Webdesigner-Interview-Serie - 8 Fragen - 8 Webdesigner - 64 Antworten
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Webstuff
- 10 Jul, 2012
- Kommentare (7)
Aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung von Hard- & Software der letzten Jahre, aber natürlich auch wegen der äußerst interessanten Arbeiten und den damit verbundenen Herausforderungen mit denen sich "Webdesigner" im Alltag auseinandersetzen müssen, ist diese Interview-Serie entstanden. Wie diese Herausforderungen im Alltag von den verschiedensten "Webdesigner" bewältigt werden und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben und welche Empfehlungen sie an die Leser des Blogs geben, ist Bestandteil dieser Webdesigner-Interview-Serie mit 8 Webdesignern. Von Webdesignern der ersten Stunde, wie bspw. Vitaly Friedman vom Smashing Magazine und Jens Grochtdreis, über kreative junge Webdesigner wie Jonas Hellwig oder David Hellmann, bis hin zu Moritz Gießmann der bspw. in Karlsruhe den Webmontag organisiert. Ich hoffte für Euch einen interessanten Querschnitt an Antworten zu den verschiedenen Fragen erhalten zu haben und wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!
Teilnehmer dieser Webdesigner-Interview-Serie (Ansgar Hein, Jens Grochtdreis, David Hellmann, Jonas Hellwig, Nicolai Schwarz, Moritz Gießmann, Jürgen Mayer und Vitaly Friedman - von oben links nach unten rechts )
Frage 1: Wie würdest Du die berufliche Bezeichnung dessen was Du tust, mit einem Wort beschreiben?
Ansgar: Agenturchef-Chefredakteur
Jens: Oberflächenmasseur
David: Webjunkie
Jonas: Webdesigner
Nicolai: Ich nenne mich "Designer und Webentwickler", weil ich für einige Kunden auch Print mache. Wenn es ein Wort sein muss: Webworker
Moritz: Frontend-Entwickler
Jürgen: Webworker
Vitaly: Web-Handwerker
Frage 2: Was hat dich bei der Entscheidung "Web-Designer" zu werden, am meisten beeinflusst und wie alt warst Du als du dich erstmalig damit beschäftigt hast?
Ansgar: Das hat sich mehr so "ergeben", ich bin ja eigentlich BWLer mit Marketing-Background. Während des Studiums 1995 kam ich dann in Berührung mit dem Internet und dann war da auf einmal HTML 3.2, dann Netscape Gold und so weiter und so fort. Eigentlich bin ich somit ein Kind der ersten Stunde und interessiere mich seither für alles, was in diesem Bereich passiert. Ich habe quasi mein Hobby zum Beruf gemacht.
Jens: Ich war Ende 20, als ich arbeitslos wurde. Damals gab es eine SAP-Berater-Schwemme. Man riet mir davon ab, wegen mangelnder BWL-Kenntnisse. So bildete ich mich als Mediengestalter fort. Schließlich war ich schon leidenschaftlich an diesem noch neuen Internet interessiert. Das war 1998.
David: Wie alt ich war kann ich gar nicht genau sagen. Aber wohl so um die 15 bis 16 Jahre. Es gab nie die Entscheidung Web-Designer zu werden. Wir sind BMX gefahren und die Bilder mussten ins Netz, also war eine Website unabdingbar. Und so nahm alles seinen Lauf. Rückblickend kann ich sagen, dass all das was, wie und wann es passiert ist einfach perfekt ist, war und hoffentlich auch weiterhin sein wird. Das nötige Glück war wohl auf meiner Seite :)
Jonas: Websites habe ich seit meiner frühen Jugend erstellt - allerdings ausschließlich für den privaten Einsatz und aus Interesse an Design und dem damals noch neuen Medium Internet. Dass ich später einmal beruflich etwas mit Gestaltung oder Sprache machen werde hat sich immer schon abgezeichnet. Als Schüler habe ich ein Praktikum in der Online-Redaktion einer Tageszeitung gemacht und dort erstmals professionell an Websites mitgearbeitet. Später hatte ich dann Deutsch und Kunst als Leistungskurs (ja, ich weiß - Laber-Fächer) und anschließend habe ich eine Ausbildung zum Mediengestalter für Digitalmedien gemacht. Ein Studium kam nicht in Frage - ich wollte lieber praktisch in einer Agentur arbeiten und Geld verdienen anstatt Theorie zu büffeln und Geld zu zahlen. Was sich auch eindeutig als die richtige Entscheidung herausgestellt hat.
...Das erste Mal als ich mich intensiv mit Web design beschäftigt habe, war in 1998-1999. Damals habe ich noch fleißig Tabellen und horizontale Regenbogenlinien verwendet....
Nicolai: Ich habe ursprünglich Physik studiert. Dort gab es einen Computerraum, in dem ich zum ersten Mal ins Netz gehen konnte. Da habe ich so Ende 1996 (mit 21) meine erste Webseite gebastelt: eine unnütze private Seite mit schicken Framesets. Ein paar Jahre später habe ich gemerkt, dass ich mich lieber stundenlang mit Webdesign beschäftige als mit Physik. Seit 2003 bin ich deshalb als Webworker selbstständig.
Moritz: Ich war 19, bastelte damals in einem dunklen feuchten Keller mit Frontpage und Corel Draw nächtelang eine schreckliche Website für meine damalige Band mit Tabellen, Frames, animierten GIFs, Marquee und allem was einem heutzutage sonst noch Schmerzen bereitet ;). Die Entscheidung Webdesigner zu werden fiel erst viel später, mit 24, nachdem ich nach mehreren angefangenen Studiengängen (Grundschulpädagogik/ Informatik) beschloss mich wieder auf das zu besinnen, was mir früher schon viel Spaß machte.
Jürgen: Der Reiz des Neuen und der Spaß an kreativer Arbeit. Das war 1994, damals war ich 26 Jahre alt, 2J ahre später folgte die Selbständigkeit als Webdesigner.
Vitaly: Das erste Mal als ich mich intensiv mit Web design beschäftigt habe, war in 1998-1999. Damals habe ich noch fleißig Tabellen und horizontale Regenbogenlinien verwendet. Was für mich entscheidend war, ist die Tatsache dass man etwas veröffentlichen könnte und es würde für alle weltweit zugänglich sein. Das war ein "Aha"-Effekt, der mich dazu bewegt hatte, mehr im Web zu tun. Ich war damals 14.
Frage 3: Was war dein erstes und welches dein aktuell letztes Projekt, welches Du umgesetzt hast?
Ansgar: Mein erstes Projekt war die erste Internetseite für TechniSat, damals noch als Marketing-Mitarbeiter dort. Mit Layout-Tabellen und Frames. Das letzte Projekt, was ich umgesetzt habe, ist ein Intranet für die Stadt Viersen - barrierefrei, also ohne all diese "verbotenen" Zutaten wie Frames und Co.
Jens: Mein erstes wird wohl mein eigenes Kochbuch im Netz gewesen sein. Das ist zum Blog mutiert und dümpelt seit Jahren vor sich hin. Als Letztes habe ich an einem Dokumentationstool auf Wordpress-Basis für einen internationalen Grosskonzern gearbeitet. Und an einer Bau-Datenbank, die ein Facelifting und guten Code mit YAML4 bekommen hat.
David: Das erste war die oben erwähnte BMX Seite. Die es heute sogar noch in abgewandelter Form als area241 gibt. Das letzte Projekt, an dem ich mitgearbeitet habe war: Deutsches Obst und Gemüse - Hier war ich für das Design der Website verantwortlich.
Jonas: Mein erstes (kommerzielles) Projekt war eine kleine 5-Seiten-Website für eine Rock-Kneipe. Damals wurde noch alles mit Tabellen umgesetzt und aus heutiger Sicht ist die Website mit Sicherheit grausigst. Sie ist zum Glück längst offline. Das aktuellste Projekt das ich nennen kann, ist eine WordPress-Entwicklung für die Social Media-Abteilung von airberlin.
Responsives Webdesign - eine der Aufgaben mit denen sich "Webdesigner" zunehmend mehr auseinander setzen müssen
Nicolai: Das erste nennenswerte Projekt war eine Webseite für eine unabhängige Studierendenzeitschrift an der Universität Dortmund, so um 2000/2001. Ich betreue mittlerweile einige größere Projekte, bei denen immer mal wieder Kleinigkeiten ergänzt werden. Das letzte komplette Projekte ist ein Fachportal zum Thema "Sucht", das wir komplett neu auf Drupal 7 umgestellt haben.
Moritz: Mein erstes Projekt war die in Frage zwei bereits angesprochene Bandwebsite, die zum Glück nicht mehr online ist :D. Das letzte Projekt war eine Microsite für EnBW, bei der ich für HTML/CSS und JavaScript verantwortlich war.
Jürgen: Mein erstes (eigenes) Projekt war ein Verzeichnis von Gewerbetreibenden in meiner Heimatstadt Salzburg. Aktuell arbeite ich an einem Corporate Blog für ein Unternehmen im Bereich PR für Rechtsanwälte.
Vitaly: Mein erstes Projekt war ein Fußball-Digest mit Neuigkeiten des internationalen Footballs, zum Teil mit WordArt gestaltet. Mein letztes Projekt war das Redesign von Smashing Magazine Ende des letzten Jahres.
Frage 4: Sind "CSS3 & HTML5" bereits Teil deines beruflichen Alltags? Wenn ja, wie gehst Du mit Restriktionen durch ältere Browser um?
Ansgar: Glücklicherweise ja. Im mobilen Umfeld, also Thema WebApps, sind wir mittlerweile mit HTML5 schon auf Du und Du. In Webprojekten noch nicht, da fehlt mir noch der Praxisnutzen. Zuviele Workarounds, zuwenig Nutzen, den ich aktuell daraus ziehen kann. Mit CSS3 sieht das schon anders aus, da ist der Nutzwert heute schon höher. Dank Progressive Enhancement kann man hier für moderne Browser mehr zeigen, ältere sehen halt etwas weniger hübsche Seiten. Wichtig ist mir persönlich immer, dass alle Inhalte erreichbar sind. Wenn einzelne Ausgabegeräte mehr "Zuckerguss" bekommen, ist das nett, aber kein Must-Have.
Jens: Ja, sie sind integraler Bestandteil. Ich versuche den Kunden und Kollegen klarzumachen, dass im Falle von CSS3 die alten IE einfach nur bedingt mithalten können und Differenzen in der Optik hinzunehmen sind. Es ist ein harter Kampf, aber es geht meist. In Sachen HTML5 verzichte ich auf die neuen semantischen Elemente und konnte bislang noch keine neuen Techniken einsetzen. Die Aufträge gaben es nicht her.
David: Ja, definitiv. Vor allem die Möglichkeiten, die CSS3 mit sich bringt, sind klasse. So viel ist damit heute möglich wo man früher auf jeden Fall Grafiken benötigt hätte. Die neuen HTML-Elemente sind auch super. Der Code, der dadurch entsteht, wird noch verständlicher durch die neuen Elemente. Aber ein Fachmann bin ich auf dem Gebiet (besonders HTML5) sicher nicht, da gibt es andere, die tiefer in der Materie stecken. Dennoch denke ich, dass ich schon recht fit bin. Das Problem mit den alten Browsern ist ja immer allgegenwärtig. Für meine privaten Seiten bin ich da aber relativ schmerzfrei geworden. Ein IE6 interessiert mich z.B. überhaupt nicht mehr. Ein wenig denke ich, dass die Leute sich etwas dem hier und jetzt anpassen müssen. Natürlich kann man so ein denken nicht überall anwenden. Es gibt Websites die müssen einfach funktionieren egal womit der Benutzer auf dieser landet.
Jonas: Ich setze CSS3 und HTML5 in nahezu allen aktuellen Projekten um, es sei denn die Zielgruppe oder ganz spezielle Voraussetzungen machen es unmöglich. Der HTML5-Teil beschränkt sich dabei aber i.d.R. auf die HTML5-Semantik. Ich optimiere Projekte funktionell für den Internet Explorer 7+, was nicht heißt, dass das Design dann dort genauso schön aussieht. Es geht darum dass die Website gut bedienbar ist und keine Fehler auftreten. Der Internet Explorer 6 ist bei mir außen vor und wird nicht mehr standardmäßig berücksichtigt. Wenn eine Website für die IE6 optimiert werden soll, wird das in der Kalkulation des Projekts entsprechend eingeplant.
"CSS3 & HTML5" im beruflichen Alltags
Nicolai: Ich bin vor ein paar Monaten dazu übergegangen, in meine Angeboten und Verträgen zu schreiben, dass ich ein Projekt mit "HTML5 und CSS3 für moderne Browser" umsetze. Es folgt dann eine Liste mit den Browsern, in denen zum Beispiel "Internet Explorer 8+" steht. Ältere Browser ignoriere ich also. Außerdem gibt es einen Hinweis, dass manche Browser einige Design-Details vielleicht nicht darstellen können (Kleinigkeiten wie eckige Ecken statt runde Ecken oder Transitions). Es gibt Ausnahmen, wenn ich aufgrund des Projektes / der Zielgruppe weiß, dass ich andere Browser berücksichtigen muss. Aktuell zum Beispiel bei einem Intranet für ein Unternehmen, das noch den Internet Explorer 7 nutzt.
Moritz: HTML5 und CSS3 sind schon seit einer ganzen Weile Teil meines beruflichen Alltags und Bestandteil des von stetig von mir weiterentwickelten Frameworks, das die Grundlage meiner meisten Projekte bildet. Der IE < 7 spielt bei der Entwicklung keine Rolle mehr. Wir setzen auf Graceful Degradation, wobei das meist nur CSS3 Kosmetik betrifft. Wenn es um grundlegende Funktionalitäten der Website geht kommt Modernizr zum Einsatz.
Jürgen: Eindeutig ja, es bieten sich so viele neue und interessante Lösungen, daran kommt man nicht vorbei. Als Failback für alte Browser setze ich in der Regel Modernizr (eine Open Source JavaScript-Library) ein.
Vitaly: Ja, auf jeden Fall. Wir nutzen Modernizr um ältere Browser "abzufangen" und unsere Inhalte auch in solchen Browsern lesbar darzustellen. Da wir aber Fachpublikum haben auf Smashing Magazine, sind IE6, 7 und 8 eigentlich kein Problem.
Frage 5: Wie wichtig ist für dich bei der Umsetzung eines Projektes das Thema Performance und wie beeinflusst es deine Arbeitsweise im Vergleich zu vor ein paar Jahren?
Ansgar: Performance war uns schon immer wichtig, schnelle Seiten sind für mich ein Merkmal von Barrierefreiheit. Nicht erst seit Yahoo und Google dem Thema einen Stempel aufgedrückt haben. Aber seither sind die Tools und die Metriken besser geworden und das setzen wir dann auch in Projekten so um.
Jens: Ich denke immer an die Grundregeln, während ich eine Seite entwickle. Früher habe ich viele CSS-Dateien pro Projekt verwendet, weil es für mich übersichtlicher war. Heute mache ich das auch noch, lasse aber SASS alles am Ende zusammenfassen.
David: Auf jeden Fall nicht unwichtig. Aus Sicht des Designers ist es natürlich gerade eine spannende Zeit. Die hochauflösenden Displays kommen und man muss die Grafiken für diese optimieren. Es wird alles größer und verbraucht natürlich auch mehr Ressourcen. Hier ist es für mich spannend, wie das Thema in naher Zukunft angegangen wird. Man merkt es natürlich, ob ein Bild geladen wird, was auf einmal doppelt so groß ist wie bisher. Meine Arbeitsweise beeinflusst es nur insofern, dass ich mir öfters überlege, welche Elemente man nicht mit reinem CSS umsetzen könnte. Wie gesagt, hier ist ja heute schon sehr viel möglich.
Jonas: Die Performance ist ein wesentlicher Teil meiner täglichen Arbeit geworden und eine Basis-Performanceoptimierung wie CSS-Sprites, gZip-Kompression, komprimierte Grafiken, zusammengefasste Dateien, Server-Einstellungen etc. gehören bei jedem meiner Projekte zum Standard. Auch das Layout entwerfe ich im Hinblick auf eine unkomplizierte Umsetzbarkeit mit CSS3 - vorausgesetzt es müssen keine deutlichen Abstriche in der Gestaltung gemacht werden. Optimal (aus Performance-Sicht) wäre natürlich eine CSS3-Website ohne Grafiken - aber das ist nicht mein Verständnis von ansprechendem Webdesign. Irgendwo müssen immer Abstriche gemacht werden und die würde ich persönlich dann eher bei der Performance als im Design machen. Aber auch das lässt sich nicht pauschal beantworten und ist völlig abhängig vom jeweiligen Projekt.
Neben der Gestaltung für die Inhalte und der daraus resultierenden Benutzerführung, ist die Performance einer wichtigsten Aspekt bei der Umsetzung von Webprojekten
Nicolai: Heutzutage basiert jedes meiner Webprojekte auf einem CMS, selbst bei kleineren Kunden - da ist Performance immer ein Thema. Insbesondere, wenn noch JavaScript-Spielereien oder Inhalte wie Karten / Videos hinzukommen. Manche Kunden haben auch etwas "umfangreichere" Ideen, deshalb fällt das Wort "Performance" auch immer häufiger schon im ersten Gespräch.
Moritz: Das Thema Performance spielt seit je her eine große Rolle bei meiner Arbeit. CSS-Sprites sind schon fast ein Muss geworden. Jedoch vor allem mit dem Aufkommen von immer komplexer werdenden JavaScript Applikationen mächtiger Frameworks wurde das Thema immer wichtiger. Gut dass meine Lieblingsbibliothek jQuery mit der nächsten Version endlich modularisiert, und dadurch für die meisten Einsatzzwecke schlanker wird.
Jürgen: Die Performance einer Webseite finde ich unheimlich wichtig, nicht nur weil Google diese bewertet, sondern hauptsächlich um dem Besucher eine schnell ladende Webseite zu bieten. Ich bin hier selbst sehr empfindlich und klicke eine Seite gerne mal nach 4-5 Sekunden weg, wenn sie nicht geladen ist.
Vitaly: Das Performance ist für mich sehr wichtig. Wenn eine Seite für Mobile optimiert werden soll, dann geht es nicht um das Verschieben von Designelementen oder Vergrößerung von Buttons. Die Seite muss möglichst schnell laden. Wir haben allerdings Performance-Probleme zum Teil unterschätzt, sind aber auf jeden Fall dran. Wir versuchen möglichst wenige JavaScripts, schlankes CSS und sauberen Markup zu haben, und Bilder sollten nach Möglichkeit komprimiert sein.
Frage 6: Native App vs. Web App - Welcher Ansatz für Webinhalte ist deiner Meinung nach der nachhaltigere Ansatz?
Ansgar: Es kommt darauf an. Ich habe gerade beim IICO in Berlin einen Vortrag genau zu diesem vertrackten Thema gehalten. Wenn es darauf eine einfache Antwort gäbe, würde ich sie geben. Ich habe etwas mehr als 30 Minuten gebraucht, um zu sagen, worauf es ankommt. Das bekomme ich hier nicht in einen Absatz. Meine Präferenz geht momentan klar in Richtung WebApps, gerade wegen der Unterstützung von HTML5, CSS3 und JavaScript. Da geht schon einiges.
Jens: Im Normalfall die WebApp. Native Apps sind für spezielle Anwendungen möglicherweise sinnvoll. Aber WebApps sind einfach zukunftssicher, weil man nicht für jedes - evtl. auch neue - Betriebssystem seine eigene Version benötigt.
David: Ich bevorzuge klar die native App, da das Feeling einfach ein besseres ist. Web Apps können in meinen Augen einfach noch nicht das leisten, was native Apps können. Wunderkit soll ja, wie ich hörte, jetzt auch auf native Apps wechseln. Klar, der Aufwand ist höher, da man ja meist für verschiedene Plattformen entwickelt, aber heute führt kein Weg an nativen Apps vorbei. Es läuft einfach runder.
Jonas: Ganz klar: plattformübergreifenden Web-Apps, umgesetzt durch moderne Webstandards wie HTML5. Das Apple, Google, Facebook, Amazon, Adobe & Co. alle ihr eigenes Süppchen kochen und sich mit ihren App-Stores und Cloud-Diensten gegen Fremdsysteme abschotten geht mir total gegen den Strich. Es wiederspricht meinem Verständnis von einem offenen Internet und ist sowieso in jeder Lebenssituation der falsche Weg.
...In ein paar Jahren wird es zwischen beiden einfach keinen Unterschied mehr geben weil sie stark miteinander verschmolzen sein werden...
Nicolai: Ich habe nichts gegen native Apps, zum Beispiel nutze ich die Apps von kicker.de oder Mashable ganz gerne. Das lohnt sich aber nur für größere Unternehmen, die auch über reichlich Inhalte verfügen. Völlig sinnlos hingegen ist eine native App um ihrer selbst willen. Ich hatte letztes Jahr eine Anfrage für eine iOS-App. Ich: "Was soll da denn inhaltlich passieren?" Kunde: "Keine Ahnung. Dasselbe wie auf der Webseite?" In diesem Fall ging es um eine Website mit vielleicht 20 Einzelseiten - und die App war schlicht eine ganz dumme Idee. Weder nachhaltig noch sinnvoll, aber einige Chefs haben gern eine eigene App zum Angeben.
Moritz: Nachhaltiger ist mit Sicherheit die Web App, da sie meist ohne große Probleme auf allen Endgeräten läuft und Systemunabhängig ist. Allerdings sind Web Apps selten so performant und gut bedienbar wie native Apps. Facebook und Twitter machen vor, dass es möglich ist, eine Web App der nativen App so weit anzunähern, dass man den Unterschied kaum noch erkennen kann, was ich für einen sehr guten Schritt halte.
Jürgen: Ich sehe dies immer abhängig vom Projekt, DIE Lösung gibt es aus meiner Sicht nicht. Durch native Apps bin ich in der Lage auf die Hardware des Smartphones, wie z.B. die Kamera oder den Kompass zuzugreifen. Bietet das Angebot derartige Möglichkeiten nicht, ist eine Web App in vielen Fällen die richtige Lösung.
Vitaly: Ich glaube dass es keine Antwort auf diese Frage gibt. Beide "Welten" haben Vor- und Nachteile. Wenn man ein anspruchsvolles Spiel programmieren und gestalten will, dann wird man höchstwahrscheinlich mit einer Native App besser fahren als mit einer Web app. Auch Zugriff auf vielfältige Features von mobilen Geräten ist dann besser. HTML5 ist in dieser Hinsicht noch nicht soweit (kommt aber mit Device API). Wir denken immer dass HTML immer besser wird und irgendwann Native Apps "nachholt", aber da darf man nicht vergessen dass Native Apps und Frameworks ebenfalls immer besser werden. Im Allgemeinen vermute ich dass beide "Welten" verschmelzen werden. In ein paar Jahren wird es zwischen beiden einfach keinen Unterschied mehr geben weil sie stark miteinander verschmolzen sein werden.
Frage 7: Welche drei Quellen zum Thema "Web-Design", würdest Du den Lesern des Webstandard-Blogs an Herz legen?
Ansgar: SCREENGUIDE, Webkrauts, Smashing Magazine
Jens: Smashing Magazine, CSS-Tricks, net.tuts+
David: Twitter! Mag zwar blöd klingen, aber wenn man da den richtigen Leuten folgt, bekommt man viel Input. Twitter ist einer meiner Hauptquellen auf jeden Fall. Dribbble! Wenn man schöne Dinge sehe will, sollte man auf jeden Fall des öfteren bei Dribble vorbei schauen. Pure Inspiration dort! Sonst hab ich halt viele RSS Feeds abonniert, die ich hin und wieder "abarbeite". Die meisten Infos, Links, Inspiration etc. hol ich mir aus diesen Kanälen.
Jonas: Sollte jemandem CSS-Tricks oder Lea Verou entgangen sein, dann diese Seiten. So bleibt man up2date was im Bereich CSS möglich ist. Ebenfalls sehr gut gefällt mir der Blog von Matthias Schütz. Und kulturbanause natürlich. :)
Nicolai: Die üblichen Quellen sind ja hinglänglich bekannt, ich möchte also etwas anders antworten: 1. Mein Favorit: die Zite-App fürs iPad, weil ich dort kurierte Themen abonnieren kann und dort auch viele Webseiten auftauchen, die ich vorher nicht im Blick hatte. 2. Twitter, weil da sehr viele interessante Quellen durchlaufen, wenn man erst einmal genügend Webleuten folgt. 3. Google+, weil das langsamer läuft als Twitter, aber im Gegensatz zu Facebook sehr Web-/Technik-lastig ist.
Moritz: Für Leute, die es mit CSS zu tun haben: Scalable and Modular CSS von Jonathan Snook smacss.com. Sehr gute Artikel zu allen möglichen Webthemen: Smashing Magazine. Umfassende Referenzen und Tutorials: Mozilla Developer Network.
Jürgen: Smashing Magazine, line25.com und inspiredm.com. Den Webstandard-Blog kennt ja hier schon jeder ;-)
Vitaly: das neue DrWeb.de, CSS-Tricks und andere Projekte von Chris Coyier, etwa CodePen.
von den Interview-Partnern genannte Quellen zum Thema "Web-Design" - Smashing Magazine, CSS-Tricks, inspiredm & Mozilla Developer Network (von oben links nach unten rechts)
Kurzvorstellung der Interview-Partner
Ansgar: Ansgar Hein ist Herausgeber des Webdesign-Magazins SCREENGUIDE sowie geschäftsführender Gesellschafter der Düsseldorfer Agentur anatom5, wo er spannende Projekte rund um Barrierefreiheit, Content-Management und moderne Weblösungen realisiert.
Jens: Jens Grochtdreis lebt und arbeitet in Mainz, versorgt Kunden und Leser seiner Publikationen und Höhrer seiner Vorträge mit Wissen über hochwertigen Quellcode. Zudem engagiert er sich als Gründer der Webkrauts für mehr Qualität. Außerdem betreibt er seinen Blog, in dem es natürlich ebenfalls rund um Codequalität und Webstandards geht.
David: David Hellmann stammt aus Plauen, ist 26 Jahre alt und lebt seit 2003 als Grafikdesigner, Webdesigner und Webentwickler in der Rheinmetropole Köln. Nur Pixel schubsen ist für Ihn nicht das Wahre. Das Photoshop-Fenster minimiert er laut eigenen Angaben ganz gern mal, um sich mit HTML5 und CSS3 auseinanderzusetzen. Wer die interessanten und inspirierenden Postings seiner Social-Media Kanäle nicht verpassen möchte, dem ist neben seinem Twitter-Account, auch die Google+ Seite von David zu sehr empfehlen!
Jonas: Jonas Hellwig hat eine Vorliebe für illustrative und technisch fortschrittliche Websites und arbeitet als Designer, Frontend-Entwickler und Trainer in Berlin. Neben Photoshop hat er sich auf WordPress und Social Media-Integration spezialisiert und ist Gründer der Agentur kulturbanause. Auf seinem dazugehörigen Blog veröffentlicht er Artikel, Tipps und Tutorials rund um Webdesign und ist hier im Webstandard-Blog bereits als Gastautor in Erscheinung getreten.
Nicolai: Nicolai Schwarz arbeitet unter dem Namen textformer mediendesign als selbstständiger Designer und Webentwickler in Dortmund. Hauptsächlich beschäftigt er sich mit Drupal-Projekten. Gelegentlich schreibt er darüber, zum Beispiel für SCREENGUIDE, t3n, auf webkrauts.de und manchmal auch im eigenen Blog. Im September 2011 hat er "Drupal 7: Das Praxisbuch für Ein- und Umsteiger" beim Galileo Verlag veröffentlicht.
Moritz: Moritz Gießmann ist Teamleiter-Frontendentwicklung in Karlsruhe, steht auf Standards, sauberes Handwerk und freie Software. Er schreibt Fachartikel, organisiert den Webmontag-Karlsruhe und haut allen auf die Finger, die unzugänglichen Code produzieren ;)."
Jürgen: Jürgen Mayer ist freier Webdesigner, Social Media Enthusiast und betreibt den Blog DesignEtage. Dort bloggt er über Webdesign, WordPress, Social Media und das Internet im allgemeinen. Zudem ist er auch auf Twitter und Facebook unterwegs.
Vitaly: Vitaly Friedman liebt interessante und lesenswerte Inhalte, die er unter anderem auf seinen Google+ Account mit anderen Interessierten teilt und diskutiert. Er ist Buchautor, regelmäßig auf Web-Konferenzen rund um den Globus anzutreffen und natürlich Mitbegründer des Smashing Magazine, einem der bekanntesten Online-Magazin für Designer und Entwickler.
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an alle Interview-Partner, die sich die Zeit für die 8 Fragen und Ihre Antworten genommen haben. Ich hoffe, das Euch Lesern diese Interview-Serie, mit den teilweise doch sehr privaten Einblicken gefallen hat und das ihr von den genannten Links die ein oder andere Ressource für Euch nuten könnt.
Euer Webstandard-Team

















Klasse Idee & sehr interessante Antworten. Ist doch erstaunlich wie unterschiedlich manche Antworten, zu ein und dem selben Thema, ausfallen können.
Interessant wie unterschiedlich die Anfänge doch waren - der eine beginnt mit 14 Jahren und der andere mit Ende 20. Erfolg haben dennoch Beide. Schönes Beispiel dafür, dass man an etwas glauben und festhalten sollte! Danke für die Interviews!
klasse idee! sauber ausgearbeitet und die fragen im vorfeld auch gut überlegt. gerade das thema der performance finde ich heutzutage sehr wichtig. als fotograf befinde ich mich da immer in der zwickmühle. einerseits möchte ich meine fotos möglichst groß auf meiner website darstellen - auf der anderen seite sprengen zu große fotografien dann alle zeitlichen parameter.
Klasse dieses "Mega Interview".
Sehr interessant, diese diversen Sichtweisen (Antworten) zu lesen.
Coole Themen/Fragen, alles sehr spannend und einige gute Link-Tipps sind auch dabei :)
@360GPF
Ich kenn das Problem nur zu gut -.- Aber die Fotos sehen so toll aus wenn sie hochauflösend sind! Eine Lösung wäre vielleicht das erst niedrig auflösende Fotos und dann erst die hochauflösenden nachgeladen werden :-/
LG Peter
Der Artikel ist sehr aufschlussreich und interessant. Danke für die Mühen.
"Oberflächenmasseur"? - Das passt aber auf diverse Berufe.