihn wohl zum "Schnarchen"?
Is it better to have keywords in the URL path or filename?
Onpage-Optimierung kann keine Ranking-Wunder vollbringen. Es dient Google vermutlich lediglich zur Kategorisierung der Inhalte einer Seite und weniger zur Positionierung in den Suchergebnissen. Was meine ich damit? Die Suchmaschine versucht anhand der Onpage-Faktoren herauszufinden, zu welcher Kategorie von Suchanfragen die Seite wohl am besten passt. Dabei orientiert sich der Algorithmus der Suchmaschine neben dem Inhalt verlinkter Webseiten, natürlich auch am Inhalt dieser.
Google Webmaster Tools - (alternative) Suchanfrage
Man erstellt bspw. eine Webseite zur Kündigung von Vodafone-Verträgen. Erwähne entsprechende Keywords im Title, der Description und in einer Headline, dann ist dies für Google ein erster Anhaltspunkt für den ungefähren Inhalt der Seite! Die Verwendung der Keywords in diesem Kontext garantiert jedoch noch keine gute Platzierung. Sehr wahrscheinlich ist, dass Google die Seite vereinzelt zu entsprechenden Suchanfragen wie "vodafone Kündigung" auf den vorderen Plätzen in den SERPs anzeigt, und gewisse Faktoren mit dort üblicherweise platzierten Ergebnissen vergleicht. Die Click Through-Rate (kurz CTR) kÖnnte solch ein Faktor sein, die Häufigkeit also, mit der genau dieses Ergebnis geklickt wird, oder auch die Verweildauer des Users auf der verlinkten Seite. Anhaltspunkte für diese Vermutung liefern die Google Webmaster Tools, die für das obige Beispiel unter dem Punkt "Ihre Website im Web > Suchanfragen" folgende Informationen liefert:
Abb.01 Google Webmaster Tools - alternative Suchanfrage
Dabei ist schön zu sehen, dass eine Art generisches Rotationsprinzip angewandt wird, um die bestmögliche Position in den SERPs über einen längeren Zeitraum auszutesten (in Abb.01 rot umrandet).
Abb.02 Google Webmaster Tools - alternative Suchanfrage
Auch werden im Zweifelsfall alternative Seiten für diese Suchanfrage getestet . Dieses Prinzip wird dabei auf viele potentiell geeignete Suchanfragen angewendet (in Abb.02 rot umrandet) um ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erhalten.
... Onpage-Optimierung kann keine Ranking-Wunder vollbringen ...
Und damit sind wir auch schon bei den Grenzen der Onpage-Optimierung angelangt. Als Bewertung und Gewichtung dieser Positionen werden neben erwähnter CTR und Verweildauer vermutlich Faktoren herangezogen, die weniger manipulativ und eher Anwenderzentriert sind. Die für Google also die so wichtige Frage beantworten sollen: "Wie hilfreich ist es für meine Nutzer, eine Webseite zu einer bestimmten Suchanfrage als Resultat zu präsentieren? Und wie schlägt sich diese Webseite im Vergleich zu anderen potentiellen Kandidaten?". Und da kommt ein für Webseitenbetreiber wichtiges Kriterium ins Spiel: Der Inhalt der Website muss zu einem bestimmten Thema möglichst informativ und einzigartig sein - also bspw. möglichst verständlich die Kündigung eines Handyvertrags erklären oder aber ein Produkt bestmöglich bewerben und verkaufen. Wie eine Suchmaschine diese "Themenrelevanz" genau beurteilt, ist dabei ein anderes, sehr komplexes Thema.
Fazit - Was genau bringt Matt Cutts zum "Schnarchen"?
Das ist also vermutlich der Grund dafür, warum Matt Cutts Fragen wie die im Youtube-Video so demonstrativ langweilen. Es spielt im Detail keine entscheidende Rolle, in welchem Kontext bestimmte Keywords verwendet werden. Viel wichtiger ist es, eine Website zu erstellen, die der Erwartung ihrer Besucher bestmöglich gerecht wird und im Idealfall neben einem guten Titel einer Webseite und einer klar formulierten Beschreibung einer Webseite mit einigen weiteren Onpage-Faktoren Hinweise auf ihre Inhalte gibt. Google & Co. haben dann weitere Möglichkeiten herauszufinden, in wie weit die Website dem Anspruch auf Relevanz gerecht wird - und letztendlich bestimmt sich darüber die Position in den SERPs.
Neben der Erstellung einer möglichst durchdachten, relevanten Website fallen weitere Aufgaben in die Verantwortung eines Webseitenbetreibers. Hier tut sich Google in Form vieler Publikationen zum Thema hervor. Neben den wichtigen Webmaster Guidelines bietet sich das Official Google Webmaster Central Blog als interessante Informationsquelle an. Weiterhin sei nochmals auf Matt Cutts verwiesen, welcher in seinem Blog Matt Cutts: Gadgets, Google, and SEO und auf YouTube im Google Webmaster Central Channel Fragen rund um das Thema SEO beantwortet.
Es sei zum Schluss wie so oft bei Artikeln zum Thema SEO darauf verwiesen, dass viele der im Artikel aufgeführten Informationen auf meinen eigenen Annahmen und Erfahrungen beruhen.
Informationen über den Gastautoren
Nico Steiner ist Experte für Frontend-Technologien und entwickelt in diesem Bereich Strategien und Lösungen für die 1&1 Shopsysteme, die über 30 Web-Applikationen der Marken 1&1, WEB.DE und GMX umfassen. Sein Aufgabengebiet beinhaltet auch die fachliche Leitung zweier Frontend-Entwickler-Teams mit insgesamt 15 Mitarbeitern. Seine Arbeit ist durch die Vorgaben und Ideen der Webstandards geprägt und deckt nahezu den gesamten Bereich der Frontend-Entwicklung ab. Momentan optimiert er die Zugänglichkeit und Performance der 1&1 Shopsysteme und treibt deren Modularisierung voran.
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31 Aug 2010, 13:43
Nunja... es kommt immer darauf an, von welcher Ausgangssituation man das Thema OnSite-Optimierung betrachtet. Ist die OnSite-Grundlage gerade bei großen Websites mit zigtausenden von URLs miserabel, dann kann man m.E. gerade mit OnSite-Optimierung "Ranking-Wunder" vollbringen - ist dann aber wohl eher Informationsarchitektur als klassische OnSite-Optimierung.
Allerdings stimme ich Dir voll zu, dass es bei der OnSite-Optimierung im Detail nicht um Frage gehen kann, ob man jetzt besser eine H1 oder ein H2 verwendet, ob es Sinn macht alle Alt-Tags mit Keywords vollzustopfen oder wie genau denn die URL designed sein muss, damit man den Google-Olymp nimmermehr verlässt...
Matt Cutts hat i.d.T. in den letzten Monaten so oft auf das Nutzerverhalten hingewiesen, dass eigentlich klar ist, was man unter der "Google OnSite-Optimierung" zu verstehen hat.
Alles bleibt also beim Alten frei nach dem Motto: "Make pages for the users, so that they return, bookmark your site or put a link on their blog to your site..." ;-)
Wobei die beiden Punkte CTR und Verweildauer unglaublich differenziert nach Seiten-Typ betrachtet werden müssten, um hieraus wertvolle Ranking-Signale ableiten zu können, denn imho verursachen gerade diese beiden Punkte sehr viel "noise", was im Ernstfall dazu führen kann, dass sehr wertvolle Seiten im Ranking herabgestuft werden, nur weil die Verweildauer... zu kurz? ... zu lang? ... was jetzt? war!
Wertvolle Infos dazu hier: The final word on bounce rates as a ranking signal
31 Aug 2010, 16:20
"Es dient Google vermutlich lediglich zur Kategorisierung der Inhalte einer Seite und weniger zur Positionierung in den Suchergebnissen."
Dem stimme ich zu, allerdings gehört zu einer guten OnPage-Optimierung auch die vermeidung/verhinderung von duplicate content oder un-/saubere Weiterleitungen was das Ranking (zumindest im negativen) massiv beeinflussen kann.
Eine saubere OnPage-Optimierung ist auf jeden Fall die Grundlage für ein guten Ranking und den gewünschten Suchbegriffen.
31 Aug 2010, 17:34
"Onpage-Optimierung kann keine Ranking-Wunder vollbringen" und Suchmaschinenoptimierung im allgemeinen ist ja schon irgendwie ein kleines Wunder aber da hast vollkommen recht. Am Anfang ist steht halt die Onpage-Optimierung und ist die Basis einer gut Optimierten Seite, man sollte aber auch die Usability
nicht ausser acht lassen. Gerade für Seiten die Hauptsächlich aus kommerziellen Gesichtspunkten gute Positionen erreichen wollen sollten sich manchmal Ihre Seite aus einer anderen Sicht genauer anschauen und zwar aus der Sicht der User. Wie kommt der User durch meine Seite, ist die Navigation meiner Website sinnvoll oder ist sie nutzerfreundlich gestaltet, Sprechen ich überhaupt die Sprache meiner Zielgruppe
? Ist der Bestellablauf unkompliziert? usw...
01 Sep 2010, 00:31
Es freut mich, dass ihr meinen Aussagen grundsätzlich zustimmt. Wie Michael richtig bemerkt, gibt es neben den Inhalten einer Seite jede Menge andere, wichtige Dinge zu beachten. Das im Artikel verlinkte Google Webmaster Central Blog enthält nützliche Informationen nicht nur zur Vermeidung von Duplicate Content und zum Einrichten korrekter Weiterleitungen, sondern auch zu so hippen Sachen wie Mikroformate und deren Einfluß auf die Result Snippets. Auch die von mkey angesprochene Usability ist natürlich wichtig - was nützen mir viele Besucher (egal ob sie durch Suchmaschinen oder andere Kanäle auf meine Seiten gelangen), wenn diese nicht konvertieren. Die Konzeption von Navigation und Bestellflow sind da wichtige Punkte. Die Optimierung der Ladezeiten wäre aus meiner Sicht noch zu nennen - da gibt es mittlerweile jede Menge Studien, die das belegen.
01 Sep 2010, 16:01
Schöner Artikel Nico!
Mein Artikel über SEO Quick Wins geht genau auf das onPage-Potential ein, dass man über die Webmaster Tools aufdecken kann :)
Allerdings lege ich den Fokus auf die interne Verlinkung, die auf vielen Seiten enormes Potential bietet.
Freue mich über Feedback.
01 Sep 2010, 21:39
Habe ich das richtig verstanden: Google testet die CTR eines Artikels in den SERPs? Könnte man das nicht dann sehr einfach manipulieren?
01 Sep 2010, 21:49
Der verlinkte Artikel in Sebastians Kommentar ist sehr interessant. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Suchmaschinen dann eher die Bewegung der Nutzer in den SERPs analysieren, wie im Kommentar "AJ Kohn - Not Bounce Rate but PogoSticking" nachzulesen ist. Das sollte sehr viel weniger "Noise" verursachen und wäre aggregiert weniger spamanfällig.
03 Sep 2010, 10:28
@Nico: Genau...!
03 Sep 2010, 10:33
@Marco: Wie denn? Dafür brauchst Du im Ernstfall ein "Human Grid" aus zigtausenden von Leuten, die Suchanfragen stellen, auf die Seite die gepusht werden soll klicken, dann die Suchanfrage verfeinern und dann? Wo sollen die dann klicken, damit welche Seite aufgewertet wird? CTR-Tracking und -Auswertung zu manipulieren dürfte nicht nur wg. technischer Schwierigkeiten (Google IP-Sperre, etc.) sondern auch wg. fehlender Informationen darüber, wie Google die aggregierten SERP-CTR-Daten auswertet sehr, sehr schwierig sein... die Frage ist ja auch, wie groß die kritische Masse sein muss und über welchen Zeitraum die Daten von Google nivelliert werden, damit man eine relevante Durchschnittsgröße erhält, die um alle Peaks bereinigt ist?
tja da habe ich heute ganz stolz eine eigene internet seite online gebracht, dann muss ich doch ganz schnell lernen, dass das nur der anfang war. onpageoptimierung, alleine da muss ich erstmal jede menge machen.
Meine Erfahrungen in diesem Bereich sind, das die Onpage Optimierung so lange nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, solange man nicht viele Konkurrenz in den oberen Google Positionierungen hat. (Klar muss man den Titel, Description und Keywords anpassen) Wenn es jedoch um die letzten Meter in Google also die Top 10 geht kommt man an einer guten Onpage Optimierung nicht vorbei. Die Dichte an guten Seiten in den Top 10 ist meist so hoch, das einzelen suchmaschinenoptimierte Texte mit KEywords hier den Ausschlag über Platz 10 oder 3 geben können, diese schmerzlichen Erfahrungen musste ich leider schon machen.
19 Sep 2010, 09:09
Ich habs ja schon immer geahnt. Soweit alle wichtigen Bases abgehakt sind, macht es wenig Sinn als SEO allzuviel Zeit in die Optimierung solch unverifizierter Details zu stecken.
Letztlich sollte als Grundsatz gelten, dass G. immer bestrebt sein wird, die beste Seite zu einem Thema vorn zu listen. Für Publisher sollte das im Umkehrschluss bedeuten, dass Sie sich v.a. darum kümmern sollten, die beste Seite zu einem Thema zu schaffen.
LG
23 Okt 2010, 23:09
Mache Seiten für den User.
Ja klar, ;)
gehts also um den letzten Schliff, wie erwähnt, dann wird alles herangezogen,
gehts um Nischenkeys, dann reicht ne perfekte Onpage Optimierung vollkommen aus,
so allgemein wie hier geschrieben tät ichs nicht unterschreiben, dass OnpageOptimierung nicht viel wert hat, zustimmen tu ich, dass es sinnlos ist zu diskutieren, ob h2 besser ist als h3, weil das nicht unter Onpage Optimierung fallen kann ;)
06 Dez 2010, 19:52
Zu erst einmal vielen Danke für diesen Artikel. Wie so immer sind viele Faktoren für eine gute Position in den Suchmaschinen notwendig.
Ich bin folgender Meinung: Eine Website die die Zielgruppe im Mittelpunkt stellt und eine eindeutige Botschaft an diese vermittelt, hat bereits mehr als die Hälfte getan um wieder besucht zu werden. Wird der technische Unterbau qualitativ hochwertig erstellt und die Besucher durch eine sinnvolle Informationsarchitektur durch die Website geleitet sowie ein aktives Online-Marketing betrieben, so steht für eine gute Position in Verbindung mit der bereits erwähnten eindeutigen Botschaft alles zur Verfügung.
Viel Glück :)
Ralph
14 Dez 2010, 13:48
@Marco: theoretisch möglich. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Ein wenig nachvollziehen lässt sich soetwas bei Google Suggest. Kommen viele Anfragen für bestimmte Suchbegriffe oder Seiten "Bezeichnungen" wie zum Beispiel "webstandard blog" dann ist dies auf jeden Fall ein Rankingfaktor. Einer von weit über 200 Faktoren.
Interessant ist auch die Absprungrate, sprich wie schnell ein User wieder nach dem gleichen Begriff in Google Sucht.
Außerdem gilt natürlich und vor allem Guter Inhalt. Ganz klar.
Wo soll ich welche Keywords erscheinen lassen...??? Grundsätzlich sagt Mat Cutts nicht wirklich was relevant ist... Nur so viel, es ist immer zu bedenken wo ich und wie ich meine Keywords auf der Seite präsentiere. Was bringt mit mein Inhalt, wenn ich bei einem Thema Mein Keyword nur einmal mitten im text erscheinen lasse...?
Dazu natürlich der semantische Aufbau einer Seite und am besten auch noch eine Saubere Programmierung, dann kann nichts mehr schief gehen.
Möchte hier auch mal ein Dankeschön aussprechen, denn es sind sehr gute Blogs die hier geschrieben werden und oftmals sehr hilfreich.
Wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest.
Liebe Grüße
Ich denke, dass man Google mit bestimmten Onpage-Tricks immer noch überlisten kann. Denn wie kann es sein, dass immer noch gecloakte Webseiten unter starken Keywords gut auf der erste Seite ranken? Nicht, dass ich diese Tricks anwende, weil man damit ja auch ein hohes Risiko eingeht. Aber mein geübter SEO-Blick sieht diese und andere Tricks immer wieder auf gut gerankte Seiten.
Google liefert zudem einen unübersehbaren Hinweis darauf, welche Faktoren sehr stark in die Gewichtung mit einfließen. Man brauch sich nur die Suchergebnisse anschauen und sieht, in welchen Bereichen Begriffe durch Fettdruck hervorgehoben werden.
Schöner, interessanter Artikel. Onpage ist in meinen Augen die Pflicht (offpage ist die Kür). Aus meiner Sicht sind viel Inhalt und Aktualität das Wichtigste. Seiten die eine hohe Themenrelevanz haben und regelmäßig gepflegt werden, werden durch google belohnt. Das ist besser und nachhaltiger, als zahlreiche Tricks.